Kuriose Geschichten aus den Alpen

Rund 90 Geschichten hat der Berg­steiger und Sammler Hans Witzmann aus seinem umfangreichen Archiv zusammengestellt und in Buchform veröffentlicht. Die meisten von ihnen stammen aus alten Bergsteigerzeitschriften und waren bis vor Kurzem keinem breiten Publikum zugänglich. Das Gros der alten Texte handelt von frühen Bergtouren in den Ostalpen, aber auch die Schweizer Berge und das Mont-Blanc-Massiv sind vertreten. Die Geschichten bieten einen Einblick in den Alpinismus des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts. So wird erzählt, wie die französische Aristokratin Henriette d’Angeville 1838 mit sechs Führern und sechs Trägern als erste Frau aus eigener Kraft den Mont Blanc bestieg – im Gepäck unter anderem 18 Flaschen Bordeaux und 13 Puddings – oder wie ein geistlicher Gast am Matterhorn erst zur Schwarzseekapelle abstieg, um dort die heilige Messe zu halten, ehe er ohne zu schlafen zum Gipfelsturm ansetzte. Witzmann verzichtet auf Kommentare und historische Einordnungen. Das Werk ist damit – je nach Betrachtungsweise – eine gelungene Kuriositätensammlung oder ein unverfälschtes Zeugnis einer längst vergangenen Epoche des Bergsteigens.

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