Krneta Georg. Auf den Spuren von Entdeckern. Memoiren einmal anders

Stämpfli Verlag, Bern 2002. Fr. 58.–

Beim Anblick des Mount Erebus ( 3794 m ), des südlichsten noch tätigen Vulkans, notierte sich Georg Krneta im Jahre 1997: « Es sei deshalb der Gedanke gestattet, dass Sir Ross und ich vermutlich mit ähnlichen Gefühlen diesen Vulkan im Eis bestaunt haben, und Albrecht von Haller, wäre er an dieser Stelle gestanden, ein weiteres Gedicht verfasst hätte, das den Alpen absolut ebenbürtig gewesen wäre. » Zwei von 200 meist grossformatigen Farbfotos zeigen diesen aussergewöhnlichen Gipfel auf Ross Island, den Begleiter des Südpolerfor-schers Shackletons 1908 erstmals bestiegen haben. Ein perfekter Skiberg übrigens, nur leider ziemlich abgelegen. Geld und Zeit sollte man haben. Dass der Berner Wirtschaftsanwalt Georg Krneta über Ersteres verfügt, erstaunt nicht weiter, wenn man von seinen rund 40 VR-Mandaten weiss. Dass sich aber ein so viel beschäftiger Mann die Zeit nahm, mit Kamera und Notizblock den Spuren berühmter Entdecker zu folgen, schon eher. Nun legt er zu seinem 7O. Geburtstag persönliche Reiseerlebnisse vor: nah bei den Alpenblumen, bei Löwen und Antilopen in Afrika, in indischen Tempeln, mitten im Packeis der Arktis und Antarktis, unter Wasser auf Ibiza. Mit dabei sind Albrecht von Haller, David Livingstone, John Franklin, Marco Polo, James Clark Ross und Hans Hass. Memoiren einmal anders, nennt Krneta im Untertitel sein Buch. Eine gute Idee. Und gut ausgeführt. Nur einer, der die Berge der Antarktis kennt und ein Ferienhaus in Grindelwald besitzt, sollte Eiger, Mönch und Jungfrau eigentlich nicht verwechseln – und tut dies garantiert auch nicht. Doch auf Seite 10 sind laut Bildlegende der Mönch und seine Nachbarin abgebildet. Sehen tun wir aber ihn und den Nachbarn.

Daniel Anker, Bern

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