Die Bedeutung des Swiss Cup als nationale Wettkampfreihe

Der Swiss Cup ist eine Wettkampfserie auf nationaler Ebene, in der die leistungsstarken und -stärksten Kletterinnen und Kletterer die Möglichkeit haben, sich an das international gültige Wettkampfsystem zu gewöhnen. Zusätzlich soll der Swiss Cup aber auch eine einfach zu erreichende Plattform für ambitionierte Wett-kampfeinsteiger/innen sein und Gelegenheit bieten, sich mit der nationalen Spitze zu vergleichen.

Praktische Umsetzung Das Erreichen der gesteckten Ziele erfolgt über die Anpassung des Wettkampfmodus: So wird versucht, die Qualifikationsphase zu variieren und möglichst interessant zu gestalten. Da die Meinungen in dieser Frage recht stark auseinandergehen, kommen auch etwas unterschiedliche Austra-gungstypen zur Anwendung.

Qualifikationsrunden sind dazu da, jeder und jedem eine echte Chance zu bieten, wobei die Kletterschwierigkeiten der ersten Routen so gewählt werden, dass sie nicht abschreckend, sondern motivierend wirken. Ein weiterer Schritt, um dieser Anforderung gerecht zu werden, bestand in der direkten Halbfinalqualifikation der aktuell stärksten Schweizer Kletterinnen und Kletterer. Die Halbfinals werden dann nach internationaler Vorgabe ( Weltcup-Modus ) organisiert und führen beim heutigen guten schweizerischen Leistungsniveau im Sportklettern zu qualitativ hochstehenden Wettkämpfen.

Das Resultat Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass diese Wettkampfstruktur die Bildung einer relativ breiten und jungen Leistungsspitze ermöglicht hat. Mit dem Swiss Cup wurde somit auch die Basis für den Aufbau von weiteren, für eine Wettkampfsportart notwendigen, Elementen geschaffen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist der Swiss Cup heute zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des Wettkampfkletterns in der Schweiz geworden.

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Sport- und Wettkampfklettem Was die Anzahl der Veranstaltungen betrifft, so scheinen, neben der relativ grossen Zahl von regionalen Anlässen, 4-5 Wettkämpfe auszureichen. Die dafür geforderte Wett-kampfqualität kann dabei allerdings nur garantiert werden, wenn die Veranstalter die entsprechenden Auflagen nicht nur auf dem Papier, sondern auch vor und während des Wettkampfes in allen Bereichen erfüllen.

Der Swiss Cup im internationalen Vergleich Erst wenige Verbände verfügen über eine ähnlich gute Wettkampfstruktur, wie sie der SAC zur Zeit aufweist. Gut organisiert sind noch Frankreich, Russland, Italien und erstaunlicherweise das kleine, aber sehr aktive Slowenien. Nationen wie Deutschland, England oder Spanien hingegen sind gezwungen, nach einer Phase des vielleicht zu rasch erreichten Hochs und dem folgenden « Totalabsturz » mit der Aufbauarbeit praktisch wieder neu zu beginnen.

Grün dsä tzlich es Der Erfolg einer solchen nach national vorgegebenen Kriterien durchgeführten sportlichen Veranstal-tungsserie wie sie der Swiss Cup ist, lässt sich nur gewährleisten, wenn sowohl die Verantwortlichen, Organisatoren, Sponsoren, Medien, als auch die Sportler dieses sportliche Ereignis ernst nehmen und jeder seinen Teil zum guten Gelingen beiträgt. In einem laufenden ( und noch jungen ) Entwicklungsprozess ist Kritik oft rasch zur Stelle, effizienter wäre aber, konkrete Anregung und Unterstützung zu geben, um beizutragen, den Swiss Cup immer wieder weiter zu verbessern und letztendlich zu einer von allen gemeinsam mitgetragenen Idee werden zu lassen.

Leo Condrau und Hanspeter Sigrist, Sportkletterkommission SAC

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