Karabinertests Dynamische Tests empfohlen

Karabiner versagen bei einer bis zu 50 Prozent tieferen Bruchlast, wenn sie dynamisch und nicht statisch getestet werden. Das zeigt eine kürzlich publizierte Studie der ETH Zürich.

Normalerweise werden Karabiner aber nur statisch gestestet, obwohl bereits frühere Untersuchungen des Deutschen Alpenvereins gezeigt haben, dass Karabiner in dynamischen Tests, die der Kletter-realität besser entsprechen, versagen können. Die Zürcher Forscher wiesen auch nach, dass bei geschlossenen Karabinern ein Abrieb im Ausmass von bis zu 40 Prozent der Karabinerdicke keinen Einfluss auf die Grösse der Bruchlast hat. Ist der Karabiner aber offen, nimmt die Bruchlast proportional zur Abriebstärke ab. Auch unbeschädigte Karabiner versagen offen bei wesentlich tieferen Lasten als geschlossene. Die Bruchlast liegt in dieser Situation bei 7 kN, einer Last, die auch durch einen Sturz erreicht werden kann. Diese Grösse entspricht auch den Angaben auf den Karabinern. Die Forscher empfehlen darum die Verwendung von Karabinern (falls sie keinen Drehverschluss aufweisen) mit Stahl-drahtschnappern, da dieser Verschluss weniger träge ist und somit die Gefahr kleiner ist, dass er sich bei abrupten Bewegungen wie dem Aufschlagen auf den Fels öffnet. Die Forscher plädieren auch für dynamische Tests bei der Entwicklung neuer Karabiner. Ein grösseres Sicherheitsproblem scheinen aber die Karabiner nicht darzustellen. In der Bergunfallstatistik des SAC gibt es keinen einzigen Rettungseinsatz, der auf Versagen des Karabiners zurückzuführen ist. 

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