Einsatz im Alpstein

«Einsatz im Alpstein» – den hat Angelika Wessels geleistet. Um den gleichnamigen Roman schreiben zu können, benötigte die Autorin vertiefte Kenntnisse der Gegend. Dafür reichte eine Recherche am Schreibtisch nicht aus: Sie musste viel im Alp­stein unterwegs sein. Das profunde lokale Wissen ermöglicht ihr, die Leser kaum bekannte Plätze erleben zu lassen. Etwa die Löchlibetter in der Nähe des Rotsteinpasses oder den Jägersteig, der zum Marwees führt.

Neben dem Alpstein, den Wessels atmosphärisch einfängt, spielt Gianfranco Koller die Hauptrolle: der neu ernannte Chef der Rettungskolonne Appenzell. Innerhalb eines Jahres nimmt er an verschiedenen Übungen und Einsätzen teil, geht in die Berge, tritt eine Stelle bei einer Privatschule in Appenzell an und pflegt die Beziehung zu seiner künstlerisch tätigen Frau. Die Konstruktion des Romans ermöglicht der Autorin, die verschiedensten Themen aufzugreifen: Einsätze für unbedarfte Bergsteiger, Suizid, Vetternwirtschaft, aber auch romantische Bergerlebnisse.

Diese Fülle ist auch eine der Schwächen des Buches. Die Stärke des Romans ist, dass man bei der Lektüre von zu Hause verschiedenste Facetten des Alpsteins erleben kann.

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