Ein Dank an die Retter!

Dass ich heute, Mitte September, einen Leserbrief an DIE ALPEN schreiben kann, grenzt an ein Wunder, das nur dank besonnenem, hoch professionellem Handeln von zahlreichen Personen möglich war, die mich bei einem schweren Bergunfall gerettet haben.

Am 1. August war ich mit meinem Kameraden Oliver unterwegs an der Westkante der Vorderspitze in den Engelhörnern. Nachdem wir schon nur mit Mühe den Einstieg gefunden hatten, verstiegen wir uns bei der grossen Querung in die Westflanke. Wegen einer Fehlinterpretation des Topos geriet ich als Vorsteiger in Schwierigkeiten, sodass mir nichts mehr anderes übrig blieb, als meinem Kameraden zuzurufen: « Achtung, ich fliege !» Als ich nach dem Sturz aus kurzer Ohnmacht erwachte, konnte ich instinktiv und mit allerletzter Kraft meinen Oberkörper hochziehen und so wenigstens sitzend auf die Helfer warten. Bewegen konnte ich mich kaum noch.

Damit begann die sehr aufwändige Rettung. Zuerst seilte sich ein Kletterer zu mir ab, der sich als Bergführer Martin Bühler zu erkennen gab. « Du lebst noch. Dein Sturz hat fürchterlich ausgesehen !», stellte er er-leichtertfest. Ich meinerseits war sehr froh, dass ich einen Profi an meiner Seite hatte. Die Rega war auch schon per Natel alarmiert. Martin richtete auf dem einzigen, kleinen, schräg abfallenden Felssims ca. einen Meter unter mir meinen Wartesitz-platz ein. Schon bald schwebte ein erster roter Helfer, 60 m unter dem Helikopter an der Seilwinde hängend, zu uns herab. Klick - klick und der Chef der SAC-Rettungskolonne Oberhasli, Otto von Allmen persönlich, hatte sich eingehängt. Der zweite Retter, Ernst Kohler, liess nicht lange auf sich warten. Er bohrte unmittelbar über mir drei Fixpunkte.

Alles war nun bereit - somit konnte auch noch die fünfte Person in unseren « Adlerhorst » eingeflogen wer-

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