Das Ehrenamt - Würde und Bürde?

Die ehrenamtliche Mitarbeit bildet den Grundstein für das Funktionieren des SAC. Es ist deshalb von grösster Wichtigkeit, immer wieder Menschen zu finden, die ihre Fähigkeiten, ihre fachliche Kompetenz und ihre Freizeit dem Club zur Verfügung stellen. Damit aber aus der Lust nicht Frust wird, braucht es Unterstützung.

Was für den einen eine sinnvolle, spannende Tätigkeit zum Wohle der ihm nahestehenden Organisation ist, bedeutet für den andern Pflicht, Ärger und Konflikte, ein Engagement also, auf das er gerne verzichtet.

Ob sich der Einsatz positiv oder belastend auswirkt, unbestritten ist, dass ohne Freiwilligenarbeit weder Sport, Kultur noch soziale Hilfe stattfinden würden. Sie ist ein wesentlicher Teil unserer Gesellschaft.

Eine repräsentative Studie zur Situation der Sportvereine in der Schweiz hat gezeigt, dass jährlich 50 Millionen ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet werden, was bei einem Stundenansatz von 30 Franken einem Marktwert von 1,5 Milliarden Franken entsprechen würde.

Der SAC ruht auf ehrenamtlicher Mitarbeit Auch für die Aktivitäten des Schweizer Alpen-Clubs ist ehrenamtliche Mitarbeit von grundlegender Bedeutung. Ohne das immense unentgeltliche Engagement unzähliger Freiwilliger in technischen und administrativen Bereichen jeder Sektion, ohne die wertvolle Arbeit, die in den Kommissionen geleistet wird, könnte unser Club weder existieren noch sich weiterentwickeln.

Manchmal haben wir vielleicht etwas Mühe mit der Verwendung des Begriffs « Ehrenamt ». Er tönt leicht antiquiert und steif und entspricht überhaupt nicht dem heutigen Trend von cool, flippig und super. Mit « Frei- willigenarbeit » lässt sich das « Ehrenamt » aber nicht ersetzen, denn in jeder Verpflichtung für den SAC liegt auch ein Teil Ehre drin.

Meist problemlose Nachfolge-regelung Im Gegensatz zu andern Sportvereinen lässt sich beim SAC in der Regel ein Amt ohne grössere Schwierigkeiten neu besetzen, was zum Teil an der hohen Identifikation der Mitglieder mit ihrem Club liegen mag. Trotzdem wird aber zunehmend die Frage nach dem persönlichen Nutzen gestellt. Die Antwort darauf fällt nicht schwer, sprechen doch viele Argumente für die ehrenamtliche Mitarbeit in unserem Club: sich einer Herausforderung stellen, Verantwortung übernehmen und neue Erfahrungen sammeln. Bei der aktiven Mitarbeit erhalten wir einen tieferen Einblick in die Strukturen des SAC, können uns für Veränderungen einsetzen, etwas in Bewegung bringen. Die Teamarbeit gibt Befriedigung und Freude, und das eigene Beziehungsnetz kann laufend erweitert werden. Und vielleicht hat man auch einfach das Bedürfnis, dem Club, der einem mit dem facettenreichen Angebot an Ausbildung und Touren im Leben eine neue Dimension geschenkt hat, durch das persönliche Engagement etwas zurückzugeben.

Klar informieren - gezielt weiterbilden Um sicherzustellen, dass weiterhin Mitglieder ehrenamtlich tätig sein werden, müssen wir klar und ehrlich Sich in Form eines Ehren-amtes für seinen Club oder für eine andere Aufgabe zum Nutzen der Gemeinschaft einzusetzen, bedeutet, freiwillig Pflichten zu übernehmen, aber auch Anerkennung zu erhalten ( Blick auf das majestätisch auf seiner Felsbastion thronende Schloss Tarasp im Engadin, GR ).

über Umfang des Aufgabenberei-ches, über Rechte und Pflichten, über Zeitaufwand und Amtsdauer informieren. Und damit die gestellte Aufgabe für alle zufriedenstellend ausgeführt werden kann, müssen Wissenslücken durch gezielte Unterstützung und Ausbildung1 geschlossen werden.

Vergessen wir eines nicht: In der ehrenamtlichen Arbeit dürfen wir keinen Anspruch auf Perfektion erheben. Wenn wir in einem Umfeld, das von Toleranz, Offenheit und Vertrauen geprägt ist, unter der Devise « so perfekt als möglich » arbeiten und die erbrachten Leistungen auch ehrlich anerkennen, können wir auch in Zukunft mit einem beherzten, dauerhaften Engagement unserer Mitglieder rechnen.

