Jean-François Cuennet, neuer Trainer des Swiss Teams. Ein Vollblutsportler im Dienste des Skialpinismus

Jean-François Cuennet, neuer Trainer des Swiss Teams

Der ehemalige Skialpinist Jean-François Cuennet ist seit wenigen Monaten neuer Trainer des Swiss Teams. Er ersetzt den bisherigen Raphy Frossard, der sich nach fünfjähriger Tätigkeit zurückgezogen hat. Fazit des neuen Trainers nach seiner ersten Saison: Der Job gebe einiges zu tun, mache aber enorm viel Spass.

Vor zwei Jahren beschloss Jean-François Cuennet, Mitglied des Swiss Teams, den Spitzensport ganz aufzugeben, « nicht zuletzt, weil ich beruflich mehr Verantwortung übernehmen wollte », wie er sagt. So vollzog der damals Vierzigjährige einen Richtungswechsel in seiner Karriere. Auch wenn Cuennet, der bereits mit 14 oder 15 Bahnrennen, Marathons und Bergläufe bestritt, nun nicht mehr am Start steht, so hat er dank seiner neuen Tätigkeit als Trainer dem Skialpinismus nicht den Rücken gekehrt.

Verfügbarkeit und Coaching Gefragt nach seinen Beweggründen, Trainer des Swiss Teams zu werden, meint Cuennet: « Von 1999 bis 2001 hatte ich dank der Nationalmannschaft Gelegenheit, Rennen im Ausland zu bestreiten und am Europacup teilzunehmen. Das hat mich geprägt. » Der Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn des Europacups mit seinem Partner Heinz Blatter. Der Gedanke, in die Fussstapfen des abtretenden Raphy Frossard zu treten, lag dann ziemlich nahe. « Seither hat sich mein Leben komplett verändert », sagt der Mann aus Bulle. « Meine Arbeit erfordert eine grosse Verfügbarkeit. Als Trainer macht man viel Coaching. Ich kümmere mich um die Selektionen, die Anmeldung für die Rennen, ich organisiere die Reisen. Zudem muss ich die Rennorte und Rennstrecken rekognoszieren und Leute treffen. Die Kontakte mit den Firmen, die uns unterstützen, sind sehr zahlreich und ich bin das Bindeglied zwischen allen Beteiligten. Ich habe nicht erwartet, dass so viel Arbeit auf mich zukommen würde. Aber ich liebe meinen neuen Job; vor allem die vielen Kontakte mit Menschen sind für mich sehr bereichernd. »

Am Trilogiski 2003 brillierten die Mannschaften des Swiss Teams. In der wunderbaren Landschaft der Portes du soleil In einem Skialpinismusteam ist es sehr wichtig, neben jungen Aufsteigern auch erfahrene Athleten zu haben. Der Routinier Pierre-Marie Taramarcaz, gefolgt vom talentierten Florent Troillet. Unter dem Nebelmeer verbergen sich Chablais und Genfersee.

mit den Dents du Midi im Hintergrund findet dieser Wettkampf statt.

Jean-François Cuennet, ehemaliges Mitglied des Swiss Teams, ist seit Beginn dieser Saison der Haupttrainer der Schweizer Mannschaft.

Fo to s:

Gé ra rd Be rt ho ud DIE ALPEN 4/2003

Ein Sport, der Opfer verlangt Als einer, der jetzt auf der anderen Seite steht, ist Jean-François Cuennet prädestiniert, um die Sportart und deren Anforderungen zu beurteilen. « Es ist ein harter Sport, der viele Opfer verlangt, Disziplin erfordert und sehr, sehr viele Stunden Training nötig macht », weiss der Nationaltrainer. « Man muss einen grossen Willen haben, daran glauben, dass man es schafft, und Lust haben, sich durchzusetzen. Im Swiss Team sind die Athleten Kämpfer. Sie wollen besser sein und vorwärts kommen. Natürlich ist auch Talent erforderlich, aber das reicht nicht. Die Besten sind diejenigen, die am meisten trainieren und auch die Details pflegen », ist der ehemalige Spitzensportler überzeugt.

Das vorhandene Talent ausschöpfen In dieser Saison haben die Wettkämpfer im Swiss Team auf internationaler Ebene bereits eine Reihe von sehr guten Resultaten erreicht. 1 Cristina Favre ( Frauen, Sion ) und das Nachwuchstalent Florent Troillet ( Espoir, Lourtier ) gewannen jeweils die Einzelwertung des Europacups, während Gabrielle Magnenat ( Espoir, Vaulion ) Zweite wurde. Gleichzeitig erzielte Jean-Yves Rey ( Chermignon ) bei den Männern den guten siebten Rang. Das Potenzial ist zweifellos da, und Jean-François Cuennet will etwas daraus machen. « Wir haben keine Komplexe gegenüber den besten Italienern und Franzosen. Alle Mitglieder des Swiss Teams müssen nur an den Erfolg glauben. Eine gute Mannschaft ist ein starker Trumpf um weiterzukommen. Zudem fördert sie den Ehrgeiz beim Nachwuchs, und das begünstigt die Kontinuität. »

Die besten Athleten der Schweiz zusammenziehen Seine Arbeit erfüllt Jean-François Cuennet mit dem Pflichtbewusstsein, das ihn schon als Wettkämpfer ausgezeichnet hatte. Als Nationaltrainer trägt er viel Verantwortung. « Das Ziel des Swiss Teams ist es, die besten Wettkämpfer des Landes zu erfassen, die Basis zu verbreitern und dann so homogene Teams wie möglich zu bilden », erklärt der Trainer und erinnert daran, wie wichtig es ist, dass in der Mannschaft erfahrene Athleten wie Taramarcaz, Rey oder Masserey mitmachen. « Wir diskutieren viel innerhalb der Kommission Skialpinismus, vor allem mit dem Nachwuchs-chef Guy Richard. Damit wir einen gesunden Konkurrenzkampf bekommen und von unten Druck ausgeübt wird, haben wir diese Saison beschlossen, gute Athleten ins Team zu integrieren, die mit ihren Resultaten gezeigt haben, dass sie eine gewisse Unterstützung verdienen. » Selbst im Alter von 42 Jahren ist Jean-François Cuennet immer noch ehrgeizig: « In diesem Sport ist es wie überhaupt im Leben: Die Leidenschaft ist die Basis des Erfolgs. » Das ist die Botschaft, die der Nationaltrainer seinen Athleten ver-mittelt. a

Didier Bender, Fully 1 Die Resultate des Swiss Teams und der Rennen um den Schweizer Cup können auf der Website www.sac.ch abgefragt werden.

Laut Jean-François Cuennet ist der Skialpinismus « ein harter Sport, der viele Opfer verlangt ». Alexander Hug und Nicolao Lanfranchi beenden die erste Tagesetappe des Trilogiski auf der Spitze des Morclan ( Frankreich ). Im Hintergrund erkennt man das Diablerets-Massiv inmitten der Waadtländer Alpen. Ohne Teamgeist läuft im Skialpinismus nichts. Christian Pittex, in Höchstform, trägt den Rucksack des jungen Sébastien Wiederseiner.

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