Generalversammlung des Club Alpin Français

Besuch der GV 1998 des CAF in Dijon Am Wochenende vom 31. Januar/ 1. Februar 1998 fand in der ehemaligen Hauptstadt des Fürstentums Burgund, in Dijon, die 124. Generalversammlung des Club Alpin Français ( CAF ) statt. Sie bot Gelegenheit, sich mit einigen Themen zu beschäftigen, die das Leben jenes Clubs bestimmen, mit dem der SAC seit je vorzügliche Freundschaftsbeziehungen pflegt. Die Vergleiche, die man zwischen SAC und CAF ziehen kann, sind um so interessanter, als die beiden Verbände praktisch gleich viele Mitglieder haben.1 Neue Strukturen beim CAF Der 1874, also elf Jahre nach dem SAC, gegründete CAF hat eine Zeit der Strukturveränderungen hinter sich. Ausgelöst wurden diese durch die Forderungen, die Frankreich an jene Sportvereine stellt, die von staatlicher Finanzhilfe und der offiziellen Anerkennung der verschiedenen von ihnen ausgestellten Brevets profitieren wollen. Deshalb wurde aus dem alten Club Alpin Français auf nationaler Ebene die Fédération des Clubs Alpins Français, wobei jede ehemalige Sektion von nun an einer der Clubs ist, die die Fédération ausmachen. Sie umfasst heute 154 Clubs, aufgeteilt in acht grosse Regionen. Die Fédération wird von einem Lei-tungsausschuss mit 20 Mitgliedern geführt. Gegenwärtig ist André Croibier dessen Präsident. Der Sitz der Fédération, die 15 Angestellte beschäftigt ( verteilt auf rund 800 Stellenprozente ), befindet sich in Paris. Das Motto, mit dem der CAF auftritt, lautet: « Plaisir, culture et savoir-faire ».

Generalversammlung 1998 des Club Alpin Français in Dijon: Von den berühmten burgundischen Dächern mit ihren farbigen Ziegeln gibt es nicht mehr allzuviele; Blick auf das Hotel Aubriot im Herzen der Altstadt von Dijon.

1 Neben dem CAF ist ein weiterer recht grosser Teil der französischen Bergsportler und Bergsportlerinnen in der Fédération française de montagne et d' escalade ( FFME ) organisiert. Die FFME umfasst 1150 Klubs mit insgesamt ca. 56 000 Mitgliedern, die über eine « Licence Loisirs et Compétitions » verfügen. Es gibt in Frankreich somit ca. 160 000 Bergsportler/in-nen, die Mitglieder eines auf nationalem Niveau anerkannten Bergsportverbandes sind.

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Form von Aktivitäten, die wir in der Schweiz als Sektionstouren bezeichnen würden, insgesamt 160000 Tage aufgewendet wurden.

Was die Wettkämpfe betrifft, lässt sich feststellen, dass sie im Sportklettern, für Skitouren und im Gleitschirmfliegen mit Erfolg durchgeführt werden. Gegenüber Rennen mit Moutainbikes hingegen bestehen Vorbehalte, weil man im CAF der Auffassung ist, dass sich hier im Bereich Schutz der Bergwelt heikle ethische Fragen stellen.

Hütten Der CAF besitzt insgesamt 141 Unterkünfte ( Hütten, Biwaks, alpine Zentren ): 56 in den Nordalpen, 34 in den Süd- und den Seealpen, 28 in den Pyrenäen, 18 im übrigen Frankreich und fünf im Hohen Atlas in Marokko. 1997 zählte man in diesen Unterkünften insgesamt 296000 Übernachtungen.

Genau wie der SAC ist auch der CAF bezüglich der Finanzierung der Unterhalts- und Renovationsarbeiten an all diesen Gebäuden in einer kritischen Lage. Insbesondere handelt es sich darum, alle Hütten auf einen bestimmten Standard zu bringen, der einerseits den vom Staat aufgestellten Vorschriften in Sachen Hygiene und Sicherheit entspricht und ander- seits einen minimalen Komfort ( vor allem für den Hüttenwart ) gemäss den internen Kriterien des CAF bietet. Die Zeit drängt, denn bereits besteht bei drei Hütten die Gefahr, dass sie im Frühling ihre Pforten nicht öffnen dürfen, weil sie den rechtlichen Normen nicht entsprechen! Die Gesamtsumme für alle Renovationen wird auf 120 Millionen französische Francs geschätzt ( rund 29 Millionen SFr. ), eine Summe, die der CAF allein nicht aufbringen kann und für die er deshalb Unterstützung vom Staat und von lokalen Körperschaften sucht. Ein entsprechendes Dossier liegt beim Ministerium für Jugend und Sport, wo es anscheinend wohlwollend aufgenommen wurde - was aber noch lange nicht bedeutet, dass die Sache damit gewonnen ist.

