Ein paar Gegenfragen in Sachen CO2

Zur Serie CO2-neutral, «Die Alpen»

Ist es heroisch, mit dem öV zum Ausgangspunkt zu fahren, Flohmärkte zu organisieren und Wasserfilter zu konstruieren, um die CO2-Bilanz zu schönen? Gegenfrage: Warum muss auf 3000 Metern über Meer jeglicher Komfort vorhanden sein? Kletterfinken und Schuhe besohlen ist die Idee schlechthin. Meist steht der Preis im Raum, den der Schuhmacher erzielen muss, um sein Leben zu bestreiten. Gegenfrage: Warum ist der Preis ausschlaggebend und nicht die CO2-Bilanz?

Wie gleichgültig man mit anderem Equipment umgeht, steht im Artikel Raus mit den Batterien. Als bergaffiner Mensch weiss ich, dass der Ausrüstung ausgesprochen Sorge getragen werden muss. Gegenfrage: Warum entstehen solche Bilder mit ausgelaufenen Batterien und korrodierten Schnallen? Es sind Gleichgültigkeit und die finanziellen Mittel, die zu diesem Umgang mit Material und Umwelt führen.

Energieverbrauch jeglicher Art und CO2-Erzeugung schlechthin schreiten Hand in Hand durch unser Leben. Weder ein Zertifikat noch ein CO2-Gesetz kann uns helfen, unsere CO2-Bilanz zu verkleinern. Nur durch Einschränkungen, Verringern der Wegwerfgesellschaft und die Pflege und Reparatur des bestehenden Materials können wir CO2-neutraler werden.

Die Atmung der Lebewesen ist im Kohlenstoffkreislauf neutral (kein Klimaeffekt). Aber um die Atmung eines Menschen von 500 kg CO2 pro Jahr zu kompensieren, muss eine Buche, die 12 kg CO2 pro Jahr bindet, 40 Jahre wachsen, was einer Generation entspricht – was erstaunt. Und zum Nachdenken anregt!

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