Fünf Künstler teilen sich den Prix Meuly. Salz, Irrungen und Video

Fünf Künstler teilen sich den Prix Meuly

Anlässlich der Vernissage von « hoch hinaus » 1, hat der SAC fünf Künstler mit dem Prix Meuly ausgezeichnet. Der Anlass vom 9. Juli 2005 im Kunstmuseum Thun hat zahlreiche Besucher angezogen, die eine innovative Ausstellung über alpine Kunst entdecken konnten.

« Jede Generation hat ihre eigene Art, die alpine Kunst darzustellen und darin neue Techniken zu integrieren. » Mit diesen Worten eröffnete SAC-ZV-Vizepräsi-dentin und Ressortchefin Publikationen/ Kultur, Catherine Borel, die Vernissage der SAC-Kunstausstellung. Dabei wies sie insbesondere auf die Zielsetzung des SAC hin, eine junge auf das 21. Jahrhundert ausgerichtete Kultur zu fördern. Der SAC ist wohl der einzige Sportclub, der in seinen Statuten Kultur als eine seiner Aufgaben definiert.

Gesellschaftlich relevante Fragen stellen

Rund zwanzig Künstler aus der ganzen Welt stellen noch bis am 18. September 2005 in Thun aus. Die meisten unter ihnen, so Museumsdirektorin Madeleine Schuppli, sind selber Berggänger, zum Teil sogar sehr passionierte. Während der kulturelle Zugang zur Bergwelt oft von Sentimentalität geprägt ist, wird in dieser Ausstellung das Sujet in der künstlerischen Gegenwart verankert. Es wurden Künstler berücksichtigt, die mit einem konzeptionellen Anspruch arbeiten und mit ihren Werken gesellschaftlich relevante Fragen stellen.

Unter der Leitung von Urs Kneubühl, Direktor des Alpinen Museums Bern, hat eine Expertengruppe die Gewinner des Prix Meuly bestimmt. Seit seiner Einführung 1979 ist dieser Preis, der den Namen seines Stifters trägt, sieben Mal vergeben worden. Bis jetzt stand der Wettbewerb allen offen. Diesmal aber hat der SAC ein neues Vorgehen gewählt, indem er seine Auswahl auf die in Thun ausstellenden Künstler beschränkte.

Gewinner aus Japan, der Schweiz und der Türkei

Mit sehr viel Geduld hat der Japaner Motoi Yamamoto ein Labyrinth ganz aus Salz geschaffen. 2 Dieses faszinierende und ästhetische Werk hat den mit 6000 Franken dotierten ersten Preis erhalten. Der zweite Preis in der Höhe von 3000 Franken ging an die Schweizer Andres Lutz und Anders Guggisberg für ihre Installation: eine auf einem Sockel stehende Wurzel und ein Video, das einen im Schnee herumirrenden Alpinisten zeigt. Ebenfalls einen zweiten Preis erhielten die beiden kurdisch-türkischen Künstler Sener Özmen und Erkan Özgen. Verloren in den anatolischen Bergen sind ein Don Quichotte und sein treuer Sancho Pansa auf der Suche nach der … Tate Gallery in London. Dieses raffinierte und witzige siebenminütige Video spiegelt in etwa die Situation der beiden Künstler wider, die wegen Visumsprob-lemen der Vernissage nicht beiwohnen konnten. « Es gibt tausend Arten, Bergsport zu betreiben, es gibt tausend Arten, Berge darzustellen », bemerkte Catherine Borel. Die Thuner Ausstellung ist dafür ein schönes Beispiel. Durch ihre Vielfalt lässt sie uns eine faszinierende, manchmal auch ungewohnte Welt entdecken, die uns zur Reflexion einlädt. a Adrien Rihs, Bern 1 Vgl. « hoch hinaus », ALPEN 6/2005, S. 30 und 31, in dem auch alle Angaben zur Ausstellung enthalten sind. 2 Dieses Werk ist ausführlich im oben erwähnten Artikel beschrieben.

Das Werk von Andres Lutz und Anders Guggisberg, eine auf einem Sockel stehende Wurzel und ein Video, das einen im Schnee herumirrenden Alpinisten zeigt, erzielte den zweiten Preis. SAC-Vizepräsidentin und Ressortchefin Publikatio-nen/Kultur Catherine Borel umgeben von Preisträgern des Prix Meuly: Andres Lutz und Anders Guggisberg ( v.l .) erhielten den zweiter Preis für ihre Installation und Motoi Yamamoto ( r. ) den ersten für sein Labyrinth aus Salz.

Grossandrang bei der Vernissage von « hoch hinaus » und der Verleihung des Prix Meuly. Auch zum Referat von Rainer Peikert erschien eine Vielzahl von Interessierten.

Fotos: Dieter Spinnler

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