Ausgeglichene Rechnung Auf wenige Francs genau ist die Rechnung des CAF für das Jahr 1997 ausgeglichen. Grösster Ausgabeposten sind die Hütten, für die letztes Jahr 56% des Totais aufgewendet wurden. Mit rund 10% für das Personal und 7% Verwaltungskosten des Hauptsitzes setzt der CAF 17% seiner Ausgaben für die Administration ein.

Publikationen Zeitschriften Die Information der Mitglieder erfolgt auf zwei sich ergänzenden Kanälen: das Monatsbulletin Montagnes Infos, das an alle Mitglieder verschickt wird, und das vierteljährlich erscheinende Magazin La Montagne & Alpinisme, das zusätzlich abonniert werden kann. Ehrenamtliche Mitarbeiter erhalten ausserdem einen zweimonatlichen Newsletter.

Führer und andere Werke Dazu gehören diverse Publikationen in Form von Büchern, Broschüren, Karten usw. Einige Bände der Serie der Guides du Club Alpin Français, die in Zusammenarbeit mit dem Verlag Le Seuil erscheinen ( z.. " " .B. über das Wetter im Gebirge, über Wintersport und über das Wandern ), sind bereits herausgekommen.

Bei dieser Gelegenheit soll auch auf eine Frankreichkarte hingewiesen werden, auf der die Klettergebiete eingezeichnet sind: IGN 909: France, Sites naturels d' Escalade, herausgegeben vom CAF, der FFME und dem COSIROC.

Im weiteren wurde in Dijon ein neuer Kletterführer von Philippe Gleizes vorgestellt, der den verführerischen Titel Escalade des Grands Crus trägt. Als Herausgeber zeichnen der CAF und die FFME verantwortlich. Es handelt sich um einen detaillierten Topoführer für die Gebiete Brochon, Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny, ergänzt durch eine etwas allgemeinere Zusammenstellung der wichtigsten Klettergebiete im Burgund. Der sehr gut gemachte Führer enthält nützliche Telefonnummern, geologische Erklärungen, ein Kapitel zur Fauna und - unausweichlich -önologische Hinweise, die daran erinnern, dass die im Buch vorkommenden felsigen Eminenzen oberhalb von Dörfern liegen, deren Namen in anderem, nicht weniger attraktivem Zusammenhang dem Geniesser das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Nicht vergessen wollen wir eine weitere Publikation, ein wichtiges Sammelwerk, redigiert unter der Fachwerkhäuser in der Altstadt von Dijon Aufsicht von André Etchélécou, Professor an der Universität Pau: Transports internationaux en Montagne -Sortir de l' Impasse. Dieses Werk, das gemeinsam vom CAF und sieben französischen Organisationen, die sich mit Fragen von Transport und Naturschutz befassen ( unter ihnen CIPRA France und Mountain Wilderness ), im Juli 1997 herausgegeben wurde, zieht eine Bilanz der in den letzten Jahrzehnten propagierten Lösung « Alles für die Lastwagen » in bezug auf den internationalen Gütertransport. Die Bilanz bezieht sich vorab auf Frankreich ( Alpen, Pyrenäen ), verweist aber häufig auf die Schweiz und Österreich und zieht den Schluss, dass der Bahn- und Schiffsverkehr gefördert und in Frankreich der Prozess der Entscheidungsfindung und der Information geändert werden muss. Kurz: Die Analysen und Schlussfolgerungen stehen in Übereinstimmung mit der Alpeninitiative, die das Schweizer Stimmvolk bekanntlich angenommen hat. Das schweizerische System der direkten Demokratie, das heutzutage wegen seiner Langsamkeit oft verschrien ist, hat in diesem Fall eine Debatte und eine Entscheidung ermöglicht, die den Ausweg aus dem Problem des Gütertransports durch die Alpen weist.

