Der Schweizer Nachwuchs gibt Gas

Wenn sie raus an die Felsen dürfen: Exploits vom Sommer und Herbst

Langstrecke

Der 21-jährigen Wettkampfkletterin Rebekka Stotz1 aus Urdorf gelang Anfang August mit Stop Sika ihre erste 8c-Route – und das in nur einem Tag. Sie war just an dem Tag in Rawyl, als die starke Nina Caprez nach ihrer Begehung der Route noch zum Fotografieren vor Ort war, und profitierte von den Tipps der Kollegin.

Diese hatte nach einer Kletterpause gemeinsam mit Partner CédricLachat im August endlich wieder Fels angefasst. Die Highlights: In Salvan kämpfte sich Cédric Van de Panique (8c) onsight hinauf. In Rawyl kletterten Nina und Cédric Stop Sika (8c). Schliesslich gelang Cédric noch eine schnelle Begehung von Cabane au Canada (9a) in der prallen Sonne.

Obed Hardmeier übte sich in Bürs in Toleranz in Nobody is perfect (8c), während sich Andy Winterleitner die zweite Begehung von Caresse Mentale (8c) in den Gastlosen sicherte.

Kurzstrecke

Der Schweizer Nachwuchs gibt ansonsten vor allem Gas auf der Kurzstrecke: Samuel Ometz2 gelangen drei 8b-Boulder, darunter mit Le Rêve de Faire (Fb 8b) am Sustenpass ein schwerer Boulder im Flash.

Auch Samuels junger Bruder Baptiste Ometz (14 Jahre) sammelte einige harte Boulders ein, ihm es, viermal 8a in einem Tag zu reissen.

Der 16-jährige Giuliano Cameroni kletterte The Riverbed im Magic Wood und No Mystery (beide Fb 8b) in Chironico zwei harte Boulders, ausserdem etablierte er zwei neue: El Toro (Fb 8a+) am Gotthard und The Mentalist (Fb 8a+) in Switz/Wassen.

Benjamin Blaser schaffte im Lindental die Erstbegehung The Grey Shadow (Fb 8b), zwei Wochen später gelang ihm Madrugada (Fb 8a+) am Susten. Kevin Hemund kletterte in Japan Bansousha (Fb 8b/c) den «wohl schwersten Plattenboulder der Welt».

David von Allmen aus Igis schenkte im August dem Magic Wood ein paar spektakulär hohe neue Boulder mit Babel Fish (Fb 8a) und Arkanum (Fb 7c+/8a). Ausserdem kletterte er Freerunner (Fb 8b) am Sustenpass im zweiten Versuch.

Téo Genecand boulderte im September Le son du poète (Fb 8b) in Plex an nur einem Tag und konnte in den Rocklands einige 8a-Boulders abhaken. Das Glück im südafrikanischen Boulderparadies fanden auch: Remo Sommer (27 Jahre) mit 25 Boulders von 8a aufwärts und Matthias König mit The Vice (Fb 8b). Er hatte früher im Jahr noch in Lehn die Route Hybris (8c+) klettern können.

Einen weiteren Bouldererfolg verbuchte Ronny Birchler mit seiner Erstbegehung von Reykjavik low (Fb 8b) am Sustenpass.

Petra Klingler und Petra Dvorak boulderten beide im Darkness to Sunshine (Fb 7c-8a, je nach Start) im Magic Wood, und Prisca Calzascia gelang mit Confessions of a Crap Artist (Fb 7c) in Chironico ein anspruchsvoller Highball.

Marathon

Auch an den grossen Wänden gab es Schweizer Erfolge: Am 30. Juli standen Stephan Siegrist,Dani Arnold, Thomas Huber und Matias Villavicencio auf dem Cerro Torre in Patagonien. Dem Team war eine der äusserst seltenen Winterbesteigungen gelungen, und das über die berühmte Via dei Ragni. Es ist die zweite bekannte Winterbegehung der Route und die dritte im Winter am Cerro Torre.

Matthias Trottmann3 verwirklichte mit Hattori Hanzo an der Titlis-Nordwand die schwerste Nordwandroute der Schweiz. Ihm gelang am 16. August, nach sieben Tagen mit Urs Stöcker3 die Erstbegehung.

Profialpinist Roger Schäli kletterte Anfang August mit Robert Jasper die erste freie Begehung der Ghili – Piola Direttissima an der Eigernordwand. Dann ist er mit David Hefti in 16 Stunden den Jungfraumarathon geklettert: Stägers Bürtblätz (350 m, 7a+). Fätze und Bitze (300 m, 7a). Ausstieg über den berüchtigten und langen Rotbrättgrat auf die Jungfrau.

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