Kletterlust wecken Alpenfolio von Laurent de Senarclens

Zur Fotografie kam Laurent de Senarclens erst später im Leben. Zunächst fuhr der gelernte Maler leidenschaftlich Snowboard, lebte von Gelegenheitsjobs, und wenn der Schnee im Frühling schmolz, ging er jeweils auf Reisen. 2001 im Jemen, auf seiner bislang letzten langen Reise, begann er ernsthaft zu fotografieren. Von da war der Schritt nicht mehr weit bis zu den ersten Praktika bei Tageszeitungen. « Die Pressefotografie gefällt mir von allen Sparten am bes ten, wegen der sehr unterschiedlichen Sujets und den spannenden Begegnungen mit Menschen », sagt der gebürtige Lausanner. Glücklich mache ihn, wenn ihm spontan möglichst ehrliche Porträts gelängen. Geduld und das Wartenkönnen auf den richtigen Augenblick spiele dabei eine zentrale Rolle. Ihn hat, wie viele andere Fotografen auch, die Arbeit des Altmeisters Henri Cartier-Bressons stark geprägt. Und er glaubt daran, dass gute Bilder ihre Wirkung fast überall entfalten könne. « Gute Fotografie funktioniert für mich ähnlich wie Musik », sagt der 36-Jährige, « denn wie bei letzterer braucht man nichts von der Fotografie zu verstehen, um dennoch von ihr berührt zu werden. » Neben der Pressefotografie gibt es nur ein anderes Sujet, für das er noch lieber auf den richtigen Augenblick wartet: Kletternde. Meist sind es Freunde, die für ihn in der Freizeit stundenlang dieselben Züge, Sprünge und Stürze machen – für das eine Bild, das ohne Worte pure Kletterlust ausdrückt. Wenn ihm das auch bei Ihnen gelingt, hat er sein Ziel erreicht.

Feedback