Ursula Blum-Küng, Ressort Logistik im ZV 1 Der SOV ( Schweizerischer Olympischer Verband ), dem auch der SAC angehört, bietet ein Kursprogramm an, das auf die administrative Verbands- und Vereinsarbeit zugeschnitten ist ( vgl. auch ALPEN 1/98, S. 61 ). Entsprechende Unterlagen können auf der SAC-Geschäfts-stelle in Bern oder auch direkt beim SOV, Ausbildung, Postfach 202, 3000 Bern 32, angefordert werden.

serbriefe

posta dei lettori

sein. Alles, was nicht selbst erlebt und durchgestanden ist, bleibt Theorie. In wohl kaum einem andern Sport zählt die Erfahrung so stark wie im Alpinismus! Ob Wandern, Klettern, Trekken, Skitouren, Hochtouren, Eisklettern oder Expeditionsbergsteigen, alle sollten tolerant sein und sich gegenseitig akzeptieren!

Rafael Wellig, Bern

Zourrier des lecteurs

m Extrembergsteigen -14 eine andere Welt1

Ich will hier keine Kritik an den damaligen Gesprächsteilnehmern der Fern-sehdiskussionsrunde über die Dhau-lagiri-Expedition üben, sondern nur meine für mich noch heute gültige Stellungnahme dazu abgeben. Nach 10 Expeditionen und zweimaligem Überschreiten der 8000-Meter-Gren-ze kann ich doch auf Erfahrungen zurückgreifen.

Meines Erachtens bringen solche Diskussionen nichts! Mitreden können und sollten nur Leute, die auf diesen Höhen waren. Trotzdem nehmen immer wieder Bergsteiger, die selbst nicht einmal alle Viertausender der Schweiz bestiegen haben, Stellung zum Höhenbergsteigen und kritisieren es. Ob da gelegentlich nicht auch ein gewisser Neid mitspielt?

Bei den Extrembergsteigern gibt es ein ungeschriebenes Gesetz: Ab 7000 m ist jeder für sich selbst verantwortlich, denn in diesen Höhen ist eine Rettung ausgeschlossen! Das bedeutet, dass jeder aus eigener Kraft absteigen muss. Diese Spielregeln sind bekannt, und wer mitmacht, hat zu wissen, worauf er sich einlässt.

Bei der Fernsehdiskussion standen sich zwei Welten gegenüber! Die Journalisten können die Bergsteiger nicht begreifen, ist doch die Faszination des Alpinismus kaum in Worte fassbar. Wer sich nicht für Selbsterfahrung interessiert, kann sich nicht vorstellen, dass man solche Anstrengungen aus reiner Lebensfreude auf sich nimmt, dass man besessen sein kann, die Welt zu erfahren; vergleichbar einem Forscher, der Rätsel zum Vergnügen zu lösen versucht.

Wer ein erfahrener Alpinist werden will, muss ständig unterwegs

Welche Art von Alpinismus wollen wir?

Der SAC im Spannungsfeld gegensätzlicher Tendenzen Der Alpinismus ist nur die Konsequenz der Suche nach dem Ausbrechen, nach der Flucht, die in jedem Abenteurer schlummert. Ohne Träume kein Abenteuer - dies scheinen gewisse Autoren der Zeitschrift des SAC zu vergessen.

1972 waren die Wendenstöcke noch nicht mit jenen Bohrhaken-Rei-hen eingerichtet, dank denen einige « sich ganz frei fühlen können ». Nachdem wir an der Eröffnung einer Route am Reissend Nollen teilgenommen hatten, fühlten wir uns durch die Wände der Wendenstöcke angezogen. Unsere Fähigkeiten und unser Mut waren aber begrenzt, und so entschieden wir uns, nachdem wir bis an die Grenzen unserer Möglichkeiten gegangen waren, aus Respekt gegenüber dem Klettergebiet zum Verzicht. Die Route, die später an diesem Ort eröffnet wurde, wurde Caminando genannt. Ein paar Jahre später zeigte uns die Drittbegehung der Route Zyklopenauge, wie weit trainierte Kletterer die Grenzen hinausschieben können. Wir applaudierten.

Heute verstehe ich die Entwicklung nicht mehr. Immer mehr Stimmen fordern die Übernahme von Verantwortung durch die Kletterer im Sinn von mehr Respekt vor den natürlichen Felsstrukturen und folglich einer zurückhaltenderen Verwendung fixer Sicherungsmittel. Auf diese Ansicht trifft man manchmal auch in den ALPEN. Gleichzeitig gibt es andere, die « Routen eröffnen, ohne nachzudenken und vor allem dort, wo sie gesehen werden » ( C. Destivelle, 1991 ), weiter gibt es solche, die Routen eröffnen, um ihre Publikationen verkaufen zu können, ohne von jenen zu sprechen, die keine Hemmungen haben, für ein Wochenende nach Südamerika zu reisen, um dort neue Routen einzubohren ( vgl. M. Piola, ALPEN-QH I/93 ).

