Granitinsel im Kalkmeer

Vor Jahrtausenden brachten Gletscher sie von den Alpen ins Mittelland und in den Jura: Findlinge aus Granit und anderen kristallinen Gesteinen. Heute sind sie Hotspots der Bio­diversität. Hier leben Moose, Farne und Flechten, die in der Schweiz sonst nur in den Alpen vorkommen. Ein Porträt eines namenlosen Findlings in der Waadt.

Vielfalt der Moose

Auf der schattigen Nordseite des Findlings wachsen vereinzelte Moospflänzchen wie dieses Gabelzahnmoos. ­Insgesamt gibt es ca. 30 verschiedene Moosarten, die im Mittelland und Jura ausschliesslich auf Findlingen wachsen. Ihre Ansprüche an Licht und ­Wasserverfügbarkeit sind recht unterschiedlich. Je nach Lage der Findlinge – ob im Wald, in Bachtobeln oder im Offenland – bilden sich unterschiedliche Moosgesellschaften aus. Alle typischen Findlingsmoose wachsen nur auf kalkfreiem, silikatischem Gestein.

Bouldern an Findlingen

In jüngster Zeit wurden etliche Findlinge zum Bouldern «geputzt», was einen unerwarteten Nutzungskonflikt mit sich bringt. Aktuell läuft ein vom SAC mitunterstütztes Forschungsprojekt zur Naturschutzbiologie der Findlingsflora. Auch der Einfluss des basisch wirkenden Magnesiapulvers auf die säureliebenden Findlingsbewohner wird untersucht. Bei Fragen darf der Autor jederzeit kontaktiert werden: www.zhaw.ch/findlingsflora.

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