Mitmachen ist besser

«Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.» (Gustav Heinemann)

Eine grosse Veränderung bei der Beurteilung der Lawinengefahr von zu Hause wird in diesem Heft erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt – die Quantitative Reduktionsmethode (QRM). Mit der QRM kann das statistische Risiko, eine Lawine auszulösen, bequem am Computer berechnet werden. Dies ist die konsequente Weiterentwicklung der Plattform www.skitourenguru.ch, die auf Basis verschiedenster Parameter das Risiko ausgewählter Skitouren berechnet.

Als skitourenguru.ch vor rund vier Jahren auftauchte, war ich skeptisch. Oder ehrlicher gesagt, hatte ich ein bisschen Angst, dass meine Fähigkeit als Bergführer, eine gute Tourenplanung zu machen, plötzlich nicht mehr gefragt sein wird. Und mit der QRM können wir nun einen Teil der Tourenplanung in die Hände eines Algorithmus legen, von dem wir Normalsterblichen nicht genau wissen, was er macht. Die Resultate sind aus meiner Sicht jedoch erfreulich.

Soll man sich nun dagegen wehren oder mitmachen? Da wir die Entwicklung nicht aufhalten können und die QRM zudem die Tourenplanung erleichtern und verbessern kann, bin ich der Meinung, dass wir der Methode eine Chance geben sollten. Denn die neue Methode kann viele zusätzliche Möglichkeiten eröffnen und könnte sich als Instrument etablieren. Und zu meiner anfänglichen Angst: Die Beurteilung vor Ort braucht nach wie vor viel Wissen und Erfahrung.

Ich bin der Überzeugung, dass sich auch der SAC der digitalen Tourenplanung nicht verschliessen kann. Wir müssen uns folglich gut überlegen, ob und wie wir mit Plattformen wie skitourenguru.ch zusammenarbeiten wollen – ganz im Sinne des Zitats von Gustav Heinemann.

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