Die Rega im Jahr 1996

Im Jahr 1996 haben 6288 Menschen durch die Rega Hilfe aus der Luft erhalten Die Anzahl der Rega-Einsätze ist im Vergleich zum Vorjahr um 211 ( 2,. " " .7% ) auf 7742 zurückgegangen. Diese Zahlen wurden an den traditionellen jährlichen Pressekonferenzen in Zürich, Lausanne und Locarno bekanntgegeben.

Die Rega verfügt zur Zeit über eine Flotte von 15 Helikoptern Agusta, die auf 10 Helikopterbasen stationiert sind, und arbeitet ausserdem mit örtlichen Partnern im Wallis, in Genf, Zweisimmen ( BE ) und Mollis ( GL ) zusammen.

Rückgang der Einsatzzahlen 1996 flog die Rega 2160 Einsätze für bereits in medizinischer Behandlung befindliche Personen, zum Beispiel Verlegungsflüge von einem Regionalspital in ein zentrales Spital oder eine Spezialklinik. Diese sogenannten Sekundäreinsätze haben gegenüber dem Vorjahr um 340 ( 13,. " " .6% ) abgenommen. Ihr Rückgang ist vermutlich auf die neuen Bedingungen im Gesundheitswesen als Folge der Änderungen im Kranken-versicherungsgesetz zurückzuführen.

Die Primäreinsätze, bei denen der Patient zuerst auf der Unfallstelle eine medizinische Erstversorgung erhält und dann in ein Spital geflogen wird, sind dagegen um 29 auf 3853 angestiegen. Die Veränderungen bei den einzelnen Einsätzen sind vor allem durch das Wetter bedingt, die grössten Schwankungen sind bei Lawinen-, Sport- und Wintersportun-fällen festzustellen.

Die Rega, eine schweizerische Leistung Die Rega wurde 1952 als Verein gegründet und 1979 in eine Stiftung umgewandelt. Heute wird sie von einem 16 köpfigen Stiftungsrat geleitet, für die Geschäftsführung ist die dreiköpfige Geschäftsleitung verantwortlich. Ende 1996 beschäftigte die Rega 256 Voll- oder Teilzeitange-stellte: 49 Personen in der Technik, 28 Helikopterpiloten, 17 Jetpiloten, 31 Einsatzleiterinnen und -leiter, 20 Ärztinnen und Ärzte, 13 Krankenschwestern, 25 Rettungssanitäter, 73 Personen in der Verwaltung.

Bei einem Lawinenniedergang ist es ein dringendes Gebot, die Hilfsmannschaf-ten so schnell wie möglich an den Unfallort zu bringen; hier eine Rettungsgruppe des SAC und Lawinenhunde, die zu einer Übung in Leysin mit dem Helikopter eingeflogen wurden.

Die Stiftungsgrundsätze lehnen sich an die Grundsätze des Roten Kreuzes an: « Die Rega bezweckt, in Not geratenen und hilfsbedürftigen Menschen in Anwendung der Grundsätze des Roten Kreuzes zu helfen -ohne Ansehen der Person, der finanziellen Leistungsfähigkeit, der sozialen Stellung, der Nationalität, des Glaubens oder der politischen Überzeugung. Die Rega hilft überall da, wo durch den Einsatz ihrer Mittel Leben oder Gesundheit von Mitmenschen erhalten, geschont oder geschützt werden kann. » Die Rega leistet ihre Einsätze von zehn eigenen Helikopterbasen aus ( Basel, Bern, Erstfeld, Gsteigwiler, Lausanne, Locarno, Samedan, St.. " " .Gal-len, Untervaz, Zürich ), dazu kommen die drei von Partnern betriebenen Basen von Mollis, Zweisimmen und Genf; auch im Wallis ( Sitten und Collombey ) arbeitet die Rega mit lokalen Partnern zusammen. Der Finanzbedarf der Rega wird zu rund zwei Dritteln durch Spendengelder gedeckt, die Zahl der Gönner ist 1996 auf 1,4 Millionen angestiegen. Das Zusammenspiel der drei Komponenten humanitäre Verpflichtung, Garantie schneller Hilfe und hoher technischer Standard hat in der Schweiz psychologisch und sozial einen ausserordentlich günstigen Boden vorgefunden; das hat dazu geführt, dass die Rega heute über äusserst leistungsfähige und spezialisierte Flugzeuge und Mitarbeiter verfügen kann. Ausser den vor allem für den Einsatz in der Schweiz vorgesehenen Helikoptern ist sie im Besitz von drei Ambulanzjets, die für Repatriierungsflüge von Kranken oder Verletzten aus der ganzen Welt eingesetzt werden.

