Darbellay vergessen

Seit 25 Jahren habe ich die ALPEN abonniert und schätze sie als seriöse und objektive Zeitschrift. Die Fotos sind oft von hoher Qualität, und die Kommentare verdienen ein Lob. Bei der Lektüre des Artikels über den Eiger ( 7/08 ) war ich aber schwer enttäuscht. Denn die ALPEN haben es nicht als nötig erachtet, den Exploit von Michel Darbellay, einem Führer aus Fully, zu erwähnen. Er durchstieg 1963 als Erster im Alleingang die Nordwand auf der Heckmair-Route mit den Mitteln seiner Zeit, eine Leistung, die grosse Bewunderung in der Welt des Alpinismus hervorrief. Ich bin darum sehr erstaunt, dass diese Premiere keinen Eingang in den Artikel fand. Eine Klarstellung wäre darum wünschenswert, dies insbesondere, da Darbellay nach weiteren alpinistischen Glanzleistungen und einer Bergführerkarriere von rund 50 Jahren seinen Pickel immer noch nicht ganz an den Nagel gehängt hat. a Pierrot Troillet, Vollèges nüchterne und differenzierte Porträt von Jean-Yves Michellod, Bergführer und professioneller Freerider, der in der Nordwand des Mont Fort in eine Lawine geriet. Man erlebt die Etappen seiner Rehabilitation mit, die geprägt ist vom zähen Willen, wieder Ski zu fahren. Die Schlussbilder mit den schönen Spuren im Pulverschnee ringen jedem Bewunderung ab: Man kann schlicht nicht begreifen, dass ihr Urheber im Roll- bzw. Skistuhl sitzt. Ein filmischer Höhepunkt war auch die Reportage Sibéria von Philippe Sauve, der den Jury-Preis erhielt: 3800 Kilometer im Kanu auf dem sibirischen Fluss Lena zeigen uns einen authentischen Autor. Ohne Effekthascherei, mit einem Minimum an Mitteln bringt er seine Ängste herüber, seine Zweifel und die Faszination, die dieses Sibirien nach und nach auf ihn ausübt. Insgesamt war die Jury begeistert von der Qualität des diesjährigen Angebots. Der Diable d' Or in der Kategorie « exploits/aventures », der Preis des SAC, ging an den Film Baffin, l' île aux enfants des Regisseurs Sam Beaugey, und den Publikumspreis gewann « Höhenflug » von Roman Droux über die SAC-Expedition nach Patagonien. Die gesamte Liste der verliehenen Preise findet man unter www.fifad.ch a Marianne Chapuisat, Präsidentin der Jury Der letzte noch lebende Teilnehmer der Schweizer Everest- Expedition im Jahr 1952, Jean-Jacques Asper, erhielt den « Prix du Mérite Alpin ».

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