Gäste-Betreuung und -Info in SAC-Hütten

Angeregt durch den « anmächeligen » Prospekt Uri zwischen See und Pass unternahmen meine Frau und ich ein wunderschönes Hüttentrekking im Urner Oberland.

Wie freuten wir uns jeweils darauf, nach der Wanderung mit einem'Vgl .DIE ALPEN 5/99, S. 47 grossen Chacheli Kaffee in der Hand vor der Hütte zu sitzen. Für den grossen Durst gab es Wasser aus der eigenen Quelle, angereichert mit Kohlensäure aus der Sodamaschine und mit Aromen nach Wunsch. Vor dem Weiterwandern am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem richtigen « Hüttezmorge », schnitten uns ein Stück von der Alpbutter ab und schöpften uns selber von der Konfitüre. Sogar selbstgebackenes Brot und Birchermüesli-Flocken standen bereit.

Wie schade fanden wir es, in andern Hütten das anzutreffen, was in jedem Allerweltsrestaurant in Zürich oder Frankfurt auf dem Tisch steht: Kaffee in der kleinen Tasse, mit einem Briefchen Zucker, einer abge-packten Portion Rahm und einer kleinen abgepackten Schokolade; zum Frühstück eine Einzelportion Butter, abgepackte Konfitüre, UP-Milch aus dem Karton und ein Gerberkäsli in Alu-Papier.

Wäre es für das Image und die Attraktivität der SAC-Hütten nicht vorteilhafter, das Besondere, nämliche das Einfache und Urchige, bewusst hervorzuheben und zu vermarkten? Beispielsweise wurde in einer Hütte das neuzeitliche WC-System am « Stillen Örtchen » anschaulich auf einer Tafel dargestellt. Warum nicht ein Hinweis auf die Solaranlage oder das eigene Kleinkraftwerk? Oder warum nicht bei der Küchen-durchreiche ein Foto von der Hüttenwartin, die stolz ein Blech voller frischgebackener Brote präsentiert, aufhängen mit dem Text: « Um Sie zu verwöhnen und Helikopterflüge zu sparen, backen wir das Brot selber. En Guete. »?

Max Keller, Erstfeld

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