Rasche Alarmierung und medizinische Hilfe am Unfallort Die Zeiten, als die Hauptaufgabe des Helikopters darin bestand, den Patienten so schnell wie möglich in ein Spital zu befördern und dort der Notfallstation zu übergeben, sind vorbei. Bei modernen Rettungseinsätzen geschieht das Umgekehrte: Der Helikopter bringt die medizinische Hilfe an den Unfallort. Ein schneller Einsatz ist für eine medizinische Hilfe und damit für das Leben und die Gesundung des Verletzten entscheidend. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass das Bewusstsein der Dringlichkeit vor allem für den Zeitraum zwischen Unfall und Alarmierung wichtig ist und weniger den zwischen Alarm und Eintreffen der Helfer betrifft. Denn die Rega verfügt nicht nur über eine Flotte besonders schneller Helikopter - die heute eingesetzte Agusta A-109-K2 ist erheblich schneller als die frühere Alouette -, sondern, und das ist wesentlich, kann auch von einem ausserordentlich dichten Netz von Helikopterbasen aus ihre Einsätze leisten. Aber die grosse Verbreitung von Telefon und Funk, die es ermöglicht, sofort nach dem Unfall Hilfe anzufordern, hat sich in der Praxis - falls sie richtig genutzt wird - als noch wesentlicher erwiesen.

Primäreinsätze der Rega 1996 in der Schweiz Die von der Rega im Jahr 1996 in der Schweiz durchgeführten 3853 Primäreinsätze verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Sparten:

Bergunfälle 319 ( 8,. " " 3 Wintersportunfälle 1051 ( 27,. " " 3 Lawinenunfälle 17 ( 0,. " " 4 Verkehrsunfälle 900 ( 23,. " " 3 Arbeitsunfälle 461 ( 12,. " " 0 Flugunfälle 120(3,. " " 1 Sportunfälle 120(5,. " " 8 Krankheiten 442 ( 11,. " " 5 Sonstiges 318 ( 8,. " " .3% ) Man kann also feststellen, dass die Einsätze im Gebirge ( Bergunfälle, Lawinenunfälle, ein Teil der Flugunfälle ) nur einen kleinen Teil, ungefähr 10%, ausmachen.

Partner und Konkurrenten Die Rega besitzt im Wallis keine eigene Basis, die Gesellschaften Air-Glaciers und Air Zermatt beherrschen seit langem den Walliser Luftraum. Sie beteiligt sich jedoch trotzdem, und zwar als Partnerin der Air-Gla-ciers, durch die Bereitstellung ihrer medizinischen Ausrüstung ( Material und Personal ). Soweit es um die Werbung von Gönnern geht, sind Air-Gla-ciers und Rega Konkurrenten, aber auch da konnte eine Übereinkunft getroffen werden: Die Rega-Gönner kommen in der ganzen Schweiz einschliesslich des Wallis zu ihrem Recht, und die Gönner der Air-Glaciers können ausserhalb des Wallis die Hilfe der Rega in Anspruch nehmen.

Rega und SAC Rega und SAC unterhalten nützliche und notwendige Beziehungen, sowohl durch die Koordinierung von terrestrischer Rettung ( die der SAC übernimmt ) und Helikoptereinsatz als auch durch eine finanzielle Beteiligung der Rega an dem Aufwand des SAC für Rettungen im Gebirge. Ausserdem ermöglicht die Rega der SAC-Jugend, zu einem bescheidenen Preis Rega-Gönner zu werden.

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« Village du livre »: ein Modell findet Nachahmer Das Modell « Village du livre » geht auf eine Idee des Engländers Richard Booth zurück, der im Jahr 1953 in Hay-on-Wye, einem Städtchen an der englisch-walisischen Grenze, die erste « Book Town » einrichtete. Es ging darum, an einem Ort, der leicht zugänglich war, aber weitab vom Gedränge von Grossstädten wie London und Paris, Bücher aus zweiter Hand zum Verkauf anzubieten. Der Erfolg übertraf alle Erwartungen, denn heute besuchen rund eine Million Leute pro Jahr die « Book Town » Hay-on-Wye, und das Konzept der dezentralisierten Bücherstadt wurde in Belgien, Frankreich, Holland, Japan, Malaysia, den USA, Norwegen und der Schweiz kopiert. Auch China wird dazukommen. Diese Bücher-städte haben eine Reihe von Prinzipien gemeinsam: das gemütliche Beisammensein, die Kleinheit des Ortes, die Einfachheit und die Tatsache, dass die gebrauchten Bücher von tendenziell eher spezialisierten Buchantiqua-riaten feilgeboten werden.

Das Schweizer « Village du livre » ist St-Pierre-de-Clages. Es existiert seit zwei Jahren und wird von den Promotoren ( Privatleute, die von privater Seite und von der öffentlichen Hand unterstützt werden ) zu einer permanenten Institution ausgebaut, die-Föderalismus sei Dank - mehrsprachig und für eine grosse Themenvielfalt offen sein soll.

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