Elektronik für Alpinisten - wie teuer und wieviel?

Der Leserbrief in den ALPEN 2/98 « Zum Preis der Notfunkgeräte » hat mir aus dem Herzen gesprochen. Vergleicht man z.B. die Preise für Natel-geräte mit ihren weit aufwendigeren Funktionen, möglichen Zusatzfunktionen und dahintersteckender Netz-infrastruktur mit den Notfunkgeräten, die nur auf einer bestimmten Frequenz einen Erreichbarkeitstest durchführen und von einer einzigen Stelle Gespräche senden und empfangen können, dann wirken die geforderten Preise alles andere als « preiswert ». Noch diskutabler scheint mir die Preissituation bei einem Funk-tionsvergleich zwischen LVS ( auch einer Art von - einfachem - Notfunkgerät ) und einem Natel.

Sicher kann man entgegnen, dass bei der Alpinisten-Elektronik die Entwicklungskosten hoch, die Serien klein und die Gespräche gratis sind. Wenn aber diese Geräte wesentlich günstiger angeboten würden, ist anzunehmen, dass auch viel mehr Leute ( jeder Variantenskifahrer und jeder Snöber ) ein solches Gerät anschaffen würden.

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Bedeutung der Elektronik im Alpinismusbereich stellt sich noch eine weitere Frage: Nimmt diese im Rucksack des verantwortungsbewussten Bergsteigers und -wanderers nicht allmählich einen immer grösseren Raum ( mit entsprechendem Gewicht ) ein? Das Natel wird meist ohnehin schon mitgeführt ( als Verbindung mit den Angehörigen oder um unterwegs umdisponieren zu können ). Befindet man sich in einem « Natel-Loch », muss bei einem Unglücksfall das Notfunkgerät zum Einsatz kommen. Als Orientierungshilfe ( z.. " " .B. im Nebel ) sollte das GPS mitgeführt werden, und ist man als Skifahrer unterwegs, so gehört natürlich noch das LVS zur Standardausrüstung.

Wäre es somit nicht sinnvoll, ein Gerät zu konstruieren, das das Natel, ein ( REGA-)Notfunkgerät und das GPS in einem Gehäuse vereint? Für ein derartiges Gerät wäre man dann sicher auch bereit, den Preis zu zahlen, den ich heute für ein Notfunkgerät als wesentlich zu hoch erachte.

Hans Dummermuth, Ittigen ( BE )

tLPEN-Nachrichten

notiziario delle ALPI

durch eine britische und eine japanische Gruppe scheiterten hingegen im September und im Oktober. Genau gleich erging es einem Team mit drei deutschen Kletterern, das sich am Ostgrat versuchte. Der Shivling ist besonders im Bereich schwieriger Kletterrouten ein interessanter Berg, und es gibt hier auch noch einige Varianten zu eröffnen.

Thalay Shagar und Kedarnath Der Thalay Shagar ( 6904 m ) ist ein anderer Gipfel, an dem wahrscheinlich noch neue schwere Varianten zu entdecken sind. Die Erstbesteigung

Nouvelles des ALPES

a Im Verlauf des Jahres 1997 wurden im indischen Himalaya einige bedeutende Besteigungen erfolgreich durchgeführt. Dazu wurden zahlreiche schwierige Klettereien versucht. Die meisten Unternehmen gelangen kleinen Gruppen, die aus verschiedenen Ländern kamen. Generell lässt sich festhalten, dass die Bergsteiger offenbar ein grosses Interesse an Expeditionen in allen Regionen haben, die für Ausländer offen sind, ungeachtet der bürokratischen Hürden, die die Beschaffung einer Besteigungsbewilligung erschweren.

Kumaon und Garhwal Changbang Eine der bestechendsten Besteigungen des Jahres 1997 war diejenige der rund 1400 m hohen Nordwand des Changbang ( 6864 m ) durch eine Gruppe britischer Bergsteiger mit R. Payne, J.A. Clyma, B. Murphy, S. Sustad, M. Fowler und A. Cave. Die in drei Gruppen aufgeteilte Expedition begann die Ersteigung der Wand zwischen dem 22. und dem 24. Mai. Nach 10 Tagen in der Wand unter mehrheitlich schlechten Wetterbedingungen erreichten Cave und Murphy am 1. Juni den Gipfel. Während des Abstiegs auf der Südseite geriet die Gruppe in eine Eislawine, wobei Murphy getötet wurde. 16 Tage nach ihrem Aufbruch erreichten Fowler und Sustad das Basislager auf dem Bangini-Gletscher über den Chang-bang-Gletscher, einen Pass und den Rhamani-Gletscher.