Warme und freundschaftliche Atmosphäre Die Debatten der Versammlung, umsichtig und souverän geleitet von André Croibier, dem Präsidenten des CAF, fanden in einer insgesamt sehr sympathischen und rücksichtsvollen Atmosphäre statt, obschon man auch hier, gleich wie im SAC, ab und zu vom einen oder andern Delegierten Zeichen einer gewissen Zurückhaltung, ja des Misstrauens gegenüber den Zentralorganen des Clubs feststellen konnte ( vor allem in der Diskussion zur Rechnung ).

Die Versammlung tagte im grossen Saal des neuen Palais de Congrès in Dijon und wurde durch die Vorführung von verschiedenen Kurzfilmen und Diaschauen aufgelockert. Dem Arbeitstag am Samstag folgten ein Empfang in den prächtigen Räumen des Rathauses von Dijon, wo ein vom Bürgermeister offerierter Ehrenwein kredenzt wurde. Anschliessend traf man sich noch in einer sehr ange-nehm-kameradschaftlichen Atmosphäre am Bankett im Palais des Congrès.

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Sport- und /ettkampf klettern

Arrampicata libera di competizione

Escalade libre / Compétition

_ Blick auf das Wett-14 kämpf jähr 1998

Kaderbildung und Schwerpunkte Wie in allen andern Sportarten wurden die Kaderbildungen der Nationalmannschaft zu Beginn des neuen Wettkampfjahres vorgenommen. Geprägt waren sie von zwei Schwerpunkten, die sich aus der Aufbauarbeit und dem Umsetzen von strukturellen Anpassungen und Konzepten ergaben: Das Jugend- und Juniorenkader sind aufgestockt worden, und der Elite-Bereich der Damen und Herren wird noch konsequenter leistungsorientiert geführt.

Jugend- und Juniorenkader 1998 Für die Kaderselektion der Junioren und der Jugendlichen wurde einerseits die Athletenzahl erhöht und anderseits ein neues Jugendkader gegründet. Nicht zuletzt ist dies eine erfreuliche Reaktion auf die Tatsache, Datum 14. Februar 15. Februar 15. Februar 14./15.Februar 7. März 3.5. April 16. Mai 17. Mai 7. Juni 12.14. Juni Juni 4./5. Juli 11./12. Juli 12.14. Juli 16.19. Juli 17.19. Juli 23.25 Juli 1./2. August 7.9. August 14./15. August 22./23. August 22723. August 28.30. August 475. September 576. September 12713. September 12713. September 19./20. September 27. September 374. Oktober Oktober 17718. Oktober 17718. Oktober 23.25. Oktober 31. Okt./1. Nov. 31.. " " .Okt./1. Nov. 778. November. 778. November 14715. November 14. November dass die Nachwuchsathleten in den Wettkämpfen immer zahlreicher und leistungsstärker geworden sind. Um die durchgehende Kontinuität der Nachwuchsarbeit zu sichern und sogenannte « Jahrgangslöcher » zu vermeiden, wurden aus den Jahrgängen 1979 bis 1984 jeweils die drei leistungsstärksten Athleten selektioniert. Ermittelt wurden sie aufgrund eines objektiven und transparenten Punkte-Selektions-Systems, das sich aus dem aktuellen Swiss Ranking und SAC-Jugend- und Juniorenkader im Aufwind: Martin Jaggi ( Junioren 2 ) beim Swiss-Cup-Wett-kampf vom 18719.1O.1997 in Niederwangen

Wettkampf kalender Sportklettern 1998

( Stand Februar 1998 ) Die auf der untenstehenden Tabelle mit einem * gekennzeichneten Wettkämpfe zählen für das Swiss Ranking.

Im vorliegenden Wettkampfkalender sind nur jene für den Swiss Cup zählenden Wettkämpfe aufgeführt, deren Daten bei Redaktionsschluss definitiv feststanden.

