Finale

Emil Zopfi ist nicht nur Bergschriftsteller, nein, er hat auch eine kriminalistische Ader. Das hat er schon mit «Steinschlag» und «Spurlos» bewiesen. Der zweite Krimi um Bergführerin Andrea wurde 2008 für den Friedrich-Glauser-Preis, den wichtigsten deutschen Krimipreis, nominiert. Als dritter Fall erscheint nun «Finale». Das beschauliche Kletteridyll an der ligurischen Küste ist Schauplatz eines Unfalles. Andrea stürzt während eines Kletterkurses ab, ist kurz vor dem Sterben. Hat sie selbst einen Fehler gemacht? Hat einer aus ihrem Kurs falsch gesichert? Wohin ist das kiffende, seltsame Mädchen verschwunden? Warum diese seltsame SMS? Und was hat es mit der Schlinge der Firma «Elephant Rock» auf sich? Die Vermutungen des Lesers erhärten sich rasch: Da stimmt etwas nicht. Gleich auf drei Perspektiven kommt man dem Rätsel auf die Spur, zusammen mit Andreas Freund Daniel, dem melancholischen ehemaligen Spitzenbergsteiger Felix und Andrea selbst, deren Zustand zwischen Wahn und Realität schwankt. Stück für Stück, umgeben von gleichzeitig präziser und poetischer Sprache, nähert man sich dem Ende. Auf den handelsüblichen Showdown mit Schiesseisen und Geschrei verzichtet Zopfi. Aber auf ein überraschendes Finale und eine echte Krimileiche darf man sich dennoch freuen.

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