Hüttenstatistik 2001/2002 Jahr der Berge – Jahr der Hütten

Trotz schlechter Skitourenverhält- nisse in den südlichen Alpen und ei- ner gesamtschweizerisch eher durch- zogenen Sommersaison beherberg- ten die SAC-Clubhütten 2001/2002 erfreulich viele Gäste. Mit insgesamt 298 000 Übernachtungen wurde das Vorjahresergebnis um 8% übertrof- fen. Die Investitionen von mehr als 20 Millionen Franken über die letzten fünf Jahre in die Erneuerung und Renovation vieler Hütten tragen nun erste Früchte.

Sowohl in der Wintersaison ( +22,5% ) als auch im Sommer und Herbst ( +3,8% ) besuchten mehr Gäste die alpinen Unterkünfte. Dies erstaunt umso mehr, als die Skitourenverhältnisse besonders in den südlichen Alpen alles andere als gut waren und sich auch Sommer und Herbst nicht gerade von der sonnigsten Seite zeigten. Insgesamt profitierten vor allem die Hütten der Berner, Zentralschweizer und Ostschweizer Alpen, während viele Hütten in den Walliser, Tessiner und Engadiner Alpen Einbussen hinnehmen mussten. Absoluter Spitzenreiter ist die Konkordiahütte, die im 125. Jahr ihres Bestehens total 8641 Logiernächte oder 53% mehr als im Vorjahr erzielte. Auf den weiteren Plätzen folgen die Cabane des Dix mit 6991, die Britanniahütte mit 6929, die Lämmerenhütte mit 6406 und die Cabane des Vignettes mit 6024 Logiernächten.

Die meisten Übernachtungen, nämlich über 155 000, generierten die SAC-Mitglieder – und die dem Gegenrecht angehörenden Alpinisten. Die Nichtmitglieder trugen rund 75 000 Übernachtungen bei. Über 60% aller Gäste stammen aus der Schweiz, 35% aus dem übrigen Europa und der Rest aus dem aussereuropäischen Raum. Auch konnten mehr Tagesgäste in den Hütten begrüsst werden – über 1 Million –, was umso erfreulicher ist, als vor allem im Hochsommer die Sonne nicht sehr viel schien.

Vergleicht man die Übernachtungszahlen 2002 in den SAC-Hütten mit denjenigen in den Schweizer Hotels, ergibt sich nur für den SAC ein erfreuliches Bild: Nach ersten provisorischen Zahlen des Bundesamtes für Statistik BfS beträgt der Rückgang in den Hotels fast 5%. Massiv eingebrochen sind die Übernachtungen der ausländischen Gäste ( –8% ), aber auch die Schweizer Gäste übernachteten weniger oft in Hotels ( –1% ).

Die Gründe für die erfreuliche Entwicklung der Hüttenübernachtungen sind sehr vielfältig. Erstens kann generell festgestellt werden, dass der alpine Lebensraum und damit die Freizeitaktivitäten in den Bergen eine Renaissance erleben. Ausserdem haben die Botschaften und Medienberichte im Rahmen des UNO-Jahrs der Berge diese Entwicklung ideal unterstützt bzw. ergänzt. Schliesslich hat die politische Weltlage relativ rasch zu einem veränderten Ferienverhalten und zu einem spürbaren Trend zu Ferien im eigenen Land geführt.

Da der SAC – Zentralverband und Sektionen – pro Jahr fast 5 Millionen Franken in die Erneuerung der Infrastruktur seiner « höchstgelegenen Hotelkette der Schweiz » investiert, werden nun auch viele Gäste angesprochen, denen die althergebrachten Hütten nicht behagten. Zudem tragen die Marketing-bemühungen im Hüttenbereich erste Früchte. So darf die Aktion « Höhenflüge – 20 familienfreundliche Hütten », die im letzten Jahr zusammen mit der CSS-Versicherung und der Gesundheitsförderung Schweiz lanciert worden ist, als viel versprechendes Pilotprojekt bezeichnet werden. Mittels weiterer Kooperationen im touristischen Bereich soll dieser Schwung auch im laufenden Jahr genutzt werden. Mit einer konse-quenteren Ausrichtung des Hüttenangebots und der -infrastruktur auf die Bedürfnisse der Gäste kann diese Entwicklung möglicherweise noch positiver beeinflusst werden.

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