Erfolgreiche Eisklettersaison. Eis- und Sportkletterer in einem Team

Mit den Eiskletter-Weltmeisterschaf-ten in Saas Fee fand zum achten Mal ein internationaler Wettkampf in der Schweiz statt. Wie stark sich das Eisklettern von Jahr zu Jahr entwickelt, lässt sich am besten an diesem Top-event beobachten.

Wie in den Jahren zuvor überzeugte die Schweiz mit einer starken Präsenz in den Finals: Ziel des Nationaltrainers Urs Stöcker war es, in Saas Fee einen Weltmeistertitel zu gewinnen. Simon Wandeler und Petra Müller hatten die besten Chancen, mussten sich aber nach knappen Entscheidungen mit der Bronzemedaille begnügen. Im Gesamtklassement gewann die Schweiz insgesamt zwei Sil-bermedaillen, womit die Athleten endgültig bewiesen, dass die Schweiz an der Spitze mithalten kann – obwohl Niveau und Leistungsdichte noch einmal deutlich zugenommen haben.

Unterdisziplin oder eigenständige Sportart?

Eisklettern als Wettkampfsport ist eine junge Disziplin, die internationalen Verbandsstrukturen sind noch diffus, und die Zahl der teilnehmenden Nationen ist vergleichsweise klein. Deshalb handhabt jedes Land den Sport unterschiedlich, je nachdem, was es sich von der eigenen Eiskletterelite erhoffen kann. Die Schweiz hat das Glück, bereits auf starken Athleten aufbauen zu können. Um dieses Niveau langfristig zu halten, ist Eisklettern seit drei Jahren eine vom SAC geförderte Disziplin des Sportkletterns. Das Spezielle an der Zusammensetzung der Schweizer Nationalmannschaft aber ist, dass die Athleten entweder anerkannte, höchst routinierte Vertreter des Eiskletterns oder leistungsstarke Sportkletterer sind, die dank ihrer Bewegungs-begabung und ihrer Vielseitigkeit auch in einer anderen Disziplin erfolgreich sein können. Beide Athletentypen gilt es, in einem Team mit geeigneten Massnahmen so zusammenzubringen, dass sie voneinander profitieren können.

Voneinander lernen als Erfolgsrezept

Urs Stöcker hat als Nationaltrainer Eisklettern diese diffizile Aufgabe zu Beginn des letzten Jahres übernommen und in gemeinsamen Trainings in der Vorbereitung und vor den wichtigen Wettkämpfen mit seinem Team grosse Fortschritte erzielen können. Die Planung für die jeweils kurze Saison in den Monaten Januar und Februar beginnt im Juni des Vorjahres. Insbesondere gilt es, zu berücksichtigen, dass jene Athleten, die als Sportkletterer aktiv sind, jeweils in der zweiten Jahreshälfte noch mitten in ihrer Wettkampfsaison stehen. Wichtiger Bestandteil der Vorbereitungen und Teil des Erfolges ist das Wissen der Athleten selbst. So verfügen die Eiskletterer Petra Müller, Jack Müller sowie Urs Odermatt über einen immensen Erfahrungsschatz. Diesen geben sie bereitwillig an die meist jüngeren Sportkletterer weiter. Letztere bringen beste physische Voraussetzungen mit und können dank ihren ausserordentlichen Fähigkeiten im Bereich der Bewegungs-koordination sehr schnell neue Elemente dazulernen.

Sportkletterer souverän im Eis

Aus dieser Kombination resultieren Leistungen, wie sie die Sportkletterer Daniel Winkler und der noch um drei Jahre jüngere Patrick Aufdenblatten dieses Jahr in Saas Fee vollbracht haben, als sie WM-Sieger 2007 in Saas Fee: in der Mitte Difficulty-Weltmeister Evgeny Kryvosheytsev aus der Ukraine, links der Russe Alexey Tomilov ( 2.. " " .Rang ) und der Schweizer Simon Wandeler ( 3.. " " .Rang ), im Gesamtklassement wurde er Vierter.

Die Sportkletterspezialistin Alexandra Eyer ging fremd: Sie erreichte an der Difficulty-WM in Saas Fee den 5. Rang.

Der Eliteeiskletterer Urs Odermatt reüssierte in Saas Fee nicht nach Wunsch. Dafür vermochte er an der Speed-WM in Rumänien mit dem 5. Rang aufzutrumpfen.

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Schweizer/innen im Gesamtklassement 2007 der ersten 10 Difficulty Damen: 2. Petra Müller 9. Alexandra Eyer Difficulty Herren: 4. Simon Wandeler 6. Jack Müller 8. Patrik Aufdenblatten Speed Herren 7. Urs Odermatt Den Damen gelang es nicht, sich in der Disziplin Speed unter den ersten 10 zu platzieren. Weitere Infos und Bilder gibt es unter www.sac-cas.ch oder www.uiaa.ch.

es unter die ersten zehn schafften: Sie klettern mit unglaublicher Leichtigkeit und scheinen den Geräten blindlings zu vertrauen. Auch Sprünge in eine Dachpassage hinein vermögen sie kaum zu beeindrucken. Erst wenn sie an einer technischen Stelle scheitern, weil sie den neusten Trick vielleicht noch nicht gesehen haben oder ihnen doch einmal die Kraft ausgeht, vermag der staunende Zuschauer abzuschätzen, welch sportlicher Leistung er gerade beigewohnt hat. a Hanspeter Sigrist, Chef Leistungssport SAC Fotos: Klaus Fengler

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