Klettern, aber sicher

Hallenklettern steht im Ruf, einfach und sicher zu sein. Doch eine gross angelegte Studie des Deutschen Alpenvereins im Jahr 2004 zeigte, dass sich etliche Sportler an den Kletterwänden risikoreich verhalten. So bediente beispielsweise ein Drittel der Sichernden das Sicherungsgerät fehlerhaft, oder ein Viertel gefährdete die Person im Vorstieg durch Schlappseil. Überraschenderweise begingen Hallenkletterer mit langjähriger Erfahrung nicht weniger Fehler als solche, die erst seit Kurzem klettern. Mit solchen Plakaten möchten die deutschsprachigen Alpenvereine die Hallenkletterer auf mögliche Fehler sensibilisieren.

sport. Die Athleten spüren es aber schon, ob sie von den andern getragen werden oder nicht. Wir machen Übungen, in denen es darum geht, zusammen eine Leistung zu erbringen. Oder unternehmen Aktivitäten wie Kanufahren, bei denen man buchstäblich in einem Boot sitzt.

Sie haben mit Jugendlichen zu tun, die zum Teil mitten in der Pubertät stecken. Was können Sie tun, wenn plötzlich die Motivation nachlässt?

Zuerst muss geklärt werden, was der Grund ist. Hoher Erwartungsdruck zu Hause? Probleme in der Gruppe? Liebes-kummer? Oder haben sich einfach die Interessen verschoben? Je nachdem kann ich intervenieren. Aber wenn jemand nicht will, kann man ihn nicht zurück-holen. Mit halbbatzigem Einsatz kommt man nirgends hin. Ab und zu muss man dann einfach sagen: « Es muss nicht Spitzensport sein. » Diese Erkenntnis kann schmerzhaft sein. Es platzt ein Traum. Es kann aber auch sein, dass jemand bloss eine unklare Zielsetzung hat. Gelingt es ihm, sich ein klares Ziel zu setzen, ist das gut für die Motivation. Gibt es junge Kletterinnen und Kletterer, die Bedenken haben, die Unterstützung einer Mentaltrainerin in Anspruch zu nehmen?

Klar. Es gibt Berührungsängste. « Ich habe doch keinen Knall », denken sich einige. Darum ist es wichtig, dass ich nicht als « Problemtante » wahrgenommen werde. Sehr hilfreich sind deshalb die Schulungen für alle. Da sehen sie, was ich mache. Ich vergleiche die Herausforderungen, mit denen sie im Klettern konfrontiert sind, immer wieder mit alltäglichen Situationen: Bei der Lehrabschlussprüfung, im Beruf oder zu Hause ist es ebenfalls wichtig, konzentriert zu sein.

Die Methoden, die Sie anwenden, sind also nicht kletterspezifisch?

Überhaupt nicht. Die Prinzipien, mit denen ich arbeite, lassen sich in allen Lebenslagen anwenden. Ich coache eine ganze Reihe von Sportlern und Sport-teams. Zu meinen Kunden gehören aber auch Betriebe. Ausserdem ist Prüfungs-angst ein Thema, mit dem ich mich intensiv auseinandersetze. Leistung ist ein zentrales Thema für mich, aber überhaupt nicht nur im Sport. a Inter view: Andreas Minder, Zürich Diese Befunde und die auch sonst bekannt gewordenen Fehler veranlassten nun die vier deutschsprachigen Alpenvereine ( AVS, DAV, ŒAV, SAC ), auf die anstehende Hallensaison hin eine Pla-katkampagne zu starten. Sie soll anhand einfacher Zeichnungen, die vom Car-toonist und Bergführer Georg Sojer stammen, die Hallenkletterer an die wichtigsten Sicherheitsregeln erinnern. Diese reichen vom gegenseitigen Partner-check über das Freihalten des Sturzrau-mes oder dem Einhängen aller Zwischensicherungen bis zum Verbot des Barfuss-kletterns. Der SAC verkauft die Plakate an Kletterhallen- und Kletterwand-betreiber. Kontakt: info(at)sac-cas.ch, Tel. 031 370 18 18 a Christoph Meier

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