Jugend- und Junioren-WM Edinburgh. Silbermedaille für Christina Schmid

Jugend- und Junioren-WM Edinburgh

Die erst 15-jährige Bernerin Christina Schmid holte sich an den Jugend-und Junioren-Weltmeisterschaften im Sportklettern in Edinburgh/Schott-land die Silbermedaille in der Kategorie Jugend B Mädchen. Die restlichen Athleten der Swiss-Climbing-Delegation warteten mit einem guten Teamergebnis auf.

Die Hürde, sich die Teilnahme an den Weltmeisterschaften zu sichern, war in diesem Jahr mit mindestens zwei Finalqualifikationen an den drei Europacups sehr hoch. Deshalb ist die Schweiz nur mit den stärksten Athlet/innen und somit einer etwas kleineren Delegation an die Weltmeisterschaften nach Edinburgh gereist.. " " .Wir Trainer wollten uns, besser als im letzten Jahr, voll und ganz auf die einzelnen Sportler konzentrieren und ihnen damit ein optimales Coaching bieten. In den Kategorien Jugend B und Jugend A Damen sowie den beiden Herrenkate-gorien Jugend A und Junioren waren insgesamt 7 Schweizer Teilnehmer am Start. Haarscharf an Gold vorbei Mit einer überzeugenden Vorstellung in den beiden Qualifikations- und der Halbfinalroute vermochte sich die talentierte Nachwuchsathletin Christina Schmid für das Finale zu qualifizieren. Dort gelang ihr mit einer eindrücklichen Leistung der Durchstieg der äusserst spektakulären und schwierigen Route. Damit übertraf sie die Höhe aller vorher gestarteten Wettkämpferinnen deutlich. Jetzt bestand nur noch für die Französin Charlotte Durif die Chance, Christina zu gefährden. Souverän kletterte Charlotte Durif die Route ebenfalls bis zum Top. Auf Grund derselben Finalhöhe wurde das Resultat aus den Vorrunden zur Entscheidung hinzugezogen. So sicherte sich die junge Französin mit dem besseren Halbfinalresultat, wo sie den Topgriff gehalten und Christina diesen nur berührt hatte, den Weltmeistertitel. So nahe war der Titelgewinn...

Die leise Enttäuschung der knapp verpassten Goldauszeichnung machte schliesslich aber der Freude über den Gewinn der Silbermedaille Platz.

Exploit geglückt Neben Christina Schmid gilt es vor allem, die Leistung der Genferin Anouk Piola herauszustreichen. Die 15-jährige Jugend-A-Athletin konnte ihre Vorbereitungen in den Trainings und die guten Resultate dieser Saison mit dem bisher besten Resultat an internationalen Meisterschaften krönen.

Nach guten Leistungen in den beiden Qualifikationsrunden sicherte sie sich mit einer kämpferischen Vorstellung in der Halbfinalroute den Einzug ins Finale der besten acht. Im Finale konnte sie sich dann leider nicht mehr steigern und holte sich den sehr guten 8. Schlussrang von insgesamt 49 Starterinnen.

Damit zeigte sie auf, dass sie zu den Weltbesten ihrer Alterskategorie gehört und sorgte für die zweite positive Überraschung innerhalb des Schweizer Teams.

Junioren fehlte eine Spur Glück Das Juniorenkader, mit 4 Athleten angereist, schaffte 3 Halbfinaleinzüge und eine Finalqualifikation. Letztlich erkletterte Daniel Winkler aus Villars-sur-Glâne ( FR ) in einem hoch dotierten Finale den 5. Platz. Mit etwas mehr Glück und Risikobereitschaft hätte es weiter nach

Blick auf die imposante WM-Wand in Edinburgh ( GB ), die sich in einem alten überdachten Steinbruch befindet Medaillenhoffnung erfüllt: Christina Schmid wurde mit einer buchstäblichen Topleistung ( sie durchstieg die Finalroute ) Vizeweltmeisterin der Kategorie Jugend B Mädchen.

Fo to s:

Ro be rt R ehnel t DIE ALPEN 11/2004

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vorne gereicht. Trotz der in ihn gesetzten Medaillenhoffnungen konnten er und die Trainer mit diesem Resultat zufrieden sein. Alle Finalteilnehmer brachten bereits Weltcup-Erfahrungen mit. Die vor ihm klassierten Athleten gehören schon zu den Spitzenathleten der Elite. Der Genfer Anthony Sapey, letztjähriger Silbermedaillengewinner, konnte nicht ganz an sein Resultat aus dem Vorjahr anknüpfen und blieb als 9. einen Platz hinter dem Finale zurück. Remo Sommer aus Chur wurde 22. und der 19-jährige Daniel Schmid aus Neuenegg 34.

Eine WM hat immer eigene Gesetze... Vom 16-jährigen Berner Thomas Schmid, der in der Kategorie Jugend A durch seine vorherigen Resultate klarer Anwärter auf einen Podestplatz war und dann 15. wurde, hatten er und die Team-verantwortlichen mehr erhofft. Mit einer hervorragenden Fitness angereist, konnte er einen kleinen taktischen Fehler im Halbfinale nicht mehr korrigieren und verpasste dadurch den Einzug ins Finale klar. Solche Erfahrungen schmerzen, gehören aber in die gut gewürzte Suppe eines Spitzensportlerlebens. 1

Es wird eng an der Spitze! 359 Teilnehmer aus 30 verschiedenen Nationen. Das sind die eindrücklichen Zahlen der diesjährigen Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften. Das wett-kampfmässige Sportklettern findet im Nachwuchsbereich immer mehr Anhänger, die immer früher immer stärker klettern. Das beweisen die Teilnehmerzahlen und das Kletterniveau an diesem Anlass. Es wird also eng an der Spitze! Die Dichte und das Niveau sind im Verlauf der letzten Jahre markant gestiegen. Um bei diesem Trend weiterhin zu Erfolgen zu kommen, gilt es, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Ohne eine perfekt funktionierende Betreuung unseres jüngsten Nachwuchses werden solche Erfolge nur sehr schwer zu wiederholen sein. Ich denke, dass wir mit dem Nachwuchskonzept des SAC auf dem richtigen Weg sind, auch in Zukunft Erfolge feiern und in der Sportart nachhaltig für Nachwuchs sorgen zu können. a

Lukas Iseli, Nationaltrainer Nachwuchs

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