Hotelpaläste zwischen Traum und Wirklichkeit – Schweizer Tourismus und Hotelbau 1830–1920. Roland Flückiger-Seiler

Verlag Hier+Jetzt, Baden 2003, ISBN 3-906419-68-1. Fr. 88.–

Nach dem grossen Erfolg mit dem ersten Buch « Hotelträume zwischen Gletschern und Palmen » legt der Architekturhisto-riker Roland Flückiger nun den zweiten Teil seiner Geschichte des schweizerischen Hotelbaus zwischen 1830 und 1920 vor. Das Buch setzt sich in einem thematisch orientierten ersten Teil mit der Architektur der Hotelbauten auseinander, dargestellt anhand von Wettbe-werbsprojekten und typischen Grundrissen. Ergänzt wird dieser Teil mit einer Geschichte der technischen Installationen ( Licht, Lifte, sanitäre Einrichtungen usw. ). Der zweite Teil stellt drei weitere Tourismusregionen vor. Im Mittelpunkt steht dabei Graubünden, das zwar spät, aber dafür mit glanzvollen Bauten in die schweizerische Tourismusgeschichte eingegangen ist. In weiteren Kapiteln werden die Hotelpaläste an den Seen der Südschweiz und am schweizerischen Bodenseeufer porträtiert.

Der Prachtband wird seinem Gegenstand in jeder Beziehung gerecht: Grossartige Fotografien rücken die Hotels in Form von Palästen, Schlössern und Burgen ins rechte Licht, dazu ein Text, der sich nicht in architektonisch-theoreti-schen Details verliert, sondern anhand der ausgewählten Beispiele auch für den

DIE ALPEN 11/2003

staunenden Laien die grossen Linien der Tourismusentwicklung sichtbar werden lässt, zum Beispiel das Tempo der Entwicklung: Während um das Jahr 1850 im gesamten Oberengadin ganze 79 Hotelbetten zur Verfügung standen, nahm am 1. Juli 1884 in Maloja das Hôtel-Kursaal mit allein 300 Betten den Betrieb auf – das damals zweitgrösste Gebäude der Schweiz. Und das, bevor die Eisenbahn überhaupt St. Moritz erreicht hatte.

Emanuel Balsiger, Hettiswil

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