Breitere Suchstreifen steigern Überlebenschancen

Für die Suchstreifenbreite wurden bis vor wenigen Jahren Standardwerte von 20 oder 40 Metern gelehrt. Dieser Ansatz ist heute überholt.

Zu Beginn einer Lawinenverschüttetensuche kann oft noch kein Signal empfangen werden. In dieser ersten Suchphase (Signalsuche) gilt es, die Lawine systematisch nach Signalen ab-zusuchen. Auf sämtlichen neueren LVS-Geräten ist die empfohlene Suchstreifenbreite aufgedruckt. Die Werte orientieren sich an der «über­lebens­chancenoptimierten» Suchstreifenbreite1. Das heisst an demjenigen Wert, welcher statistisch betrachtet zum besten Verhältnis zwischen Auffindezeit und Auffindewahrscheinlichkeit führt.

Um in der Mehrzahl der Fälle eine kürzere Suchzeit und somit eine grössere Überlebenschance zu erreichen, werden seltene Kombinationen ungünstiger Faktoren (z.B. defektes LVS, annähernd leere Batterien oder deutliche Suchprobleme) zwar berücksichtigt, aber entsprechend ihrer geringen Häufigkeit wenig gewichtet. Die meisten Verschütteten werden somit bereits im ersten Durchgang schnell aufgefunden. In ganz seltenen Fällen kann es notwendig sein, die Suchstreifenbreite zu halbieren, um schwierig zu ortende Sender aufzufinden.

In Situationen mit wenigen Rettern und einer grossen abzusuchenden Fläche ist es sogar von Vorteil, die Suchstreifenbreite zu erhöhen. Bekanntlich ist es nicht einfach, Distanzen zu schätzen. Bei der Suchstreifenbreite ist es im Sinne der Optimierung der Überlebenschancen besser, die Distanz eher zu gross als zu klein zu wählen.

«Standardsuchstreifenbreiten» von nur gerade 20 bis 40 Metern führen hingegen zu einer Zunahme der Suchzeiten und somit zu einer deutlichen Abnahme der Überlebenschancen. In diesem Sinne muss klar davon abgeraten werden, Empfehlungen für Standardsuchbreiten Folge zu leisten. Es gilt, die Geräteherstellerangaben zu beachten. Die heutzutage auf den LVS-Geräten angegebenen Werte der Suchstreifenbreite sind sinnvoll.

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