Das Klettergebiet Miéville (VS)

Aussergewöhnliche Kletterei, die viel Engagement erfordert Auf dem linken Rhoneufer, zwischen Martigny und Saint-Mauri-ce, beherrscht die Felswand von Miéville das Tal. Um all ihre Vorzüge wirklich geniessen zu können, sind auch die unumgänglichen lokalen Besonderheiten zu beachten. Dazu gehören ein Glas Weisswein, die Sicht auf den Grand Combin und der Stadtlärm als Hintergrundmusik. Miéville hat mitgeholfen, das Klettern im Flachland als eigenständiges Ziel populär zu machen.

Das Klettergebiet von Miéville bietet eine massive, gut 100 Meter hohe Wand aus einer Art Gneis, der eine erstaunliche, oft überraschende und vor allem abwechslungsreiche Kletterei ermöglicht, die geprägt ist durch zahlreiche kleine Leisten. Daneben gibt es aber auch steile Platten, Überhänge, Risse, Verschneidungen und Dächer.

Eröffnung und Ausrüstung Die ersten Kletterrouten in Miéville, entstanden 1981, sind vor allem das Werk der sehr aktiven Walliser Erstbegeher Laurent Monnet und Lucien Abbet.

Eigenartigerweise ( und zu jener Zeit mit der nötigen Diskretion ) werden die Routen, darunter auch die logischen Linien, von oben eingerichtet, auch wenn es ein paar Versuche von unten gibt. In der Tat möchten die zwei « Väter » des Gebiets das Schwierigkeitsniveau anheben und die Sicherungspunkte so setzen, dass die schwierigen Stellen dazwischen obligatorisch geklettert werden müssen. So studieren sie - mit Hilfe von Fixseilen - die einzelnen Züge der entscheidenden Passagen ein und bezeichnen dabei die Stellen, an denen die Bohrhaken angebracht werden sollen ( wobei sie letztere manchmal bewusst versteckt anbringen, um sich einen Vorteil zu bewahren und den Nachsteigern ein paar Überraschungen bereitzuhalten !).

Die Kletterfelsen von Miéville ( VS ) Sie richten die Routen mit grossen Bohrhaken ( M10, M12 und gar M14 ) ein. Sie bohren zum Beispiel Löcher von 13 mm Durchmesser und setzen darin 14-mm-Schrauben von 50 mm Länge. Das Ganze kleben sie dann mit Araldit fest - ein System, das zugleich avantgardistisch und wirtschaftlich ist! Die Absicherung ist wohl sehr solid, die Abstände sind aber manchmal so gross, dass sie späteren Aspiranten zu langanhaltenden Erinnerungen verhelfen. Nach dieser ebenso verrückten wie revolutionären Phase wird Miéville in der Kletterszene zu einem beliebten Ziel, und dies trotz der strengen Bewertung und des Einsatzes, den die Kletterei zwischen den Sicherungspunkten erfordert. Daneben bietet die Wand aber auch einige Mehrseillängenrouten, die zu grossen, leicht erreichbaren Klassikern avanciert sind. Dazu gehören etwa Pilipili, Terry, Lapindix, Machicoulis.

Charakter der Kletterei Das Gebiet ist also ein « Must », das das ganze Jahr über beklettert werden kann. Die Sonne scheint schon frühmorgens, oft bläst der Wind. Falls man zu jener Sorte Kletterer gehört, die extrem gut abgesicherte, einfach zu findende Routen mit klar bezeichneten Griffen lieben, muss Miéville in homöopathischen Dosen konsumiert werden. Das Lifting der neunziger Jahre hat nämlich dem Abenteuergeist des vorangehenden Jahrzehnts in Miéville nicht viel anhaben können!

Chamonix - Martigny Allgemeine Angaben Zugang Man muss die Strasse unbedingt in Richtung Waadt-Wallis befahren und sie nach rechts, wenig nach La Balmaz, unmittelbar vor der Tankstelle, wo sich ein grosser Parkplatz befindet, verlassen. Darauf folgt man einem Fahrweg auf 150 Metern, der dann endet, man lässt den Steinbruch links liegen, kleiner Parkplatz. Ein Weg führt in 10 bis 15 Minuten zum Wandfuss.

Abstieg Abseilen gemäss Topo; oder aber vom höchsten Punkt der Wand nach N bis zu einer Leiter zwischen der Aiguille und der Wand selbst gehen. Hier über einen steilen Weg durch die rechte Flanke der Hauptwand in 15 Minuten bis zu ihrer Basis absteigen.

