Das Binntal Exkursionen durch die Zeit

Früher war es ein Tal der armen Leute und Auswanderer, heute gilt das Binn­tal als ein Vorzeigemodell für die nachhaltige Entwicklung im Berggebiet. Durch den Binntalvertrag ­geschützt, ist die unberührte Landschaft zur Lebensgrundlage vieler Binntaler geworden: Die rund 150 Einwohner leben vom sanften Tourismus, dem Mineraliengeschäft und der Landwirtschaft. Ihnen hat der Germanist und Historiker Gerold Koller mit seinem Buch Das Binntal – Exkursionen durch die Zeit ein Denkmal geschaffen. Im Fokus des Werks stehen die Menschen und ihre Geschichten. Beeindruckend ist die Lebensgeschichte der Anna Zumthurm, die sich noch gut an die körperlichen Strapazen der Arbeit in ihrer Jugend erinnern kann. Einen Kontrast setzt das Porträt über die 18-jährige Janine Imhof, die stellvertretend für die junge Generation steht: Sie arbeitet unter der in Fiesch, ist aber immer noch fest im Tal verankert. Koller geht auch auf die politische Geschichte des Tals ein. Und natürlich darf auch die Anekdote nicht fehlen, wie die Binntaler 1996 per Inserat eine Familie suchten, um die Existenz ihrer Schule zu sichern.

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