Kommt man sich da nicht verschaukelt vor?

Zu « Bergführerverband und Heliskiing », ALPEN 6/99, S. 16/17 Müde und geschafft erreichen wir von Guttannen aus nach einem Aufstieg bei misslichen Schneeverhältnissen über mehr als 2000 Höhenmeter die Gaulihütte. Herrlich duftet das reichhaltige Nachtessen der Bergsteigergruppe, die die Hütte schon vor uns erreicht hat und seltsamerweise kaum Ermüdungserscheinungen zeigt. Bei Suppe und Spaghetti nature stellt sich heraus, dass unsere Hüttengenossen den anstrengenden Aufstieg eingekauft haben und sich vom Heli auf dem Rosenhorn absetzen liessen. Ich komme mir verschaukelt vor.

Was ist eine Bergtour ohne eigene Anstrengung? Für mich müsste es ein zentrales Anliegen des Bergführerverbands sein, ein ganzheitliches Erlebnis des Bergsteigens zu vermitteln; dazu gehört eben auch die Anstrengung des Aufstiegs. Brauchen der Bergführerverband und die Heliunter-nehmen das Heliskiing wirklich zum Überleben auf lange Sicht? Wird nicht gerade durch den verlängerten Arm der Bergbahnen und Skilifte mittels Heliskiing das langfristige Kapital des Tourismus, « die ursprüngliche Schönheit der Natur », zerstört?

Die Argumente für und wider das Heliskiing sind bekannt und widersprüchlich: Der SAC hat sich 1997 in einer Stellungnahme zu den Gebirgslandeplätzen für eine Einschränkung des Heliskiing ausgesprochen. Der Schweizerische Bergführerverband ( SBV-Leitbild 1998 ) « ist dafür, dass das Heliskiing nicht erweitert, sondern auf dem heutigen Stand stabilisiert wird ». Weiter steht im SBV-Leit-bild: « Die Alpen gehören zu den letzten zusammenhängenden Landschaften Europas, in denen die ursprüngliche Schönheit der Natur noch erlebt werden kann », und « Der SAC ist für den SBV ein wichtiger Auftraggeber. » Der Autor des betreffenden Leser-briefs ärgert sich über den Fluglärm bei Bergtouren überall in der Schweiz; hoffentlich auch über das Heliskiing, einen Plausch für wenige und einen Ärger für viele. Warum nicht sich mit seinem « wichtigen Auftraggeber » zusammensetzen und eine gemeinsame Strategie entwickeln zur Verminderung des Lärms in den Alpen?

Christian Gysi, Wädenswil

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