Bewertung Sie wird für jede Seillänge einzeln in freier Kletterei angegeben ( SL 1, Kletterei in der Route Schproum 6b ( 7a ) La Balmaz St. Maurice - Lausanne dann SL 2, SL 3 usw.; pa = point d' aide, bedeutet Haltepunkt ). Die obligatorische Schwierigkeit liegt tiefer als jene freier Kletterei, aber in einzelnen Routen mit Stellen im Grad 7a ( und schwieriger ), muss man unter Umständen 6 c obligatorisch klettern.

Material Die Routen sind fast alle abgesichert, verlangen aber oft grosses Engagement. 45-m-Seile, zusätzlich sicherheitshalber ein paar Klemmkeile mitnehmen. Der Name der Route ist beim Einstieg angegeben.

Höhenunterschied 100 bis 120 Meter; der höchste Punkt der Wand wird durch eine schöne Terrasse auf 697 m gebildet.

Bemerkungen Man kann verschiedene Routen kombinieren, da die Routen oder die Standplätze zum Teil sehr nahe bei- Neue Routen und Gebiete einander liegen. Einige Routen wurden etwas verändert ( vor allem im Jahr 1995 ) und neu abgesichert oder anders angelegt.

Bei den Routen Massacre, Importance und Mirry gibt der Abseilpfeil das Ende des schönen Teils an; die Fortsetzung ist zu moosig.

Die Routen von Claude und Yves Remy wurden von unten eröffnet; die ersten freien Begehungen dieser Routen gelangen Yves Remy.

Die Basis des linken Wandteils wird von einem Couloir gesäumt; Achtung vor Lawinen ( Schnee im Winter, Steine und Blöcke während des ganzen Jahres !). Zufahrt Schmale Strassen, nicht weiter als bis zu den angegebenen Stellen und den Parkplätzen fahren ( P ). Beim Parkieren darauf achten, dass man die Durchfahrt nicht versperrt.

Achtung Man respektiere die Orte, die Einheimischen und ihre Arbeit; man verhalte sich ruhig, bleibe auf den Wegen und achte Umwelt, Fauna und Flora; man zünde keine Feuer an und nehme die Abfälle wieder heim.

Secteur A Secteur B

Die Routen im Überblick

Sektor A; Südwändchen, links Klassische Routen, Fels mit vielen Rissen, manchmal etwas grasbewachsen 1. La marche du siècle SL 1: 6 c; SL 2: 6b; Remy, 95; überhängender Riss 2. Ce fut un mythe 6b+, 6a; L. Monnet, 85; der Ausstieg zum ersten Stand wird mit einer kleinen Rechtsschlaufe gemacht.

3. Leurre d' été 6b, 6b, 5b; Remy, 91; interessant 4. Si c' est elle 6a, 5 c, 6b, 6b; L. Monnet, Remy, M. Chapuisat, 85-95; am Anfang ein Schritt 6a 5. Schyzophonique 6b, 6b, 5 c, 6bc; Remy, A. Genton, 95 6. Pilipili ( 5 c obl. mit ein paar pa ) 6a, 5b, 5 c, 6b, 6b+; L. Monnet, 82; sehr schön, klassisch 7. Direkteinstieg 15 Meter, 6a+ 8. Terry ( 5a obl. ) 4b, 5b, 4b, 5b; L. Monnet, 82; die leichteste Route, hübsch, klassisch, Riss-Verschnei-dungen Sektor B; Ostwand Hauptwand, sehr steil, bietet aussergewöhnliche Routen 1. Lyme 7a, 6b, 6 c, 6 c; Remy, 94; auf der überhängenden Pfeilerkante 2. Nonette 6b, 6b, 6 c, 6 c; Remy, M. Girard, A. Genton, 90; klassisch 3. L' âme soeur 7a, 6 c, 7ab; L. Abbet, 86; erste On-sight-Bege-hung: Ph. Steulet 4. Adrénaline 6b, 6 c, 7b, 6b; L. Abbet, L. Monnet, 82; zweite Route des Gebiets! Wunderschön, ein « Must », manchmal expo; erste On-sight-Bege-hung: Ph. Steulet 5. Issue fatale 7b, 7b; Remy, 90; zwei kurze, anstrengende Seillängen 6. Massacre au tamponnoir 6b+, 7a, 7b; L. Monnet, Ph. Carron, 83; wunderschön! Erste freie Begehung: Ph. Steulet, 85 7. L' importance du vide 5 c, 6 c+, 7b; L. Abbet, 88; die zweite Seillänge ist grossartig.

