Lasst sie uns benutzen, unsere SAC-Hütten!

«Und dann erreichten wir nach einer schönen Bahnfahrt über den Albula die komfortable Unterkunft, das Sporthotel in Pontresina, das für die kommenden Nächte unser Basislager für fünf unvergessliche Skitouren werden sollte.»

Es gibt kaum eine Einrichtung, die in der Öffentlichkeit stärker mit dem Bild des SAC verknüpft ist, als die von ihm erbauten, betriebenen und jedermann zugänglichen 152 Hütten und Biwaks. Seit einigen Jahren gehen die Übernachtungszahlen in den SAC-Hütten langsam, aber stetig zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig. Beispielsweise steigen viele Berggänger nicht mehr in SAC-Hütten, sondern in komfortablen, leicht erreichbaren und oft günstigen Pensionen und Sporthotels ab.

Den rückläufigen Hüttenübernachtungszahlen schenkte auch der Zentralverband nicht immer genügend Aufmerksamkeit. So waren in den zentralen Touren- und Kursprogrammen von 1996 und 1997 nur gerade 19% der Übernachtungen in SAC-Hütten vorgesehen. 1998 wurden dann 28% erreicht. Im neuen Tourenprogramm 2001 wird diese Zahl erneut deutlich gesteigert, und zwar auf 34% oder 3500 Übernachtungen. Erreicht wurde dies dank neuen, von der Tourenkommission Damit unsere Hütten wieder vermehrt besucht, freundlich bewartet und erfolgreich verwaltet werden, müssen wir, der SAC, auf unter der Leitung von Elisabeth Zingg eingeführten Anforderungen an die Anbieter: Tourenwochen mit Übernachtungen in SAC-Hütten sind bevorzugt berücksichtigt worden.

Ein Blick in die Tourenprogramme der Sektionen zeigt, dass auch sie bei ihren Aktivitäten die Hüttenbenutzung erheblich verbessern könnten. Welch wichtige Rolle das Verhalten der Sektionen für die Hüttenbenutzung spielt, ist aus folgenden Zahlen-spielen ersichtlich: Würden bei unsern rund 100 Sektionen nur je vier eine Woche dauernde Touren mit je 10 Teilnehmern mit SAC-Hüttenüber-nachtungen durchgeführt, ergäbe dies allein 28 000 zusätzliche Übernachtungen. Und wenn jede Sektion pro Monat bei zwei Wochenendtouren mit je 10 Teilnehmern in SAC-Hütten nächtigen würde, könnte die Hüttenstatistik um 24 000 Übernachtungen aufpoliert werden.

In Anbetracht der millionenschweren Investitionen, die jährlich durch die Sektionen und den Zentralverband für Unterhalt und Erneuerung der Hütten getätigt werden, muss auch die Administration der Hütten verbessert werden. Deshalb hat der Zentralvorstand der Präsidentenkonferenz die Schaffung eines Hüttenbeauftragten auf der Geschäftsstelle vorgeschlagen. Dieser soll in Zusammenarbeit mit der Hüttenkommission das Marketing der Hütten verbessern, eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der Hüttenbewirtschaftung bilden und die Kurse für die Aus- und Weiterbildung der verschiedenen Ebenen Anstrengungen unternehmen; die Sewenhütte, in der kürzlich die Hüttenkommission des Zentralvorstands tagte.

Positiv auf die Zahl der Hüttenübernachtungen wird sich sicher auch die im Rahmen der Mobilitätskampagne angestrebte vergünstigte Zweitageskarte ( vgl. ALPEN 9/2000 ) zur Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel auswirken.

Dank an alle Spender Unabhängig von der Zahl der Hüttenbenutzer führte die 1998 durchgeführte und im Sommer 2000 erfolgreich wiederholte Spendenaktion zu Gunsten der Hütten zu einer Verbesserung des Hüttenfonds der Zentralkasse. Nur dank der grossen Bedeutung der Hütten für viele SAC-Mitglieder sind die vielen grosszügigen Spenden zu verstehen, die hier auch im Namen der Hüttenkommission gebührend verdankt werden.

Auf allen Ebenen des SAC müssen grosse Anstrengungen unternommen werden, damit unsere Hütten wieder vermehrt besucht, freundlich bewartet und erfolgreicher verwaltet werden. Gefordert ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Zentralvorstand, den Kommissionen, den Sektionen und den Hüttenwarten. Nur so können die Voraussetzungen geschaffen werden, damit wir, der SAC, auch in Zukunft mit berechtigtem Stolz allen Alpinisten und Bergwanderern unser attraktives Netz von Unterkünften im Gebirge anbieten können.

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