Shivling Am Shivling ( 6543 m ) gelang einer italienischen Gruppe im August die Besteigung über eine 1984 eröffnete Route am Westgrat. Zwei weitere Versuche auf der gleichen Route erfolgte 1979 von Nordwesten her, und in den achtziger Jahren gelangen Besteigungen über den Nordost-Pfeiler. Am 19. September 1997 erreichte eine Seilschaft von drei Australiern den Gipfel durch die Nordwand.

Ein Versuch in der noch unerstiegenen Südwand des Kedarnath ( 6940 m ) durch neun Koreaner musste wegen schlechten Wetters und einer Lawine abgebrochen werden.

Der Thalay Shagar ( 6904 m ), vom Shivling aus Die Nordwand des Changbang ( 6864 m ). Die 1997 in dieser Wand von einer britischen Gruppe eröffnete Route erforderte sechs Biwaks.

Himachal Pradesh Drei Premieren sind aus dieser Region zu melden: Der Südostgipfel des Gya ( 6680 m ) wurde im April von einer Gruppe mit drei Bergsteigern aus Bombay bestiegen; der Nordgipfel des gleichen Bergs ( 6520 m ) wurde von einer fünf köpf igen Seilschaft aus Delhi erreicht, und schliesslich gelang einer grossen indo-asiatischen Gruppe im August die Besteigung des Gyasumpa ( 6480 m ).

Ladakh Auch hier wurden einige Gipfel erstbestiegen: derjenige des Kula ( 6546 m ) im Juli von einer elfköpfigen Gruppe aus Japan und derjenige des Pologonka ( 6632 m ) im August von zwei Mitgliedern einer britischen Vierergruppe.

Weitere Besteigungen und Expeditionen Einem französischen Bergsteiger gelang vom 18. bis 2O. August eine Solobesteigung des Kun ( 7135 m, Zanskar ).

Eine Reihe von Expeditionen führte im Juni eine Gruppe von Mitgliedern der « The Mountaineers » ( Bombay ) unter der Leitung von Harish Kapadia zu den Gletschern südlich von Badrinath, in Richtung eines hohen Passes, der nach Kedarnath führt. Der Gletscher Bhagirath Kharak im Nordosten von Badrinath wurde ebenfalls in Richtung eines hohen Passes, der Die 1300 m hohe Nordwand des Thalay Shagar ( 6904 m ), die 1997 von einer australischen Seilschaft erstmals begangen wurde. Die Besteigung dauerte acht Tage und der Abstieg erfolgte am neunten Tag mittels Abseilen über die Wand.

zum Gangotri-Gletscher führt, erforscht ( der Pass wurde bisher ein einziges Mal, 1912 von CF. Meade zusammen mit seinem Bergführer aus Savoyen, erreicht ). Bevor die Gruppe durch das Arwa-Tal nach Badrinath zurückkehrte, bestieg sie drei Gipfel zwischen 5360 m und 5650 m und überquerte zwei Pässe zwischen 5700 m und 5800 m.

Ein Gruppe von acht indischen Frauen, unterstützt vom Himalayan Club, machte eine grosse Ost-West-Überquerung des Himalaya. Sie verliessen Arunachal Pradesh am 4. Februar und durchquerten zu Fuss Bhutan, Sikkim, Nepal, Garhwal, Kinnaur, Spiti und Ladakh. Einzig drei Frauen absolvierten den ganzen Marsch, der am 2O. August am Karakoram-Pass zu Ende ging. Die Route war 4500 km lang, der Marsch dauerte 198 Tage und führte über 36 Pässe, die höher sind als 3000 m.

Schliesslich ist festzuhalten, dass offenbar Sikkim von den Hochge-birgs-Expeditionen gemieden wird, was vermutlich damit zu tun hat, dass zwei Bewilligungen eingeholt werden müssen, eine von der Indian Mountaineering Foundation und eine von der Regierung in Sikkim, und beide bezahlt werden müssen.

Gem. Mtlg. Trevor Bra harn ', Lausanne ( ü )

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