8. Le choc des cultures 6b, 6 c, 7a, 6b; Remy, 89; wunderschön, klassisch 9. Anti gag 7a, 7a; L. Monnet, Remy 1O. Quéquette blues 15 m 7b, von St. 1 gemeinsam; L. Abbet 11. Cardabelle 6b+, 6 c+; L. Monnet, 88 12. Lapindix ( 6a obl. ) 5 c, 6a+, 5 c, 6a+; L. Monnet, C. Jérôme, 81; erste Route in der Wand, Klemmkeile erforderlich, klassisch Echelle

13. La scie à tics 5 c, 7a+, 7a, 6 c; Remy, 90; interessant, manchmal expo 14. Schproum 6b, 7a, 6 c, 6 c; Remy, 90; interessant, gut abgesichert 15. Tel l' éclair 6b, 7a, 6b, 6b; Remy, M. Chapuisat, 95; erstaunlich 16. Nido 7a, 6b, 7a, 7a, 6b, 7a, 7b; Remy, 94; trotz eines unangenehmen Teilstücks ( zweifelhafter Fels, aber gut abgesichert ) handelt es sich um eine schöne, lange und abwechslungsreiche Route, die mit einer Passage über einen überhängenden Pfeiler endet.

17. Mandragore ( 6a+ obl. ) 6b, 6a+, 6bc, 6bc, 6a+; L. Monnet, 83; lange und schöne Route, die Absicherung müsste saniert werden.

18. Mirry 6b+, 6a; L. Monnet, 83; die ersten zwei Seillängen sind schön.

19. La part du LionL. Monnet, 88 2O. L' impressionniste 5a, 6a mit 2 pa ( oder 6b ), 6a; C. und Y. Remy, 98; eine hübsche, relativ neue Route 21. Dans mes nuits j'oublie 7a ( zweifelhafte Schuppe am Einstieg ), 6b; L. Monnet, 88; zwei kurze Seillängen 22. N'amasse pas mousse 6a; L. Monnet, 88; schön In der klassischen Route « Choc des cultures » 6b ( 7a ) SektorC Es handelt sich um die kleine Nadel rechts von der Wand, kürzere Route von der Sorte gut abgesichert/einfach zu finden, mit Ausnahme der erstaunlichen und langen Machicoulis.

1. Gaypied 6 c+; L. Abbet, 89; steile, rissdurchzogene Platte 2. Machicoulis, auch Pour Miss genannt ( 5 c obl. ) 6a, 5 c, 4 c, 5 c+, 6a+; L. Monnet, Remy, 96 saniert; der Ausstieg ist wunderbar, klassische Route.

3. Départ direct 6 c+; Remy, 96; Einstieg am Vorbau 4. Pour Miss 6a; L. Monnet, 85; Klemmkeile mitnehmen 5. Pour Mecs 6b; Remy, 96; steile Platte 6. La Vénus sans Milo 6b; L. Monnet, 88 e ai a.

< 5 7. Secouons le cocotier 6 c; L. Abbet, 89; athletisch 8. Projekt, Überhang, schwerer als 8a; T. Roggo, 90 9. Projekt, Überhang, schwerer als 8a; B. Dorsaz, 95 1O. Les copains d' abord 7 c+, unglaublicher Überhang; C. Carron; erste freie Begehung: T. Roggo 11. Séro-positif 6 c+; L. Abbet, 89 12. Le jeu des cinq doigts 7a+; L. Abbet, 89 13. Tête à queue 6 c+; L. Abbet, 89 Wir danken L. Monnet und L. Abbet.

Claude und Yves Remy, Vers l' Eglise ( ü ) a.

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vorbei. « Huitante-quatre ans, ce Monsieur », stellt die sich uns zuwen-dende Wirtin fest, « c' est la montagne qui conserve les gens ici. » Hinter der Salle des Congrès vernehmen wir lautes Rufen und Johlen. Die Alphirten treiben die Kühe ins Dorf zurück, es ist Herbst. Die ersten gelben Blätter sind zu sehen, dunstiges Licht, der Tau trocknet bis zum Abend nicht mehr vollständig, in den Restaurants führen die Speisekarten Wildspezia-litäten.

Die Vorselektion Insgesamt wurden in der Vorselektion 77 Filme gesichtet, 33 davon waren zum eigentlichen Festival zugelassen. Filme mit einer Laufzeit zwischen zwei bis maximal 90 Minuten. Die ausgezeichnet eingespielte Jury mit dem SAC-Delegierten Olivier Walther löste ihre keineswegs leichte Aufgabe speditiv und mit Stil und Bravour.

In der Salle des Congrès: Sie gehen zu schnell...

Dieser Ort eignet sich durchaus für die Vorführung der Filme: der grosse Saal, die optimalen technischen Installationen, die gute Lüftung, die

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