Gefahr für die alpine Flora

Die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die alpinen Ökosysteme wurden von den meisten Klimamodellen falsch eingeschätzt. Dies stellt eine neu erschienene Studie fest. Bislang prognostizierten Forscher, dass sich die Vegetation wegen der Erwärmung in historisch einzigartigem Ausmass nach oben verschieben würde. Nun stellt eine im Februar in der Zeitschrift Nature erschienene Studie fest, dass die Pflanzen in der Höhe möglicherweise die für das Wachstum notwendigen Bedingungen nicht vorfinden könnten.

Die 16 Forscher der Studie, die unter der Leitung der Universität Umeå in Schweden stand, gingen von der Annahme aus, dass die Temperatur in 80 Jahren in einer bestimmten Höhe gleich sein würde wie heute 300 Meter tiefer. Sie analysierten den Boden und die Vegetation in einer Höhe von 300 Metern über und unter der Waldgrenze in sieben Bergmassiven der Erde. Ergebnis: In tieferen Lagen, wo die Temperaturen höher sind, verändert sich im Boden das Gleichgewicht zwischen Stickstoff und Phosphor. Es sind zwei für das Pflanzenwachstum entscheidende Stoffe. An die Höhe angepasste Pflanzen benötigen aber ein anderes Verhältnis der beiden Stoffe. Höhere Temperaturen hätten demnach eine Abnahme der Produktivität der alpinen Ökosysteme zur Folge.

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