Hat das Projekt «Alpenlandschaft Zukunft» ALZ doch etwas gebracht?

Wir haben es spätestens beim Lesen unserer Zeitschrift « Die Alpen », Ausgabe 8, 2010, erfahren: Das Projekt Alpenlandschaft Zukunft ALZ wird nicht weiterverfolgt. Man kann diesen Entscheid begrüssen oder bedauern, man kann ihn aber auch als logische Folge einer Verbandsstrategie sehen, die letztlich scheitern muss. So gesehen besteht der Wert von ALZ darin, dass es die Unvereinbarkeit von uneingeschränktem Wachstum und dem Fördern des Bergsportes auf der einen und naturverträglichem Verhalten und aktivem Schützen der Gebirgswelt auf der anderen Seite aufzeigt. Die heutige Ausrichtung des SAC lässt beinahe vergessen, dass der SAC Mitbegründer der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL im Jahre 1970 gewesen ist und als anerkannte Umweltorganisation über das Verbandsbeschwerderecht verfügt. Die Frage, ob er das noch verdient, sei an dieser Stelle erlaubt. Es geht nicht darum, den Schutz der Gebirgswelt neu zu definieren, sondern um die Bereitschaft, die bestehenden Ziele umzusetzen. In Zukunft wird der SAC nicht darum herumkommen, sich klarer, ehrlicher zu positionieren: Ein Alpenclub, der dem statutarisch festgelegten Auftrag, sich aktiv für den Schutz der Gebirgswelt und für einen naturverträglichen Bergsport einzusetzen, nachleben will, wird bei der touristischen Förderung Grenzen setzen müssen. Sieht sich der SAC hingegen als Bergsportverband, der möglichst alle sportlichen Aktivitäten in den Bergen fördern möchte und Mitgliederwachstum zu den wichtigsten Zielen erklärt, wird er die Richtlinien zum Schutz der Natur und Gebirgswelt aus dem Leitbild kippen müssen. Ich wünsche mir, dass der SAC das « heisse Eisen » anpackt und sich zu einem Leitbild bekennt, das auch tatsächlich umgesetzt wird.

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