Feinstaub und Verkehr

Ich bin einverstanden mit Stefan Hartmann, der in seinem Artikel « Ohne Feinstaub in den Pulver » ( « Die Alpen » 3/2011 ) verlangt, dass wir uns überlegen, ob wir mit dem Auto in die Berge fahren wollen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass das je nach Region nicht so einfach ist. Ich lebe im Tessin, und ich versichere Ihnen, dass die Organisation eines Tagesausflugs ins Gebirge mit dem öV einer Odyssee gleicht. Will man sich von Ascona aus in irgendein Tal begeben, kommt man ums Auto nicht herum. Der Bus steht im Stau, bevor er am Bahnhof ankommt. Danach muss man erst mal ein Postauto finden, das vor neun Uhr bis weit in die Täler hineinfährt. Wenn man den Zug nehmen muss, gibt es Verspätungen, weil die italienische Staatsbahn nicht pünktlich ist. Um von Ascona aus in die Greina zu fahren, ist viermaliges Umsteigen nötig. Eine Ankunft zur richtigen Zeit ist nicht garantiert, es sei denn, man startet am Vorabend. Auf dem Rückweg fährt der Bus nach Ascona eine völlig andere Route, was einen Umweg und langes Warten auf den Anschluss bedeutet. Ganz zu schweigen von der Centovallibahn, die für die 52 Kilometer lange Strecke unvorstellbar lange braucht. Im Winter werden zudem viele Linien stark eingeschränkt. Da der öV fast nur um die grossen Tourismuszentren existiert, werden die entfernteren Täler in dieser Zeit in Bezug auf den öV zu einem No Man's Land. So kommt es, dass Tagesausflüge im Tessin mit den Öffentlichen praktisch nicht zu machen sind, auch wenn man es wollte.

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