Internationale, nationale und regionale Wettkämpfe ( Weltcup, Europacup, Swiss Cup und Regionalwettkämpfe ) Bezeichnung Swiss Cup Junioren/Jugend * Regionalwettkampf * Regionalwettkampf * Int. Boulderwettkampf CTS-Cup Europameisterschaft Regionalwettkampf * Jura-Meisterschaft Jugend * Hirslen-Eidechsli Kinder Jugend-Junioren-EC Masters Jugend-Junioren-EC Jugend-Junioren-EC Top Rock Boulder Jugend-Junioren-WM Top Rock Boulder Masters Speed-Weltcup Top Rock Boulder Top Rock Boulder Top Rock Boulder Jugend-Junioren-EC Top Rock Boulder Weltcup Tessiner Meisterschaft * Swiss Cup * Rockmaster Studenten-WM Zürcher Unterländer Regional* Schweizer Meisterschaft * Swiss Cup * Weltcup Swiss Cup Finale * Weltcup Jugend-Junioren-EC Züri Cup Regional * Züri Cup Regional* Weltcup Championnat régional* Boulder Cup Adliswil * Ort Genève Genève Diemtigtal Clamecy ( F ) Sargans Nürnberg ( D ) Schlieren Mettembert Bülach Dortmund ( D ) San Diego ( USA ) Triest ( I ) Imst ( A ) Val d' Isère ( F ) Moskau ( Rus ) Chamonix ( F ) Serre Chevalier ( F ) Beauregard/ Valgrisenche ( I ) Valloire ( F ) Cortina d' Ampezzo ( I ) Crans Montana ( CH ) Malmö ( Swe ) Grenoble ( F ) Courmayeur ( I ) Mt. Carasso Mt. Carasso Arco ( I ) Nijmegen ( Hol ) Bülach Bern-Niederwangen Schlieren Kuala Lumpur ( Mal ) Meiringen Prag ( Tch ) Aix-en-Provence Zürich Zürich Kranj ( Slo ) St-Légier Adliswil EC = Europacup WM = Weltmeisterschaften der Swiss-Cup-Wertung 1998 errechnete. Das Junioren- und Jugendkader 1998 umfasst 16 Athleten und 2 Athletinnen ( vgl. Tab.).1 Internationale und nationale Zielsetzungen In den nationalen Wettkämpfen geht es für die Jugendlichen und Junioren in erster Linie darum, ihre Na-tionalmannschaftsselektion zu be- 1 Die Bestätigung des Elite-Kaders wird nach Redaktionsschluss vorgenommen und in einem späteren Heft veröffentlicht.

SAC-Organisation Wettkampf klettern

Zentralvorstand ( ZV ) Sportkletterkommission Technische Leitung Nationalmannschaft Junioren-Nationalmannschaft

Equipe Suisse 1998 ( Junioren und Jugend )

Junioren-Nationalmannschaft Sektion Altels Sektion Randen Section Genevoise Junioren Matthias Müller David Gisler Thibault Jungi Manuel Hassler Raphaël Lâchât Roland Bigler Raphaël Möhr Martin Jaggi Jerome Hani Mario Gysi Alexandra Eyer Stéphanie Louis Section Pierre-PertuSektion Jura Sektion Bern Junioren 2 Sektion Rätia Sektion St. Gallen Section Carougoise Sektion Rätia Sektion Uto Section Carougoise C-Kader/Juniorinnen Jugend-Nationalmannschaft Jugend Tristan Cordonier Mathieu Maurer Simon Anthamatten Reto Hug Cédric Lâchât Roman Félix stetigen und Wettkampferfahrung zu sammeln. International werden die Schwerpunkte der Trainings- und Wettkampfplanung 1998 bei den Junioren auf ein erfolgreiches Abschneiden in den einzelnen Europacups und im Gesamteuropacup 1998 sowie auf eine erfolgreiche Teilnahme an der Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaft in Moskau gelegt werden. Das Sportklettern ist erstmals in die Weltjugendspiele integriert. Da diese unter dem Patronat des IOC und damit der Olympischen Ringe stehen, kann sich das Sportklettern in Moskau zum ersten Mal an einer internationalen Grossveranstaltung präsentieren.

Die Ziel der Arbeit mit dem Jugendkader liegt primär darin, die Jugendlichen sorgfältig auf die internationalen Wettkämpfe vorzubereiten und sie langfristig an sportliche Spitzenleistungen heranzuführen.

Gabriele Madiener, Ressort Wett- kampfklettern PLZ/Ort:

Zentrale Kurse ind Tourenwochen

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