Informative AV. Zur 140. Abgeordnetenversammlung (AV) des SAC am 17. Juni im Kursaal Bern

Mit der AV 1999 in Basel war der Übergang vom Vorortsprinzip zum gesamtschweizerisch zusammengesetzten SAC-Zentralvor-stand (ZV) vollzogen worden. Das neue System hat sich im vergangenen Clubjahr gut eingespielt. Unter der Leitung von Zentralpräsident Franz Stämpfli konnten an der AV 2000 in Bern die anstehenden Geschäfte diskutiert und abgeschlossen werden.

Auf einen weiteren Problemkreis - die Schliessung von Klettergebieten - wies Zentralpräsident Franz Stämpfli in seiner Eintrittsrede hin. In den letzten drei Jahren lässt sich hier eine «schleichende» Entwicklung feststellen, indem vor allem im Raum Basel, aber auch im übrigen deutschsprachigen Jura und anderswo sich zunehmend die Tendenz abzuzeichnen beginnt, die Kletterer aus der Natur «herauszuschützen».

Der Zentralverband hat sich dieses Themas bereits angenommen. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, und der SAC wird sich dort, wo nicht wirklich fundierte Gründe dagegen sprechen, in Zukunft gegen solche Bestrebungen zur Wehr setzen.

Die GPK hat sich schwerpunktmässig mit der Arbeit des an der AV 1999 neu konstituierten ZV, mit der Zeitschrift, dem Budget 2000, der Jahresrechnung 1999, der Planung 2001 bis 2003 und der Mitgliederverwaltung befasst. Generell konnte die GPK feststellen, dass im Zentralverband effizient gearbeitet wird und die vorhandenen Mittel zielgerecht eingesetzt werden. In Bereichen mit gewissen Schwierigkeiten (insbesondere bei der Mitgliederverwaltung) haben ZV und Geschäftsstelle die notwendigen Verbesserungsmassnahmen eingeleitet.

Bei der Vorstellung der Mehrjahresplanung wird jeweils auch über die in dieser Periode anstehenden Aktivitätsschwerpunkte informiert.

Beim Klettern stehen Nachwuchsförderung, Konsolidierung und Ausbau der Regionalzentren1 und die Vorbereitungen für die Weltmeisterschaft 2001 in Biel (mit den drei Disziplinen Schwierigkeit, Speed und Bouldern) im Zentrum. Wichtigstes Ziel beim Skialpinismus ist die Anerkennung als neue Sportart beim Schweizerischen Olympischen Verband (SOV) und ebenfalls der Aufbau von Regionalzentren.

Im Lauf des Sommers 2000 sind an sieben Hütten (Albignia, Bächlital, Bertol, Hollandia, Kesch, Oberaarjoch, Tourtemagne) grössere Bauarbeiten im Gang, und vier Projekte (Cadlimo, Cristallina, Mont-Fort, Tschierva) mit einer Subventionssumme von 2,4 Mio. Franken werden an der Präsidentenkonferenz im Herbst 2000 vorgestellt werden.

Der SAC übernimmt hier immer mehr öffentliche Aufgaben wie beim Canyoning-Unglück im Saxetbach, bei der Lawinen-Verschüttung eines Hotels in Wengen oder von Verkehrsachsen in Graubünden. Da solche Leistungen einen beträchtlichen Aufwand erfordern, sollen die Kantone vermehrt in die Verantwortung eingebunden werden. Auch mit dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport ( VBS ) ist ein Vertrag in Arbeit, gemäss dem der SAC Rettungsaufgaben übernehmen wird, die bisher durch die Armee abgedeckt worden sind.

Um das Niveau der Zeitschrift DIE ALPEN zu erhalten, wird mit einer Anpassung des Layouts auf 2001 auf die sich ständig wandelnden Lesege-wohnheiten reagiert. Im Verlag wird die Bedeutung der auf CD-ROM herauskommenden Führer zunehmen, ohne dass dabei die gedruckten Werke oder die flächendeckende Erfassung der Schweiz vernachlässigt werden

Ein wichtiges Ziel ist die Planung und Umsetzung des Corporate Design: Die «Marke» SAC soll weiter gestärkt werden. An der Expo 2002 wird der SAC auf der Arteplage von Neuenburg voraussichtlich mit den zwei Projekten «Boulder» und «Alternativer Zugang zur Expo» (Letzteres in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen) vertreten sein.

Nach ausführlichen Diskussionen wurde die vom ZV vorgelegte Fassung der Richtlinien zum Bewartungsvertrag angenommen. Zustimmung erfuhr auch das Begehren, nach dem auch die Jugend der nicht hüttenbesitzenden Sektionen die Hüttenzusatzabgabe zu entrichten hat.

Zwei eng miteinander verknüpfte Problemkreise sind anzugehen: Über das zentrale Inkasso sind ca. 2500 unterschiedliche Mitgliederbeiträge einzuziehen (jede Sektion hat einen anderen Sektionsbeitrag mit entsprechenden Auswirkungen auf alle Mitgliederkategorien), und die Mitglie-derverwaltungs-Software genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr. Der ZV erhielt den Auftrag, sowohl eine Vereinfachung vorzuschlagen als auch ein Pflichtenheft für eine neue Software zu erarbeiten.

Präsentiert wurde der neue Internetauftritt, womit Zentralverband und Sektionen dieses Medium besser nutzen können.2 Zu den für den SAC relativ neuen Formen der Mittelbeschaffung (Partnerschaften, Sponsoring, Fundraising) versicherte Geschäftsführer Peter Mäder, dass sich der SAC nicht «verkaufen» werde. Den Rahmen bilde wie im Leitbild festgehalten die ethische Grundhaltung des SAC.

Nach zehnjähriger Tätigkeit ist SAC-Verlagsleiter Turi Zingg auf Ende 1999 in den wohlverdienten Ruhestand getreten.4 In einer Zeitspanne des rasanten Umbruchs hat er dem SAC-Verlag zu modernen Strukturen verholfen und ihn mit seiner menschlichen Art geprägt. Mit einem herzlichen Applaus dankte ihm die AV für seinen grossen Einsatz.

Im Hotel Kreuz in Bern wird am 28. Oktober 2000 die Präsidentenkonferenz und am 16. Juni 2001 im Kursaal Bern die Abgeordnetenversammlung stattfinden.

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