Messner, Reinhold: Nie zurück; Nordpol - Mount Everest - Südpol - 3 Fluchtpunkte

BLV Verlagsgesellschaft, München 1996. Fr. 62. Die Lektüre des neuesten Werkes -wieviele mögen es ingesamt wohl seinvon Reinhold Messner hinterlässt ein schales Gefühl: Einerseits schildert Messner packend die existentielle Suche nach einem intensiven Lebensgefühl, von dem Polfahrer und Bergsteiger beseelt sind, und beschreibt den Widerspruch, der viele « Extreme » beherrscht, zwischen dem Zwang zum Aufbruch und der Angst vordem Nicht-Zurückkommen. Anderseits hat es Messner verpasst, als Autor zur Seite zu stehen und das Thema aus einer sachlichen, von seiner Person losgelösten Warte abzuhandeln. Damit legt er ein Buch vor, das sicherlich ein Zeugnis seines grossen Wissens ist, aber auch seiner selbstdarstellerischen Ader. Zudem hätten die 264 Seiten stark gestrafft werden können: Wiederholungen und Ausschweifungen wirken bemühend, und das ganze Buch ist schlecht strukturiert. Die Illustrationen ( zu einem grossen Teil aus verschiedenen Werken über die Pole und die Achttausender ) wurden meist ohne Quellenangabe und mit kümmerlichen Legenden versehen eingefügt und sind teilweise qualitativ ungenügend. Seine Grenzen hat Messner, der im Buch darlegt, dass es die « Passion for limits » ist, die die wahren Abenteurer immer wieder reizt, noch immer nicht erreicht. Oder wie er es selbst formuliert: « Ist es nicht so, dass wir Megalo-manen alle immerzu auf der Stelle treten ?» Womit er sich gleich selber qualifiziert.

Christine Kopp, Flüelen

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