Brenna, Giuseppe: Cascine

In Montagne del Ticino ( Ed. Armando Dado ) vom gleichen Autor enthüllt sich demjenigen, dem das Tessiner Gebirge als ein Ort staunender Bewunderung gilt, dessen ganzer « an Geist und Demut reicher » melancholischer Zauber.

Maurice Brandt, La Chaux-de-Fonds ( ü ) Brenna, Giuseppe: Cascine in italienischer Sprache, mit einem Vorwort von Erminio Ferrari. Ed. Salvioni, Bellinzona 1996. Fr. 59.. " " .ISBN 88-7967-019-0 Die Tessiner cascina ist ein sehr einfacher Schutzraum, dessen Mauern und Dach von mehr oder weniger flachen Steinen und kräftigen Kastanienboh-len gebildet werden. Mörtel ist bei dem Bau nicht verwendet, der aber dank der sorgfältigen Arbeit wetterfest ist. Diese cascine dienten den Hirten auf der Alp während der schönen Jahreszeit als Unterkunft. Die Ausstattung bestand aus einem einfachen Lager, einer Feuerstelle und vielleicht der Möglichkeit, Käse zu machen. Die Notwendigkeit, jede auch noch so entlegene Weidefläche zu nutzen, erforderte ein ganzes Netz solcher Bauten, die bei den vom Angebot an Futter bestimmten Wanderungen der Herden als Stützpunkte dienen konnten. Zu jeder cascina führte ein -heute oft verschwundener - Pfad, er diente der Versorgung und dem Durchzug der Herden. Fast all dieses Hin und Her hat geendet, und die Notwendigkeit, über diese Bauten zu verfügen, ist vergangen. Die cascine stürzen nach und nach ein - zuerst das Dach -, die Pfade verschwinden unter der Vegetation, nur die im Fels angelegten Teile - Stufen und Treppen - lassen noch an einigen Stellen erkennen, dass dort der Weg verlief. Die cascine sind Zeugen eines rauhen und harten Lebens in tiefer Einsamkeit. Sie klagen nicht das Schicksal an, aber sie fordern Respekt und Nachdenken. Sie erinnern den Wanderer an die Vergänglichkeit der menschlichen Werke und daran, dass die verstreichende Zeit mehr Kraft hat als das vom Menschen Geschaffene. Die cascine sind Monument einer ruhigen, von der Natur bestimmten Zähigkeit. Es gab keine andere Möglichkeit, zu den Weiden, den Grundlagen des Lebens, zu gelangen. Der Augenblick ihres Versinkens in Vergessenheit musste unvermeidlich kommen. Dieses Erlöschen weckt ein wenig Trauer. Und doch kann man nicht gegen den unausweichlichen Zyklus von Leben und Tod, der auch die Dinge beherrscht, ankämpfen. Die Ruinen

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