In memoriam Joëlle Brupbacher (1978–2011)

Vor einem Jahr hat die Schweizer Höhenbergsteigerin Joëlle Brupbacher am Makalu (8485 m) ihr Leben verloren. Sie starb 32-jährig am 22. Mai 2011 auf 7400 Metern in ihrem Zelt. Der Makalu war ihr fünfter Achttausender.

Die Informatikerin aus Muri bei Bern kam relativ spät zum Bergsteigen. Als 20-Jährige begann sie mit Sportklettern in der Halle. Schon kurz darauf reiste sie nach Pakistan. «Diese hohen Berge», habe sie gedacht und gewusst, «da muss ich rauf.» Das sagte sie gegenüber der Zeitschrift «Annabelle». Wenig später hatte sie ihren ersten Siebentausender bezwungen, darauf folgten die Achttausender: 2006 stand sie auf dem Broad Peak (8047 m); 2007 folgte der Dhaulagiri (8167 m) und der Cho Oyu (8201 m). 2008 erreichte sie dann den Gasherbrum II (8035 m). Brupbacher scheiterte drei Mal am K2. Sie verfolgte ihre Ziele leidenschaftlich, aber: «Joëlle ging nie zu viel Risiko ein», sagte Bergführer Richi Bolt (41) aus Amden gegenüber dem «Blick». Er leitete die Expedition auf den Cho Oyu. «Sie stürmte nie voraus, verhielt sich am Berg eher defensiv.» Brupbachers Tod löste in der Schweizer Bergsteigerszene Bestürzung und Trauer aus. «Wir haben sie als freundliche, aufgestellte Kollegin kennengelernt, die nicht nur den Berg, sondern auch die Bevölkerung und die Kultur ihres Reisezieles interessiert und geschätzt hat», schrieb ein Reiseveranstalter, für den sie Touren leitete.

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