Jahresbericht 2018 Einige Kennzahlen des SAC

Im vergangenen Jahr hat der SAC sein Tourenportal lanciert, ein nationales Leistungszentrum für Spitzenkletterinnenund -kletterer eröffnet, für den Landschaftsschutz gekämpft und ein grosses Kulturprojekt vorbereitet. Ein paar Zahlen und Höhepunkte aus dem Jahr 2018.

Was ist 2018 mit deinen 65 Franken Mitgliederbeitrag an den Zentralverband geschehen? Wir haben einige der Themen und Projekte herausgepickt.

Umwelt und Raumentwicklung: alte Abfalldeponien räumen

Eine Umfrage hat ergeben, dass es bei einem Fünftel der Hütten Abfälle aus der Zeit vor 1980 gibt. Der SAC unterstützt Sektionen im Rahmen der Kampagne #cleanmountains bei Aufräumaktionen. 2018 organisierten Sektionen rund um fünf Hütten und am Fuss des Eigers solche «Clean-ups». Auf politischer Ebene beschäftigte sich der Zentralverband mit diversen Projekten. So sprach er sich dagegen aus, den Landschaftsschutz im Natur- und Heimatschutzgesetz aufzuweichen, nahm gegen das Helibiking Stellung und schaltete sich in die Diskussionen zur Änderung des Jagdgesetzes ein. Gemeinsam mit Sektionen setzte er sich in zahlreichen Kantonen für eine Differenzierung bei geplanten Zugangsbeschränkungen ein.

Bergsport: Positivtrend gebremst

Im letzten Jahr nahmen etwas weniger Personen an den SAC-Kursen teil als 2017. Über die letzten zehn Jahre gibt es hingegen einen klar positiven Trend. 2008 wurden 173 Kurse angeboten, 2018 waren es schon 232 oder 34% mehr. Die Zahl der Teilnehmerin-nen und Teilnehmer stieg sogar um 843 (+52%). Bei der Basisausbildung war das Plus mit 75% am grössten, die SAC-Tourenleiterausbildung folgte mit +35%.

Kultur: Bedürfnisse herauskristallisieren

Welche Ansprüche haben wir an den alpinen Raum – heute und in Zukunft? 2019 wird dieser Frage an 15 Veranstaltungen unter dem Titel Crystallization nachgegangen. Die Vorbereitung dieser Reihe war 2018 neben den Ausgaben für das Alpine Museum (200 000 Franken) und für die Bibliothek (43 662 Franken) der grösste Budgetposten. Der SAC hat sich letztes Jahr mit vielen anderen erfolgreich für die Rettung des Alpinen Museums eingesetzt. Die massive Kürzung von Bundesgeldern konnte verhindert werden.

Der SAC wächst kontunierlich

Der SAC wächst kontinuierlich: Ende 2018 zählte der Verband 152 852 Mitgliedschaften, das sind 1731 mehr als im Vorjahr. Der Anteil der SAC- Mitglieder an der Gesamtbevölkerung der Schweiz ist gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 1,8%.

Leistungssport: Infrastruktur für Olympia

Letztes Jahr nahm das Nationale Leistungszentrum Swiss Climbing in Biel seinen Betrieb auf. In der SAC-eigenen Infrastruktur, die vom Bund mitfinanziert wurde, können sich die Schweizer Spitzenkletterinnen und -kletterer optimal auf internationale Wettkämpfe wie die Olympischen Spiele vorbereiten. 
Im Ski Mountaineering glänzten an der Europameister-schaft vor allem der Nachwuchs und die U-23-Athletinnen und -Athleten. Mit vier Gold-, acht Silber- und neun Bronzemedaillen belegte die Schweiz hinter Ita lien den zweiten Platz im Nationenranking.

Verlag: digitales Highlight

Die gelungene Lancierung des Tourenportals war auch ein Erfolg des Verlags, ist er doch für die Routen-beschriebe zuständig. Das Buchgeschäft blieb unter den Erwartungen. Das lag daran, dass der Skitouren-führer Graubünden Süd erst 2019 publiziert wird und der  Umsatz der swisstopo-Karten markant zurückging. Spitzenreiter unter den Büchern war wie üblich Bergsport Sommer. Überraschend auf Platz 2 hievte sich das neue Ausbildungsbuch Mental stark am Berg.

Zeitschrift: Inserate eingebrochen

Zehn Jahre ging es nur aufwärts bei den Inserateeinnahmen. 2018 machten sich die vier vorangegangenen schlechten Winter und die Abwanderung ins Digitale abrupt bemerkbar. Das Minus konnte nur teilweise durch Einsparungen bei Druck und Versand aufgefangen werden. Massnahmen sind für 2019 und 2020 geplant. Für SAC-Mitglieder bleibt die Zeitschrift aber unschlagbar günstig: 12 Ausgaben für nur Fr. 11.62!

Hütten: Bauen mit Respekt

Die SAC-Sektionen besitzen 153 Hütten. Durchschnittlich werden jährlich drei bis sechs Hütten renoviert oder umgebaut. Sie werden dadurch nachhaltiger, komfortabler und sicherer. Gleichzeitig wird versucht, ihren Charakter zu erhalten. 2018 wurden in die Capanna Piansecco CAS, in die Albert-Heim-, die Binntal- und die Hüfihütte SAC sowie in die Capanna Cadlimo CAS 
11 Millionen Franken investiert. Über 3,6 Millionen stammen aus dem SAC-Hüttenfonds. Mit 343 000 Übernachtungen war das letzte Jahr das drittbeste in der Geschichte, gemessen am Umsatz gar das beste.

Finanzen des Zentralverbands 2018

Die SAC-Mitgliederbeiträge machten gut die Hälfte (53,5%) der Einnahmen des SAC-Zentralverbands aus. Die übrigen Einkünfte waren Inserateerlöse, Kursgelder und Buchverkäufe (33,3%) sowie Bei-träge der öffentlichen Hand (8,3%) und von Spon-soren und Spendern (6,8%). Die Rechnung schliesst nach zwei Jahren mit Defiziten mit einem positiven Ergebnis von 8277 Franken ab. Budgetiert war ein Ertragsüberschuss von 24 300 Franken. Die Abweichung ist gering. Allerdings haben einzelne Bereiche ihr Budgetziel deutlich verfehlt. So waren die Sponsoringeinnahmen viel tiefer als erwartet, die Ausgaben für das Marketing dagegen höher. Das Minus konnte durch andere Bereiche kompensiert werden. Im Leistungssport standen höhere Einnah-men entsprechend höheren Ausgaben gegenüber. Mit einem Clubvermögen von 9,68 Millionen Fran-ken ist der SAC finanziell gut aufgestellt.

Reges Kommen und Gehen

Die hinzugekommenen SAC-Mitglieder im Jahr 2018 entsprechen dem Saldo von rund 10 800 Ein- und über 9000 Austritten. Am meisten Bewegung gibt es im Alterssegment
der 23- bis 50-Jährigen. Fast 4000 Austritten stehen hier mehr als 6200 Eintritte gegenüber. In den Gruppen der 18- bis 22-Jährigen und der über 60-Jährigen sind mehr Personen aus- als eingetreten. Das Minus bei den Seniorinnen und Senioren lässt sich zum grossen Teil damit erklären, dass die meisten bis zum Lebensende im SAC bleiben. Die Todesfälle werden statistisch als Austritte erfasst.

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