Die Route exakt einzeichnen ist wichtig – auch am Computer Neues Tourenplanungsmodul auf White Risk

Das Tourenplanungsmodul auf der Plattform White Risk wurde überarbeitet und ist noch enger mit der gleichnamigen App verknüpft. Es stehen neue Layer und interessante Anwendungsmöglichkeiten bereit – etwa die automatische Erkennung von potenziellen Schlüsselstellen.

Skitouren und Schneeschuhwanderungen liegen im Trend. Das A und O für ein genussreiches und sicheres Bergerlebnis ist eine seriöse Tourenplanung. Dabei gilt es, die Verhältnisse, das Gelände und den Faktor Mensch zu berücksichtigen. Das gelingt zum Beispiel mit dem erneuerten Tourenplanungsmodul Tour auf der Lawinenpräventionsplattform White Risk (whiterisk.ch). Es erscheint mit einem konstant sichtbaren Kartenbereich und einer neuen Menüführung, mit der alle nötigen Planungsschritte vorgenommen werden können. Die persönlich abgespeicherten Touren sind auf der Karte ersichtlich und lassen sich dort anwählen und weiterbearbeiten.

Nebst dem Studium des Lawinenbulletins und der Wetterlage ist auch das Kartenlesen grundlegend beim Vorbereiten von Touren. Denn wer das Lawinenrisiko beurteilen will, muss das Gelände interpretieren können. Mit speziellen Lawinengeländekarten unterstützt das Tourenplanungstool von White Risk den Nutzer bei der Interpretation des Geländes. Die Karten enthalten zusätzliche Infos zu potenziellen Lawinenanriss- und -auslaufgebieten, die für Wintersportler typischerweise gefährlich sein können («Die Alpen» 01/2019). Hat man eine Route eingezeichnet, erkennt eine neu eingebaute Funktion automatisch mögliche Schlüsselstellen und weist somit auf Orte hin, die für die Beurteilung des Lawinenrisikos besonders relevant sind. Diese gelb markierten Schlüsselstellen zeigen die Gefährdung, die vom Gelände ausgeht – dies im Hinblick auf eine mögliche Lawinenauslösung sowie auf die sich daraus ergebenden Konsequenzen einer Lawinenerfassung. Die Geländeinformationen können dann mit den Informationen zur Tour, zu den Verhältnissen und zu den Teilnehmern in die Gesamtbeurteilung einbezogen werden. Schlüsselstellen sind zudem auch manuell definierbar.

Selbst wenn GPS-Tracks von Touren im Internet verfügbar sind, sollte man die geplante Route einzeichnen oder zumindest den Track anpassen. Dank der automatischen Erkennung von potenziellen Schlüsselstellen werden unpräzis gezeichnete Routenabschnitte sofort entlarvt. Dadurch wird der Nutzer angespornt, die Route exakt zu zeichnen. Für die vollständige Tourenplanung lassen sich alle weiteren Informationen und Ersteinschätzungen zur Tour eintragen und speichern. Sämtliche Informationen einer geplanten Tour werden automatisch mit der App White Risk synchronisiert.

Tourenplanung auch unterwegs möglich

Die App White Risk informiert mit dem Lawinenbulletin sowie mit Schnee- und Wetterdaten über die aktuelle Schnee- und Lawinensituation in der Schweiz. Im Modul Tour werden die Routen und die Planungsinhalte synchronisiert. Sie sind in der App offline bearbeitbar. So kann auch in der Hütte ohne Weiteres eine Tour auf dem Handy geplant werden. Sobald Internetempfang besteht, werden Änderungen wieder abgeglichen. Es empfiehlt sich aber, die topografischen Karten für die Tourenregion vorgängig herunterzuladen. Nur dann können Touren mit allen Kartenlayern auch ohne Mobilfunkempfang geplant und die Ortungsfunktionen unterwegs zuverlässig genutzt werden. Um den Akku zu schonen, ist es ratsam, das Handy unterwegs im Flugmodus zu verwenden. Alle nötigen Funktionen bleiben dabei erhalten. Als Back-up kann die gesamte Tour mit den Gruppenmitgliedern über einen Link geteilt werden. Auf diese Weise haben alle Teilnehmenden die geplante Tour auf ihrem Handy. Letztlich gibt es auch die Möglichkeit, die Planung als Ausdruck mitzunehmen.

Verfügbare Karten und Layer

Auf der Webplattform und in der App sind die gleichen Karten und Layer vorhanden. Für die Schweiz stehen swisstopo-Karten mit folgenden Zusatzlayern zur Verfügung: Hangneigungsklassen, Lawinengeländelayer, Wildruhezonen, Skitouren- und Schnee-schuhrouten, Skipisten, öV-Haltestellen, eigene Touren sowie Luftbilder (nur online). Für die Gebirgsregionen Frankreichs und für ganz Österreich stehen im Moment Topokarten mit Hangneigungslayern zur Verfügung. Für alle Regionen der Welt sind zudem OpenStreetMaps vorhanden. Egal, in welchem Land man ist, das Tourenplanungstool mit der App bleibt gleich.

{f:if(condition: label, then: label, else: header} Tipps und Tricks zum Tourenplanungstool

· Punkte löschen beim Zeichnen: Eckpunkte einer Route können im Zeichnungsmodus durch Anklicken beziehungsweise Antippen gelöscht werden.

· Layertransparenz in der App: Durch langes Drücken auf den Layerbutton und eine Scrollbewegung nach links oder rechts lässt sich die Transparenz des Layers beliebig einstellen.

· Punktuelle Information zu einem frei wählbaren Ort in der App: Ein langes Drücken auf einen beliebigen Ort auf der Karte liefert Koordinaten, Höhenlage, Steilheit und Exposition des Punktes.

· Suche: Das Suchfeld im Web sucht gleichzeitig nach eigenen Touren und Ortsangaben weltweit.

· Import/Export von GPX-Tracks: Beim Erstellen einer neuen Tour kann ein bestehender GPX-Track importiert werden. Eine Tour muss aktiviert sein, damit sie sich mit dem Button «Teilen» als Link oder GPX-Track exportieren lässt.

Viel Inhalt rund um Lawinen

Die Lawinenpräventionsplattform White Risk ist nicht nur ein Tourenplanungstool und eine Info-App mit Lawinenbulletin, sondern vermittelt mit den Webmodulen Explore und Learn auch viel Lawinenwissen. Mit dem Modul Pro können Ausbildner sogar Präsentationen mit White-Risk-Inhalten erstellen.

White Risk wird vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und von der Suva herausgegeben und ist in vier Sprachen verfügbar. Mit einem Standardabo für 29 Franken pro Jahr können das Tourenplanungstool und alle E‑Learning-Lektionen vollumfänglich genutzt werden. Das Modul Explore ist neu frei zugänglich.

Mehr Infos unter whiterisk.ch

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