Hans Conrad Escher von der Linth 1767–1823. Die ersten Panoramen der Alpen. Linth-Escher-Stiftung, René Brandenberger

Linth-Escher-Stiftung, Mollis 2002, ISBN 3-85546-120-1. Ladenpreis Fr. 338.–, für SAC-Mitglieder Fr. 268.–, exkl. Versand 6

Endlich ist es so weit: Nachdem Gustav Solar vor knapp 30 Jahren mit seinen Publikationen den Grundstein zur Aufarbeitung des Werkes von Hans Conrad Escher setzte, liegt nun das erste, vollständige Werk über Eschers zeichnerisches Schaffen vor – rechtzeitig zum Jahr der Berge, gilt Escher doch als der beste Kenner des gesamten Alpenraums seiner Zeit. Mit über 1000 Zeichnungen, die von seiner Liebe zum Detail und zur Genauigkeit zeugen, schuf er ein wertvolles Zeitdokument. Das 452-seitige Buch enthält sämtliche Bilder. Die einzelnen Kapitel werden durch kurze Texte in Deutsch und Englisch eingeleitet.. " " .Am Ende ist ein ausführliches Ortsregister und ein nützliches Glossar angehängt, das einen Schlüssel zwischen alten und neuen Ortsbezeichnungen bietet. Auch eine Liste ( mit Karte ) der Standorte der Panoramen mit der Angabe zum jeweiligen Bildöff-nungswinkel sind darin enthalten. Am Schluss finden die Lesenden zudem ein Panorama und eine Karte als Faksimile beigelegt – deren Auswahl jedoch ein wenig willkürlich erscheint.

Einige der Panoramen sind in Originalgrösse abgebildet – technisch hervorragend gelöst durch zum Teil sogar dreifach ausklappbare Seiten –, was für das recht kleine Format der meisten Bilder entschädigt. Bei den kolorierten Zeichnungen ist die Farbwiedergabe sehr gut gelungen, jene in Schwarzweiss hingegen ziemlich flau. Besonders wertvoll sind die ausführlichen Bildlegenden mit allen wichtigen Informationen zu ( Original- ) Titel, Art der Zeichnung, Grösse, Standort mit Signatur und Hinweisen zu nicht lesbaren Texten auf den Bildern.

Informative einleitende Texte und eine kurze künstlerische Würdigung Eschers ergänzen die thematischen Zugänge. Leider gibt es kaum direkte Bezüge zu einzelnen Abbildungen. Das Buch enthält aber nicht nur die üblichen Kapitel zum Jugendwerk oder zu regionalen Schwerpunkten, sondern thematisiert den interessanten und für die Zeitgeschichte wichtigen Aspekt der Kopie-zeichnungen, die Grenzbesetzung Basels oder die für Escher wichtige Aufgabe der Linthkorrektur.

Zusätzlich gibts noch eine CD-ROM mit über 3000 Dokumentenseiten u.a. zu Hans Conrad Escher – so sein Reisetagebuch, ein persönlicher Lebensbericht, Schulhefte usw. Ausserdem finden sich die drei leider vergriffenen Werke Gustav Solars über Escher als Wiederauflage sowie nützliche Register für den gedruckten Band. Das gewichtige Buch ist eine Publikation, das Kunstfreunde, Wissenschaftler und Laien trotz ihrer unterschiedlichen Bedürfnisse sicher zufrieden stellt. a

Susanne Grieder, Schweizerisches Alpines Museum 5 Direktbezug unter www.bike-explorer.ch oder beim Autor Gerd Schierle, Im Dörfli, 7076 Parpan, Tel. 081 356 22 44, Fax 081 356 22 43, E-Mail gerd.schierle(at)bike-explorer.ch 6 Direktbestellungen bei Linth-Escher-Stiftung, Kanalstr. 10, 8753 Mollis DIE ALPEN 11/2002

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1900 fotografiert H. Mettler vom Pavillon Dollfuss, 2393 m, der heutigen Lauteraarhütte, aus den Unteraargletscher.

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