Kümin, Charlotte; Kümin, Markus; Lietha, Andres: Sportklettern - Einstieg zum Aufstieg

Verlag SVSS ( Schweizerischer Verband für Sport in der Schule ), Bern 1997. Fr. 36. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken, bis in die Niederungen fällt Schnee - es naht die Hallensaison. Pünktlich zu deren Beginn erscheint im SVSS ein übersichtlich gestaltetes und mit zahlreichen SW-Fotos illustriertes Lehrbuch zum Sport- und insbesondere zum Hallenklettern. Dieses Lehrmittel richtet sich an Lehrkräfte, Kursleiter sowie an Privatpersonen. Es enthält Anregungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Einsteiger und Aufsteiger. Wie Walter Josi, Fachleiter Bergsteigen der Sportschule Magglingen, im Vorwort erklärt, ist dieses Werk aus der Praxis entstanden und für die Praxis bestimmt.

Auf die Einleitung und ein Kapitel zur Geschichte folgen zunächst zwei Theoriekapitel: « Klettern lernen » und « Klettern lehren ». Hat man die « funktionale Bewegungsanalyse » einmal verstanden, wird deutlich, dass dieses theoretische Prinzip aus der Bewegungslehre ein ganz nützliches Hilfsmittel sein kann, Fehler in der Klettertechnik aufzuspüren.

Nach Ausführungen zur Ausrüstung und Sicherungstechnik kommt das Kernstück des Buchs: die Übungs-Sammlung. Weder das Ausdauer-noch das Maximalkrafttraining stehen im Zentrum; diese sind in der einschlägigen Literatur bereits genügend beschrieben. Die 100 Übungen beschränken sich auf die Klettertechnik. Zuerst klettern wir auf fantasie- volle Art an den Geräten der Turnhalle, dann geht es ernsthaft zur Sache. « Nimm doch das rechte Bein hoch », « jetzt mit links durchblockie-ren » oder « du darfst eben nicht loslassen »; derart monotone Anweisungen sind nach der Lektüre passé. Neu ruhen wir wie ein Faultier, stabilisieren uns als Frosch oder schleichen als Tiger über Griffe und Tritte; einmal « slow motion » dann wieder « speedy », und wenn nichts mehr geht, hilft vielleicht der Schraubstock oder der Storchentanz weiter.

Das z.Z. auf dem Markt einzigartige Buch Sportklettern. Einstieg zum Aufstieg motiviert, Klettern einmal anders zu lernen und zu lehren. Statt sich ehrgeizig den nächsthöheren Schwierigkeitsgrad zu erkämpfen, erreicht man mit Spiel und Kreativität weit mehr.

Bernard van Dierendonck, Zürich

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