Compton Edward Theodore & Eward Harrison – Maler und Alpinisten. Siegfried Wichmann

Belser Verlag, Stuttgart 1999. Fr. 81.50

Er würde sich freuen, und gleichzeitig würde er sich fürchterlich ärgern. Edward Theodore Compton, 1849–1921, englischer Maler mit österreichischem Wohnsitz, einer der grössten – und best-bezahlten – seiner Zeit, Illustrator unzähliger Bergbücher und -artikel, kerniger Alpinist mit 27 Erstbegehungen. Kurz: eine Persönlichkeit von grossem Einfluss. Dass viele seiner Gemälde und Aquarelle in einem üppigen Farbbild-band, zusammen mit denjenigen seines Sohnes Edward Harrison, 1881–1960, sozusagen ausgestellt sind, ist nichts als verdienstvoll. Kunstprofessor Siegfried Wichmann weiss die Werke der Künstler denn auch ausführlich zu würdigen, aber das Alpinistische kommt text- und bildlich zu kurz. Schlimmer noch: In den Bildlegenden hat es schlicht zu viele Fehler. Das Well- wurde zum Sellhorn, die Mischabel zum Ausläufer des Monte Rosa, und beim prächtigen Bild des Bietschhorns ist vom Matterhorn und vom Zmuttgletscher die Rede.. " " .Von ver-besserungsbedürftigen Alpinkenntnis-sen zeugt auch der « Disgrogia » – dabei hat E. T. Compton auf dem Aquarell Malobjekt und Standpunkt genau festgehalten: « Disgrazia fr. Rosso ».

Daniel Anker, Bern

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