1 Die Diskussion zum Thema « Verantwortung und Verhalten beim Extrembergsteigen » wird durch das im deutschen Sprachraum erschienene Buch In eisige Höhen von Jon Krakauer ( vgl. Buchbesprechung S. 54 in dieser Ausgabe ) sicher neu entflammt. In diesem Zusammenhang erhält der obige Leserbrief, vom Verfasser als eine etwas späte persönliche Stellungnahme eines Extrembergsteigers zu einer Zischtig-Club-Diskussion 1996 über die Dhaulagiri-Expedition bezeichnet, erneut eine aktuelle Bedeutung. ( Die Red. ) Müsste der SAC sich nicht Gedanken machen über die unberührten und wilden Naturräume, anstatt die « Säuberung » und systematische Sanierung zu ermutigen, der sich jene Ängstlichen verschreiben, die den Unterschied zwischen Klettergärten und grossen Wänden nicht machen können? ( Vgl. R. Rehnelt, ALPEN 4/97, oder auch C. und Y. Remy, AL-PEN-QH IM/87 ). Nun scheint aber das Credo unseres Clubs - wenn man das Editorial 1/98 liest - nur auf das Erfassen der Entwicklung und auf das Fördern aller Aktivitäten ausgerichtet zu sein, womit man auf die « zunehmende Nachfrage nach bestimmten Leistungen » reagiert, anstatt sie in Frage zu stellen.1 Was wollen wir unseren Nachfahren hinterlassen? Die - immer illusori-schere - Sicherheit der « entwickelten » Länder, « Fun » oder Abenteuergeist?

Eric Marchand, Villeret BE ( ü ) 1 In diesem Zusammenhang ist auf das Impressum ( S.1 ) zu verweisen ( vgl. « Allgemeine Angaben, Inhalt » ). Entsprechend werden in den ALPEN auch gegensätzliche Standpunkte zum Ausdruck gebracht. Dies gibt im Rahmen der verschiedenen Themenbereiche - wie z.B. bei den hier aufgeworfenen Fragen zum Umgang mit fixen Absicherungsmitteln und dem Verhältnis zum Naturraum insgesamt - Anstoss zu interessanten Diskussionen. Die Red.

Kletterführer Zentralschweizerische Voralpen von Urs Lötscher Kletterführer Zentralschweizerische Voralpen Urs Lötscher64 Klettergebiete beschriebenüber 800 Kletterrouten in den Schwierigkeitsgraden Ill.. " " .X.

Ausgabe 1995, deutsch, 188 Seiten, mit zahlreichen Topos und Fotos Art.. " " .Nr. 147-8 SAC-Mitgliederpreis Fr. 35. Ladenpreis Fr. 45. Bestellungen an:

SAC-Buchauslieferung Postfach 134, 7004 Chur Tel. 081 286 90 45

us dem Clubleben

Winter-Treffen im Jahr 2000 stattfinden würde. Die Präsidentin der Sektion Chaussy, Madeleine Wuilloud, bot sich an, diese Winter-Zusammenkunft zu organisieren.

Der regelmässige Wechsel zwischen Sommer und Winter ist eine der von den welschen Sektionspräsidenten beschlossenen Massnahmen, um eine grössere Zahl von Mitgliedern zur Teilnahme an den Treffen zu animieren. Schwache und Starke, Schnelle und Langsame, Junge und weniger Junge finden hier auf sie zugeschnittene Touren und Ausflüge. Natürlich sind auch Familien bei diesen Zusammenkünften willkommen!

Michel Dätwyler, Mitglied der Sektion Argentine, Gemeinderat und Vertreter des Verkehrsvereins, Schloss den offiziellen Teil mit der Vorstellung seiner Gemeinde Ollon ( zu der Villars gehörtund ihres Weins, der beim Apéritif degustiert wurde. Das wunderbare Essen wurde durch einen Chor von Clubmitgliedern, dessen Darbietungen mit Handorgel-stücken und Tanz abwechselten, untermalt.

Das katastrophale Wetter verhinderte am Sonntag die Durchführung der Touren; die Kontakte und die Freundschaft wurden aber von den verschiedenen Gruppen dennoch eifrig gepflegt. Unser ganz herzlicher Dank geht an die Sektion Argentine für die ausgezeichnete Organisation!

Françoise Cork-Levet, Sektion Jaman ( ü )

ita del club ie du club

Feedback