«Die Berge dienten als Schutz vor Feinden»

In Aserbaidschan ist Bergsteigen ein exotisches Hobby. Israfil Ashurli, Präsident des Bergsteigerverbands, über Schwierigkeiten beim Materialkauf und rechtliche Hürden.

Welchen Stellenwert hat Bergsteigen in Ihrem Land?

Historisch bedingt nehmen die Berge in Aserbaidschan eine wichtige Rolle ein. Sie dienten der Bevölkerung als Schutz vor Feinden. Das Bergsteigen entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts. Heute hat das Land im Vergleich zu Europa zwar wenig Bergsportler, doch wird der Sport bei den Jungen immer beliebter. Im letzten Jahr konnten wir die Mitgliederzahl verdoppeln!

Was ist bei Ihren Mitgliedern besonders beliebt?

Seit rund vier Jahren hat Aserbaidschan zwei grosse Skiresorts. Dadurch fährt eine breitere Bevölkerungsschicht Ski oder geht auf Touren.

Wo sind die besten Plätze?

Aserbaidschan hat eine enorm vielfältige Natur. Von hohen Bergen und Gletschern über tiefe Schluchten bis hin zu dichten Wäldern findet man zum Wandern alles. Kletterer gehen gerne ins Kaukasusgebirge im Norden des Landes. Dort befindet sich auch der höchste Berg in Aserbaidschan, der Bazardüzü.

Was essen Sie typischerweise zum Picknick?

Wir picknicken gerne. Was gegessen wird, hängt sehr von der Region ab.

Wo sehen Sie als Verband die grössten Schwierigkeiten?

Unser Problem ist der Zugang zu den Nationalpärken und damit zu den Klettergebieten. Die Auflagen sind sehr kompliziert. Oft erhält man keine Bewilligung. Deshalb sind wir gezwungen, unsere Ausbildungslager in den Nachbarländern – also Iran, Georgien, Türkei und Russland – durchzuführen. Das trägt natürlich nicht zur Förderung des Bergsports bei …

Azerbaycan Alpinizm Federasiyası

Gründungsjahr: 1963

Anzahl Mitglieder: über 250

Mitgliederbeitrag: 50 Franken

1 Liter Milch: 1 Franken

50-Meter-Einfachseil: Material muss im Ausland gekauft werden.

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