Gemeinschaftswerk mit Pioniercharakter. Erweiterte und renovierte Wildstrubelhütten eingeweiht

Dank einer grundlegenden Erneuerung sowie einem Anbau hat sich die veraltete Wildstrubelhütte in ein Schmuckstück gewandelt. Das Besondere daran: Erstmals haben zwei SAC-Sektionen eine Hütte zusammen umgebaut und betreiben sie auch gemeinsam.

Weder die SAC-Sektionen Kaiseregg noch Wildhorn verfügen über ein grosszügiges Budget. Keine der Sektionen allein hätte genug auf der hohen Kante Zusammen stark: Markus Aebischer ( links ), Präsident der Sektion Kaiseregg, und Riedo Bernhard ( rechts ), Präsident der Sektion Wildhorn, mit dem Baukommissionspräsidenten Fritz Dubach bei der Einweihungsfeier Foto: Roger Blum/zvg Rund 100 Mitglieder der beiden Sektionen Kaiseregg und Wildhorn feierten den fertigen Umbau der Wildstrubelhütten.

gehabt, um eine Hütte zu betreiben, geschweige denn sie umfassend zu renovieren. Doch zusammen verfügen sie über die notwendigen Ressourcen. Und so konnten die beiden Sektionen nach mehrjährigen Vorbereitungsarbeiten im März 2003 von der Sektion Bern die Wildstrubelhütten formell übernehmen. Bereits seit 2001 waren sie Betreiber der beiden westlich der « Plaine morte » auf Berner Boden gelegenen Hütten. Doch als Besitzer begnügten sie sich nicht mit dem Unterhalt. Schon lange stand eine Totalsanierung der 1927 vom SAC Bern gebauten Wildstrubelhütte an. Kaum war die Tinte unter dem Kaufvertrag getrocknet, machten sie sich an die Planung und Realisierung eines Um- und Anbaus.

Erweiterung nach Minergiestandard

Nach einem Architekturwettbewerb sowie zeitaufwändigen und zum Teil aufreibenden Bewilligungsverfahren erstellte man ab Juni 2004 an die Westseite einen Anbau. Im Jahr darauf wurde dann der Altbau leicht umgebaut und vollständig isoliert. Er ist neu mit dem Anbau dank verglasten Durchgängen harmonisch verbunden. Beide Hausteile sind mit einer auf Wärmerückgewin-nung basierenden Belüftung ausgestattet. Die Architekten erreichten nahezu den Minergiestandard. Das zweite bis jetzt mitbenutzte Gebäude, das vor rund 100 Jahren von Jägern gebaute Rohrbachhaus, wird nun im Tagesbetrieb nicht mehr benötigt. Dank Boulder-Kletterwand, Hundebo-xen, Theoriesaal usw. dient es aber weiterhin verschiedenen Zwecken. Einen Blick auf das neue Bauwerk kann man werfen unter www.wildstrubelhuette.ch.

Gemeinsames Ziel führte zum Erfolg

An der Einweihungsfeier im Frühsommer hob Fritz Dubach, der Präsident der paritätisch zusammengesetzten Baukommission, das « einmalig gute Einvernehmen » hervor, das zwischen allen Beteiligten über die Kantonsgrenzen hinweg geherrscht hat. Dies habe wesentlich dazu beigetragen, das ambitiöse Vorhaben zum Erfolg zu führen, und dies trotz der vielen Auflagen der Ämter und der erschwerten Arbeitsbedingungen, mit denen die Baufachleute im Gebirge konfrontiert waren.

Sowohl bei den Vorbereitungs- und Planungsarbeiten als auch bei der Realisierung, die viele Mitglieder beider Sektionen durch Freiwilligenarbeit unterstützten, habe man nur gute Erfahrungen gemacht, betonten die beiden Sektionspräsidenten Bernhard Riedo ( SAC Wildhorn ) und Markus Aebischer ( SAC Kaiseregg ). Sie sind deshalb sehr zuversichtlich, dass auch der gemeinsame Betrieb der Hütte keine grösseren Probleme bringen wird. Dafür ist eine pari-tätische Hüttenkommission zuständig.

Allein kaum realisierbar

Der wichtigste Vorteil dieser Koopera- tion besteht sicher darin, dass sich auch kleinere Sektionen an einem kostspieligen Projekt beteiligen können. Ein Nachteil der nun erstmals verwirklichten Zusammenarbeit zwischen zwei Sektionen ist, dass die Beschlussverfahren langwieriger sind, da Entscheide jeweils in beiden Sektionen getroffen werden müssen. Bei der Erneuerung der Wildstrubelhütte hat das aber in keiner Phase zu Verzögerungen geführt. Jedenfalls setzen die Verantwortlichen alles daran, dass der Aufenthalt in den Wildstrubelhütten jeweils so schön ist wie das Panorama, in welches sie eingebettet sind. a Walter Buchs, Freiburg Foto: Roger Blum/zvg Alt- und Neubau sind auf allen Stockwerken mit einer licht-durchlässigen Glas- und Stahl-konstruktion verbunden.

Foto: Christian Cotting/zvg

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