La Montagne

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La Montagne. Revue mensuelle du Club Alpin Français. Volume VIII. Nos 1—12. Paris 1912.

Die Einrichtung der von dem Rédacteur en chef Maurice Paillon trefflich redigierten Monatsschrift des C.A.F. ist unsern Lesern aus meinen früheren Besprechungen bekannt; auch diesmal wieder teilt sich das Interesse der größeren Beschreibungen, Erzählungen und Abhandlungen — nur mit diesen gedenken wir uns für einmal zu befassen — zwischen den Alpen und den Pyrenäen, mit gelegentlichen Abstechern in den Jura, nach Marokko oder in die Sahara. Und je nach dem Sujet oder der Eigenart des Autors wird mehr die touristische, die wissenschaftliche, die künstlerische oder die nationalökonomische Seite betont, so daß große Abwechslung fast in jedem der 12 Hefte angenehm auffällt. Außer den auf die Gegenwart oder die jüngste Vergangenheit bezogenen Artikeln finden wir retrospektive. Neben dem Sport und der Technik kommt auch die alpine Geschichte und selbst die Literaturgeschichte in frappanten Beispielen zu ihrem Rechte. Greifen wir nun von jedem Typus das eine oder andere Beispiel heraus, so finden wir gleich im ersten Heft in einem Aufsatze von Henri Beraldi „ Pezay et Villaret, 1775: la Description des Alpes Françaises " pikante Aufschlüsse über den „ Kleinen Massonet ", den falschen Marquis de Pezay, der mit seinen „ Soirées " und „ Lettres Helvétiennes " 1771 das Genre der „ fausse littérature de montagne " eröffnet und durch seine Schilderungen des Kostüms der Schweizerinnen und der Wirthauspreise in Helvetien einen Skandal erregte, der bis in die „ Tableaux de la Suisse " von 1784 nachgewirkt hat. Beraldi stellt Pezay, wie dies schon mehrere Zeitgenossen und namentlich La Harpe getan hatten, an seinen richtigen, rede nichtigen Platz und beweist namentlich auch, daß Pezay an der für jene Zeit sehr tüchtigen Leistung der „ Description des Alpes Françaises " mit Atlas von 1775 den geringsten Anteil hat, daß das Hauptverdienst den „ Ingénieurs-géographes " und namentlich Jean de Villaret zukommt. Ebenso pikant ist der Bericht von Julien Breheault über die Besuche von Chateaubriand und Shelley in Chamonix 1815 und 1816. Man kann sich kaum größere Gegensätze denken, als die Art, in welcher der Diplomat-Schriftsteller und der Bohémien-Auteur dieses Alpental besuchten, sahen und beschrieben. Nach Chamonix und zum Mont-Blanc kehren wir zurück mit dem Artikel von Henri Ferrand: „ Une révision d' un vieux procès: Paccard contre Balmat. Ich war erfreut, M. Ferrand schon im September 1912 auf unserer Seite, d.h. zugunsten Dr. Paccards gestimmt zu finden, und denke, er werde dies nach der Lektüre meines Buches über die nämliche Streitfrage noch mehr sein, weil es eine Reihe von Beweisen, die Mr. Montagnier und ich gesammelt haben, bringt. Das nämliche bringt auch den authentischen Text des Zeugnisses, welches Ad. Traugott von Gersdorf und K. A. v. Meyer am 9. Aug. 1786 dem Dr. Paceard darüber ausstellten, daß sie ihn mit seinem Gefährten am 8. August, abends 6 Uhr 23, auf dem Gipfel des Mont-Blanc gesehen hätten, und welches M. Ferrand durch Druckfehler entstellt, in der „ Montagne " pag. 460 wiedergegeben hat. Nach der Lektüre meines Buches wird Herr Ferrand auch von dem, was er zu Balmats Ruhm noch übrig gelassen hat, einiges wegstreichen müssen. Auf das Mont Blanc-Gebiet beziehen sich einige der lesenswertesten touristischen Aufsätze, die auch hübsch illustriert sind. So Mlle René Eugster: La Face Nord-Ouest de l' Aiguille du Midi; H. Grandjon de Lépiney: A l' Aiguille du Géant; réflexion sur les cables; Camille Labour: Vers le Mont-Blanc; Jacques Wehrlin: A l' Aiguille du Chardonnet. Den übrigen französischen Westalpen entnommen sind mehrere illustrierte Aufsätze, wie „ Excursion au Sept-Laux en 1864 ", die Grande-Aiguille de Pélens, les Aiguilles de Rieutort. und eine mit zwei Illustrationen und zwei Karten versehene Monographie von R. Touchon: Le massif des Pénitents. Antoine Mazas beschreibt eine Besteignng des Winklerturms, Ludwig Sinek die Nordwand des Triglav. Von den Pyrenäen handeln die umfangreichen, mit Karten, Plänen, Profilen und Abbildungen geschmückten Aufsätze und Abhandlungen von H. Barrère: La Route des Pyrénées, von George Cadier: Un grand Pic; Marmoré et Costerillou; Le massif de Batlaytouse ou Balaïtous, von D. Eytoux: Utilisation industrielle des torrents de montagne dans les Hautes-Pyrénées, und die hübsche Skizze von Conte Rayssé: Au grum d' Eaux-bonnes; un thé, la nuit, und: Les Collégiennes de Tarbes en caravane scolaire. In den marokkanischen Atlas führt uns G. Jacqueton und aus dem kleinen Aufsatz von Lucien Tignol: Au cœur du Sahara lernen wir zu unserer Überraschung, daß es in der afrikanischen Wüste noch unerstiegene Dreitausender gibt. Unter den nationalökonomischen und forstwirtschaftlichen Artikeln nimmt unser Interesse und hoffentlich auch das der zuständigen französischen Behörden in Anspruch der Aufsatz unseres Clubgenossen E. A. Martel: La question de la Perte, du Canon, et du Barrage du Rhône.

Redaktion.

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