Lancierung «Alpen retour»

Nicht gegen Mobilität, sondern für Kreativität

Am 13. Juni 2001 war es so weit: Der SAC lancierte an einer Medienkonferenz in Kloten die Kampagne « Alpen retour ». 1 Zu den prominenten Referenten gehörten Benedikt Weibel, Vorsitzender der Geschäftsleitung der SBB und Bergführer, Christian Küng vom Bundesamt für Raumentwicklung und SAC-Zentralpräsident Franz Stämpfli.

« Ich plädiere nicht für den öffentlichen Verkehr, sondern für den kreativen Umgang mit Mobilität. » Mit diesen Worten umriss Benedikt Weibel zu Beginn der Medienkonferenz im AlpenRock House am Flughafen Kloten, wie er sich die Kampagne « Alpen retour » vorstellt: spielerisch. Zwar sieht die Mobilitätskampagne eine Verlagerung der Personenkilometer, die von den SAC-Mitglie-dern bei Sektionstouren mit dem Auto zurückgelegt werden, auf den öffentlichen Verkehr vor, und zwar um zehn Prozent. Berggänger müssten nicht grundsätzlich bei jeder Tour auf das Auto verzichten, um die Umweltbilanz nachhaltiger zu gestalten. Aber die Schweiz verfüge über ein herausragend ausgebautes Verkehrsnetz, das den Berggängern sehr viel mehr Flexibilität biete als das Reisen mit dem Privatauto. Nebst den Verkehrsmitteln Zug und Postauto gäbe es ausserdem noch andere umwelt-schonende Transportmöglichkeiten wie Alpentaxis und Mobility-Cars.

Grosser Handlungsbedarf Christian Küng, Leiter der Abteilung Verkehrskoordination beim Bundesamt für Raumentwicklung ARE, ortet allgemein beim Freizeitverkehr einen grossen Handlungsbedarf. « In der Schweiz entfallen etwa 60 Prozent der gesamthaft zurückgelegten Personenkilometer auf den Freizeitverkehr, davon der grösste Teil auf den privaten Strassenverkehr », sagte Küng vor den Medien. Ungefähr ein Drittel davon seien Fahrten im Zusammenhang mit Sportaktivitäten. Das ARE unterstützt deshalb die Kampagne « Alpen retour » und setzt sich auch im Zusammenhang mit der Alpenkonvention für eine nachhaltige Entwicklung im Alpenraum ein.

1 Vgl. ALPEN 6/2001, S. 46/47

Im Interesse der Bergsteiger Nach SAC-Zentralpräsident Franz Stämpfli ist der Klimaschutz ein wichtiges Anliegen der Bergsteiger. Schwindende Gletscher würden nicht nur das Landschaftserlebnis beeinträchtigen, sondern zunehmend auch die Berggänger auf vielen Routen gefährden. Der Schutz der Gebirgswelt sei zudem in den Statuten und im Leitbild des SAC festgehalten. Die Förderung des öffentlichen Verkehrs sei dabei von grosser Bedeutung. Mit der Kampagne « Alpen retour » nimmt der SAC laut Stämpfli eine Pionierrolle ein: Er ist der erste Sportverband, der sich für die Eindämmung des Freizeitverkehrs einsetzt.

Weiter stellte der Zentralpräsident zwei neue Produkte vor, die helfen sollen, die Ziele der Kampagne zu erreichen: das Alpenticket « Rail&Sleep » und den Alpen-Fahrplan ( vgl. Seite 27/28 ). Für 62 Franken können SAC-Mitglieder eine Dreitageskarte inklusive einer Übernachtung in einer SAC-Hütte erstehen. Der « Alpen-Fahrplan » gibt Berggängern unter anderem Auskunft über die Anreise zur Hütte mit öV, Alpentaxis, Mobility-Car-Standorte und Möglichkeiten der Gepäckaufbewahrung. Zudem enthält er Tourenvorschläge. a

Für die SAC-Kampagne « Alpen retour »: Astrid Scholtz Franz Stämpfli, Zentralpräsident SAC, Christian Küng, Leiter Abteilung Verkehrskoordina-tion, Benedikt Weibel, SBB Geschäftsleitung, und ein symbolischer Bergsteiger ( v. r. ) bei der Lancierung der Mobilitätskampagne « Alpen retour »

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