DIAMIR-Tourenbindung: Vorsicht Bruchgefahr! Zum Leserbrief «Schutzengel», ALPEN 8/2000

Die Rückfrage bei der Leserbrief-Verfasserin bestätigte meine Vermutung, dass es sich dabei um eine DIA-MIR-Bindung gehandelt hat, habe ich doch ähnliche Erfahrungen gemacht. In den letzten zwei Wintern war ich ungefähr jede zweite Woche auf einer Skitour. Einmal unterwegs zum Sustenhorn konnte ich plötzlich die DIAMIR-Bindung nur noch mit Mühe auf « Abfahrt » umstellen. Ich nahm mir vor, am Ende der Saison die Ski zur Kontrolle ins Sportgeschäft zu bringen.

Auf der nächsten Tour, unterhalb des Finsteraarhorns, stand ich plötzlich ohne linken Ski auf dem Gletscher; die Titanal-Zentralschiene der Bindung war gebrochen. Zum Glück war der Schnee gefroren, sodass ich mit den Ski auf dem Rucksack das Skidepot erreichte. Zurück vom Gipfel stellte ich fest, dass die Bindung trotz gebrochener Zentralschiene in der « Abfahrtsstellung » noch recht stabil war.

Dem Hüttenwart war mein Problem von andern Fällen her nicht unbekannt; er verfügte über Ersatzbindungen, von der Firma DIAMIR geliefert. Zum Glück hatte die Bindung meine Grosse, nur war der mitgelie-ferte Schraubenzieher unbrauchbar. Unseren vereinten Kräften und dem Bit-Satz meines Swiss-Tools war es zu verdanken, dass die Bindung ausgewechselt und der Heimweg am folgenden Tag wie geplant übers Galmihorn angetreten werden konnte. Kurz unter dem Galmihorn brach dann die zweite Bindung, glücklicherweise nicht ganz, sodass ich noch auf den Gipfel aufsteigen konnte.

Auf Grund dieser Erfahrungen und von Gesprächen mit Tourenkollegen muss ich annehmen, dass die DIAMIR-Bindung bei intensiver Belastung (viele Touren, höhere Gewichts-belastung) brechen kann. Dies kündigt sich meistens dadurch an, dass sich die Bindung nur noch mit Mühe in der Abfahrtsstellung arretieren lässt (Zentralschiene verbogen).

Auf meine Frage betreffend Rückruf bzw. diesbezügliche Warnung erhielt ich von der Herstellerfirma die Auskunft, dass diese Vorfälle prozentual sehr selten und weitere Aktionen (Ersatzbindungen in SAC-Hütten) ihrer Ansicht nach nicht nötig seien. Hoffen wir, dass immer eine entsprechend ausgerüstete Hütte in der Nähe und das nötige Werkzeug vorhanden sind, wenn wieder einmal das seltene Ereignis auftritt.

Paul Kropf

Die Sicherheit und Zufriedenheit der Skifahrer/innen ist für die Firma Fritschi AG Swiss Bindings ein zentraler Wert. Dies gilt bei der Konstruktion und der Herstellung ebenso wie für den Kundenservice. Die Unannehmlichkeiten, die den Leserbriefschrei-bern entstanden sind, bedauern wir ausserordentlich. Entsprechend unserer Philosophie, den Kunden gegenüber kulant zu sein, haben beide selbstverständlich einen vollwertigen Ersatz erhalten.

Die Anzahl der betroffenen Bindungen ist äusserst gering. Wir nehmen Kundenanliegen jedoch sehr ernst und passen alle Produkte laufend den neuesten Erkenntnissen sowie den Bedürfnissen an. Im Rahmen dieses Prozesses wurde die Zentralschiene verstärkt. Zudem wurde der Fachhandel detailliert informiert und über entsprechend zu treffende Massnahmen beim Bindungsservice instruiert.

Stefan Burki, Fritschi AG Swiss Bindings

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