Känel, Jürg von: Plaisir Sud. Schweiz, Italien

Edition Filidor, 3713 Reichenbach 1998. Fr. 43. 40 Klettergebiete im Bergell, Val di Mello, Chiavenna, Lecco, Tessin, Domodossola und Piémont stellt dieser neue Plaisir-Band vor. In der Einleitung wagt der Autor Jürg von Känel die Aussage, dass man in diesem Auswahlführer mehr « Plaisir » finde, das heisst mehr hervorragend abgesicherte Routen von moderater Schwierigkeit im besten Fels als in den Modegebieten Finale, Mallorca oder Sardinien.

Durchstöbert man die rund 240 Seiten, locken die Felsen von Sbarua, Traversella, Arnad Bard, Mottarone oder Vaccarese tatsächlich mit so viel Klettergenuss, dass man es kaum erwarten kann, die von Känelsche Behauptung zu überprüfen. Der neue Plaisir-Band enthält einige Gebiete, die bereits in Plaisir Ost vorgestellt wurden. Dies rechtfertigt sich nicht nur aus geographischen Gründen. Denn gerade in den unteren Schwierigkeitsgraden ist das Erschliessungs-fieber ungebrochen. Etliche altbekannte Klettergebiete wurden um zahlreiche neue Möglichkeiten bereichert. Zuhinterst im wilden Bedrettotal beispielsweise ergänzen drei Klettergärten das bisher eher alpine Angebot um die Pianseccohütte; durch neue Bohrhaken haben einige Ber-gell-Klassiker an Attraktivität gewonnen und mauserte sich der Gotthardpass zu einem eigenständigen Kletterziel. Besonders rühmt Jürg von Känel die Route « Alhambra ». Diese 17 Seillängentourdes unermüdlichen Erschliessers Hans Müller entstand im Herbst 1998 am bereits lange bekletterten Monte Garzo im Maggiatal. Ein Wermutstropfen: Die mit etlichen Stellen im siebten Grad bestückte Tour bleibt eher eine Herausforderung für die Plaisir-Elite.

Wie gewohnt, überzeugt auch der neue Band Plaisir Sud mit einer übersichtlichen und präzisen Darstellung. Piktogramme, Zustiegs- und Routenskizzen informieren so umfassend, dass man sich sogar ohne zusätzliche Zentraler Ausschnitt aus dem Plakat der Tessiner Kampagne « Saubere Berge ». Die Plakate gibt es auch in einer deutsch- und einer französischsprachigen Version.

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4 Karten und Führerliteratur zurechtfindet. Neu verdeutlicht der Autor die Anforderungen einer Kletterroute mit einer vierstufigen Ernsthaftigkeitsskala. Eine an sich lobenswerte Initiative. Trotzdem muss man sich fragen, ob diese Skala genügend vor den alpinen Gefahren warnt, die zum Beispiel in der legendären Cas-sinroute an der Badile-Nordwand lauern. Eine Route, die, trotz sanier-ter Standplätze, wohl kaum das Prädikat « Plaisir » verdient. Die Badile-Nordwand auf der einen Seite, die 150 Routen von Traversella auf der andern: In diesem breiten Spektrum findet bestimmt jedes Tierchen sein Plaisirchen.

Bernard van Dierendonck, Zürich

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