Drachenloch 1917–23. Die Protokolle und Briefe der Ausgräber Theophil Nigg und Emil Bächler – eine Chronik der Drachenloch-Ausgrabungen.

ISBN 978-3-033-01616-3, Bezug beim Ortsmuseum Vättis: www.vaettis.ch. Fr. 11O.–

Das Drachenloch imponiert bereits durch seine Lage auf 2427 m ü. M., hoch über Vättis im Taminatal. Die Korrosionshöhle im Seewer-Kalk des Drachenbergs erregte aber auch durch die Funde in der Höhle die Aufmerksamkeit. So gruben zwischen 1917 und 1923 Theophil Nigg, Lehrer in Vättis, und Emil Bächler, Archäologe beim Kanton St. Gallen, Höhlenbärenknochen mit Schnittspuren aus, wie auch Reste von Feuerstellen und Steine, die sie als Steinwerkzeuge interpretierten. In der Folge spekulierten die Forscher auch über einen Bärenkult der Neandertaler an diesem Ort. Peter Baumann kommt nun das Verdienst zu, dass er den ganzen Briefwechsel der Ausgräber zusammengestellt und erstmals publiziert hat. Für Geschichtsfreunde lässt sich dabei fast unmittelbar mitverfolgen, wie damals eine Ausgrabung bei einer solch abgelegenen Fundstelle durchgeführt wurde. Auch für Forschungen dürfte das Buch eine wichtige Quelle sein, da es beispielsweise zeigt, wie Bächler auch das Seine beitrug, dass der Bärenkult später angezweifelt wurde. Die Frage bleibt aber, ob sich die Forschung nochmals dem Drachenloch annimmt, wie sich das der Autor wünscht. Denn momentan graben Wissenschaftler lieber in den Genen, als dass sie ausgeräumte Höhlen nochmals unter die Lupe nehmen.

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