Felicitas von Reznicek - die bergsteigende Baronin

Ein Porträt der Gründerin des Rendez-vous Hautes Montagnes Ende Februar 1997 ist Félicitas von Reznicek im Alter von 93 Jahren in Engelberg, wo sie seit vielen Jahren wohnte, gestorben. Reznicek war eine charismatische Persönlichkeit, die dem Frauenalpinismus wichtige Impulse verlieh: Auf ihre Initiative hin wurde im Mai 1968 auf dem Gipfel des Titlis die lose Vereinigung von Bergsteigerinnen, das Rendez-vous Hautes Montagnes ( RHM ), gegründet. Ihr grosses Interesse galt jedoch weniger dem Alpinismus als der Politik. Als Schrifstel-lerin verarbeitete sie sowohl ihre politischen Erfahrungen als auch ihre Beziehungen zum Frauenalpinismus in zahlreichen Büchern, die eine Gesamtauflage von knapp einer Million Exemplare erreichten.

« Die Dinge nicht zu wichtig nehmen... » Die Begegnung mit Félicitas von Reznicek beeindruckte: Sie war eine resolute, aristokratisch auftretende Persönlichkeit von grosser Intelligenz, Schlagfertigkeit und Eigenwilligkeit. Bis ins hohe Alter rauchte sie ihren Zigarillo und genehmigte sich einen Félicitas von Reznicek in ihrer Engelberger Wohnung ( Ende 1993 ), eine eigenwillige Persönlichkeit mit grosser Ausstrahlung Allgäu aus gemeinsame Touren. Später, in den 20er und 30er Jahren, hielt sie sich immer wieder in Zermatt auf. Zu ihren schönsten Gipfelerfolgen zählten Castor und Pollux, Zinalrothorn, Unter- und Obergabelhorn. In jener Zeit pflegte sie regelmässigen Kontakt mit prominenten Bergsteigern des Akademischen Alpenclubs München. Man traf sich im vornehmen Hotel Seiler. Dabei war auch Eleonore Noll-Hasenclever, die damals führende Alpinistin. « Sie war eine grossartige Frau », erinnerte sich Reznicek an sie, « leider kam sie viel zu früh ums Leben ». Eleonore Noll, die der « König der Bergführer » Alexander Burgener zur selbständigen Bergsteigerin ausbildete, wurde im August 1925 am Walliser Weisshorn von einer Lawine verschüttet.

Frauenalpinismus-Buch...

Félicitas von Reznicek war als Alpinistin nicht annähernd so bekannt wie Eleonore Noll. Doch auch sie vermochte dem Frauenalpinismus ent- Castor und Pollux, Walliser Gipfel, die zu den schönsten Tourenerfolgen Félicitas von Rezniceks gehörten.

scheidende Impulse zu vermitteln: Anlässlich des 50jährigen Bestehens des Schweizerischen Frauen-Alpen-Clubs wurde sie 1968 gebeten, etwas zum Thema zu schreiben - aus dem « Etwas » wurde ein Buch: Reznicek betrieb intensive Nachforschungen und verfasste eine amüsante, anekdo-tenreiche Geschichte des Frauenbergsteigens unter dem Titel Von der Krinoline zum sechsten Grad. Dabei entstand in der Autorin der Wunsch, ein Treffen all dieser Bergsteigerinnen zu organisieren.

...und Gründung des RHM Mit der grosszügigen Unterstützung von Engelberger Hoteliers und Geschäftsleuten - Reznicek lebte seit Anfang 1953 im Zentralschweizer Kurort-fand im Frühsommer 1968 eine einwöchige Zusammenkunft von 70 Alpinistinnen aus West und Oststatt. Die Gründung des RHM, des Rendez-vous Hautes Montagnes, auf dem Gipfel des Titlis am 16. Mai 1968 wurde mit vielen Flaschen Champagner begossen. Damit war ein Forum geschaffen, in dem sich die Elite des Frauenbergsteigens kennenlernen und gegenseitig motivieren konnte. Besonders bemerkenswert war dabei, dass von Anfang an - dank der Initiative der Baronin - auch Frauen aus dem Osten teilnehmen konnten. Das RHM wird übrigens 1998 sein 30jähri-ges Bestehen feiern. Noch immer ist die einzige Aufnahmebedingung in die lose Verbindung die Beherrschung des 4. Schwierigkeitsgrades. Jedes Jahr trifft man sich an einem andern Ort, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Touren auf verschiedenem Niveau zu unternehmen. Dieses Jahr etwa findet die gemeinsame Tourenwoche Anfang August im englischen North Lake District1 statt. Männer sind bei den RHM-Anlässen stets herzlich willkommen!

Reznicek organisierte und leitete über viele Jahre hinweg das Rendez-vous, das im Frauenalpinismus einiges bewegte: So reiste immer wieder Wanda Rutkiewicz an und knüpfte Kontakte, die ihr den Einstieg ins Höhenbergsteigen erleichterten. Weitere prominente Gäste waren etwa Silvia Metzeltin, Christa Sturm, Ingrid Ring, Helma Schimke oder Luisa lovane.

Im vornehmen « Seilergarten » in Zermatt traf sich Reznicek in den 20er und 30er Jahren mit den führenden Münchner Bergsteigern und der damals besten Alpinistin, Eleonore Noll-Hasen-clever; v. I. n.r: Reznicek, Nieberl, Herr und Frau Noll, Schlemmer, Zettler.

Politik als Hauptinteresse Die Antworten von Félicitas von Reznicek waren immer prägnant und scharf - sie machten gleich deutlich, dass sie weder im Denken noch im Handeln zu faulen Kompromissen neigte. Für die Tochter einer Halbjüdin gab es im faschistischen Deutschland Wichtigeres als das Bergsteigen. Die « alpinistische Seite » von Félicitas von Reznicek war tatsächlich die unbedeutendere, auch für sie selbst. Eine viel wichtigere Rolle spielte in ihrem Leben die Politik, und so sagte sie: « Das war das Einzige, wofür ich mich hundertprozentig interessierte. » Die als Journalistin tätige Reznicek vertraute keinem einzigen Menschen an, dass sie 1933, zu Beginn des Dritten Reichs, in den Widerstand eintrat. Von da an arbeitete sie für den engli- 1 Informationen über die Treffen des RHM sind erhältlich bei Vreni Jäggin, Unterwartweg 43, 4132 Muttenz, Tel. 061/461 63 08.

Wanda Rutkiewicz in den 70er Jahren; die polnische Bergsteigerin war oft an den Treffen des RHM zu Besuch.

Eine Alpinistin mit Krinoline, dem zum Bergsteigen denkbar ungeeigneten Stützunterrock, Anfang des 2O. Jahrhunderts im Mont-blanc-Gebiet Fotos: Sammlung Ch. Kopp schen Geheimdienst MI-6, dem sie jahrelang entscheidende Informationen, vor allem aus dem Osten, zuspielen konnte. 1951 wurde sie von Churchill persönlich empfangen und mit der englischen Staatsbürgerschaft geehrt.

Erstaunlicherweise gelang es ihr trotz ihrer nazifeindlichen Arbeit, die Schreckenszeit einigermassen unbeschadet zu überstehen. Während des Krieges erschien eines ihrer 18 Bücher ( darunter waren verschiedene Bestseller ): Die 20000 Exemplare der Weltfahrt im Kriege waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft, und die Nazis verboten sofort den Nachdruck. Sie wunderte sich noch im hohen Alter, dass damals alles gut gegangen war, c « I a

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zen die Sektionen 36 Clubhütten, die jedes Jahr von zahlreichen Bergsteigern und Wanderern besucht werden.

Unterschiedlicher Ausbaustandard Wie in der Schweiz weisen die vielen slowenischen Gebirgsunterkünfte einen unterschiedlichen Ausbau-Stan-dard auf: Es gibt sowohl einfache Hütten als auch hotelähnliche Unterkünfte. Die Hütten sind während der Sommersaison in der Regel bewartet, im Winter rechtfertigen die geringen Frequenzen normalerweise keine dauernde Bewartung. Die von der SAC-Hüttenkommission besuchten Hütten sind ausnahmslos gut unterhalten, die Bewartung ist freundlich, und die Übernachtungs- und Verpflegungskosten bewegen sich im Rahmen derjenigen unserer Hütten.

Die Hütten in Slowenien sind wie bei uns Eigentum der Sektionen, die für den Unterhalt und die Bewartung zuständig sind. Die Hüttenwarte arbeiten als Unternehmer auf eigene Rechnung. Für den baulichen Unterhalt erhalten die Sektionen keine Zuschüsse des slowenischen Alpenvereins, im Rahmen der Sportförderung fliessen ihnen aber Mittel des Staates zu.

Besuch des Triglav-Nationalparks

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